Duftfamilien: Von Leder, Tabak und Zitronenbäumen

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Ein neuer Duft muss her. In einer Parfümerie schlendere ich durch die Gänge und amüsiere mich über die Beschreibungen der Flacons: Krautig oder holzig steht da. Aber möchte ich wirklich nach einem Kräutergarten mit Holzscheithaufen duften? Was sagen diese Begriffe eigentlich aus? Eine Exkursion in die Welt der Duftfamilien.

Ich stehe immer noch in der Parfümerie und möchte mir einen neuen Duft zulegen. Da springen mir ganz viele Wörter entgegen: Leder, würzig oder Tabak. Ich wundere mich. Weder möchte ich nach einer alten Tasche riechen, noch nach der Pfeife meines Großvaters oder dem Gewürzstand auf einem Basar. Was diese Begriffe eigentlich aussagen sollen, frage ich mich. Auf Nachfragen erfahre ich, dass es sich dabei um einzelne Noten in sogenannten Duftfamilien handelt.

Bei der Vielzahl an Düften haben die Parfumeure irgendwann einmal den Überblick verloren. Daher hat man alle Düfte einer bestimmten Familie in einem sogenannten Duftkreis zugeteilt. Es gibt Duftkreise, die nach Herren- und Frauendüften aufgeteilt sind, aber bis heute ist die Klassifizierung nicht vollständig abgeschlossen. Die Parfümeure entdecken stets neue Kreationen.

Wenn ich ein Flacon in der Hand halte, dessen Inhalt mit dem Adjektiv holzig versehen ist, dann weiß ich, dass es ein warmer und eleganter Duft ist. Im Gegensatz zum grünen Duft, der eher Richtung kühl und natürlich geht. Diese Duftfamilien helfen bei der besseren Einteilung der Düfte und geben einen Hinweis auf die Note, ohne dass man daran geschnuppert haben muss.

Es gibt folgende Duftfamilien: Hesperidisch, Grün, Blumig/Floral, Fougère, Chypre, Holzig, Orientalisch, Fruchtig, Aquatisch. Sicherlich gibt es noch viele weitere Unterteilungen. Aber wir konzentrieren uns zunächst auf die Merkmale dieser neun und für wen welche Duftfamilie geeignet ist.

Hesperidisch: Wie ein Zitronenbaum in Italien

Denkt einfach an einen Zitronenbaum an der Amalfiküste. Und schon wisst Ihr, durch was sich die hesperidischen Düfte kennzeichnen. Hierunter fallen also alle Düfte, die eine Zitrusnote aufweisen. Dazu zählt man nicht nur den Duft von Zitronen, sondern auch Bergamotte, Mandarine oder Pampelmuse. Es handelt sich in dieser Familie stets um einen leichten, frischen Duft – sowohl für Männer als auch für Frauen – der außerdem variiert werden kann in den Richtungen zitrus-blumig, zitrus-holzig und zitrus-würzig.

Grün: Wie die saftige Wiese in einem Wald

Bei einem grünen Duft denkt man sofort an die Natur. Dieser sehr lebhafte und natürliche Duft duftet tatsächlich nach Kräutern, Blättern oder Stängeln. Wenn Ihr einen grünen Duft schnuppern wollt, dann ist zum Beispiel „Aerin“ von Estée Lauder für Frauen zu empfehlen.

Floral: Ein Blumenstrauß auf der Haut

Wie der Name schon sagt, weisen diese Düfte eine blumige Note auf. Diese Duftfamilie ist die größte und wohl auch beliebteste unter den Damendüften – es gibt aber auch blumige Noten bei den Männerparfüms. Ein blumiger Duft kann nach Veilchen oder Rose duften, möglich sind aber auch Kombinationen der Blumen, das sogenannte blumige Bouquet. Der Duft wird häufig als lieblich und elegant beschrieben, wie zum Beispiel „Candy“ von Prada. Blumige Düfte werden gerne mit orientalischen oder grünen Düften kombiniert.

Fougère: Ein Duftkonzept aus Lavendel und Holz

Diese seltsam klingende Duftfamilie kennzeichnet einen Herrenduft, der mit Lavendel, Eichenmoos und der bereits erwähnten holzigen Note besticht. Übrigens kommt Fougère aus dem Französischen und bedeutet Farn. Der erste Duft mit dieser Note stammt aus dem Jahre 1882 und heißt Fougère Royal.

Chypre: Ein Hauch vom Mittelmeer

Chypredüfte können sowohl Damen- als auch Herrenparfüms sein. Diesen Düften werden die Noten fruchtig, blumig und edel zugeschrieben. Übrigens leitet sich der Name von dem im Jahre 1917 kreiierten Parfüm „Chipre“ ab, dessen Wortherkunft auf Zypern zurück zu führen ist. Die Duftbausteine stammen überwiegend aus den mediterranen Ländern. „Si“ von Giorgio Armani ist zum Beispiel ein Damenduft aus der Chypre-Kategorie.

Holzig: Mehr als nur Brennholz

Die Familie der holzigen Düfte ist vor allem für die Herren der Schöpfung geeignet. Sie kennzeichnen sich durch eine warme, elegante und trockene Note und bestehen meist aus Sandel- oder Zedernholz. Beliebt ist vor allem der Herrenduft „Sauvage“ von Dior.

Orientalisch: Der Orient im Badezimmer

Unter den orientalischen Düften können sich die meisten etwas Konkretes vorstellen. Hierbei handelt es sich um blumige und würzige Düfte, oft mit einem vanilligen Akzent, und sind je nach Ausprägung der einzelnen Komponenten für Männer und Frauen geeignet. Ein Beispiel für orientalische Düfte liefert Hugo Boss mit dem Eau de Toilette für Herren.

Fruchtig: Der Obstsalat im Badezimmerschrank

Der fruchtige Duft besticht mit einer süßen, modernen und leichten Note und ist vor allem für Frauen geeignet. Ob Erdbeeren, Apfel oder Pfirsich: Bei diesen Düften läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Für viel Spaß sorgen die Düfte „Fun“ von Desigual.

Aquatisch: Ein Hauch von Meeresbrise

Nein. Diese Düfte riechen nicht etwa nach Teich oder Aquarium. Diese Düfte bestechen mit einer sommerlichen Frische und erinnern an eine kühle Meeresbrise. Der wohl bekannteste aquatische Duft ist Cool Water von Davidoff und ist sowohl für Männer als auch Frauen geeignet.

Wenn ich das nächste Mal also in eine Parfümerie gehe, dann wundere ich mich nicht mehr über alte Taschen und Pfeifen. Diese einzelnen Duftnoten gehören zu Duftfamilien, die zusammen jeweils einen wunderschönen und einzigen Duft kreieren.

Eure Jana

 

 

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