Wer hat’s erfunden? Die Bretonen!

Wer hat’s erfunden? Die Bretonen!

Dir gefällt dieser Artikel00
| gastblogger Tags: |
Dir gefällt der Beitrag? Dann teile ihn mit Freunden, Familie und Bekannten! Mit dem Klick auf den Social Media Button wirst du zu dem jeweiligen Netzwerk weitergeleitet und gestattest die Datenübermittlung an die Betreiber der sozialen Netzwerke.

Frankreich – da fallen einem Froschschenkel oder gestopfte Gänseleber ein. Doch die Gourmetküche unseres französischen Nachbars zeichnet sich durch viel mehr aus: preisgekrönte Salzkaramellbonbons, berauschende Honigliköre oder süßer Kouig Amann. Und wer hat das alles erfunden? Genau, die Bretonen!

Leben, oder sagen wir mal: Essen, wie Gott in Frankreich! Das ist nicht nur eine Floskel. Das ist ein Lebensstil. Denn Essen in Frankreich wird zelebriert. Man nimmt sich Zeit, stundenlang für ein Drei-Gänge-Formule, man genießt, man verbringt Zeit mit Freunden und Familie. Essen als sozialer Austausch? Mehr sogar: Die französische Küche hat sich zu einem Kulturgut entwickelt. 2010 hat die UNESCO sie zum immateriellen Kulturerbe aufgenommen.

Frankreich – das Land der besten Weine

Französischer WeißweinFroschschenkel, Camembert, Foie gras – das war’s! Doch die Cuisine française ist nicht nur für diese Speisen bekannt. Weltweite Anerkennung erhält die Grande Nation für ihre Weinanbaugebiete. Ob Champagne, Beaujolais oder Burgund: die Weine aus Frankreich gehören zu den besten der Welt.

Wirklich interessant sind in Frankreich die regionalen Unterschiede beim Essen. Denn so vielfältig wie die Landschaft und das Klima in Frankreich sind, so bunt ist auch die Küche. Der Süden Frankreichs ist vom mediterranen Klima geprägt, was sich auch in den Speisen zeigt. Im Elsass im Norden hingegen wird deftig gekocht, zum Beispiel Flammkuchen. Im Weingebiet der Bourgogne werden Speisen oft mit Weinsaucen zubereitet und in der Provence spielen die bekannten provençalischen Kräuter eine große Rolle.

Mehr als nur Fisch: Die bretonische Küche

An der windigen mehr als 1000 Kilometer langen Atlantikküste in der Bretagne bestimmt das Wetter die Zucht von Vieh und Anbau von Weideland. Da die Bretagne als Halbinsel vom Meer umringt ist, liegt es nahe, dass die bretonische Küche von Meeresgerichten jeglicher Art und Meersalz geprägt ist: Fische, Muscheln und Krustentiere, gerne auch professionell verpackt als Konservenfisch, sowie eine gute Meersalzbutter dürfen auf einer bretonischen Speisekarte nicht fehlen. Berühmt für die bretonischen Salze ist die Gegend Guérande, ein über 1700 Hektar großes regionales Salzabbaugebiet.

Vor allem die Austern aus Cancale, eine kleine Hafenstadt zwischen Saint-Malo und dem berühmten Klosterberg Mont-Saint-Michel, und die Jakobsmuscheln aus den Hafenorten Erquy und Saint-Quay-Portrieux haben sich weltweit einen Namen gemacht. Die Jakobsmuschel ist so beliebt, dass die Bretagne ihr ein eigenes Wochenende gewidmet hat, das jährlich an verschiedenen Häfen an der Nordküste stattfindet.

Ganz Frankreich ist zudem bekannt für seine köstlichen Pasteten. In der Bretagne gibt es viele lokale Hersteller, die die pâtes perfektioniert haben. Gourmet-Touristen dürfen sich bei einem Besuch über Leberpastete mit Champagner verfeinert oder aber eine Schweinepastete angereichert mit leckeren Pilzen aus den bretonischen Wäldern freuen. Wer nicht so auf Pasteten steht, der wird sich definitiv in die Weichkäsespezialitäten verlieben. Das sogar im wahrsten Sinne des klingenden Wortes. Denn in dem Departement Côtes d’Armor, das leider nichts mit dem schießenden Liebesengel Amor zu tun hat, werden die besten Weichkäsesorten des Landes hergestellt. Wem läuft bei Sorten wie Walnuss-Feige, rote Paprika oder Knoblauch nicht das Wasser im Mund zusammen?

Produkte aus der Bretagne und ganz Frankreich findet ihr aktuell auch bei uns. Wie diese hergestellt werden präsentiert euch dieses Video.

Das Salzkaramellbonbon des Henri Leroux

Bretonische CrepesDoch auch weniger fischfreudige Genießer werden in der Bretagne ihr kulinarisches Glück finden. Das Salzkaramellbonbon des Chocolatiers Henri Leroux wurde in den 80er Jahren zum besten Bonbon Frankreichs gekürt. Auch die gesalzene Karamellbutter darf auf keinem Frühstückstisch fehlen. Nicht nur das Karamell, auch die Schokolade hat längst Einzug in die Bretagne gehalten und hat typische Schokoladensorten entwickelt. Handgemachte Schokoladenbonbons in allen erdenklichen Geschmacksrichtungen lassen einen zwar zunächst an Bertie Botts Bohnen von Harry Potter denken, aber diese Sorten haben es wirklich in sich: mit Salzbutter hergestelltes Karamell umhüllt von zarter Schokolade, fruchtige Mandarinen in einem Mantel aus weißer Schokolade oder die baguette citron.

Und auch bei den Crêpes und Galettes ist für jeden Geschmack etwas dabei: ein aus hellem Teig gebackener und mit süßen Zutaten gefüllter Crêpe oder eine Galette aus dunklem Buchweizenmehl, meist gefüllt mit Schinken, Käse und Ei gehören zu den einfachen aber besonderen Spezialitäten der Bretagne. Das Schöne an diesem Essen: der Gast kann seinen bretonischen Eierkuchen nach Herzenslust belegen, ob Feige, Ziegenkäse oder Marzipan mit Früchten, hier passt einfach alles. Die Galette Saucisse, auch bekannt als bretonischer Hotdog, hingegen ist weniger kreativ, dafür mit Senf oder Ketchup, einem Spiegelei und der Bauernwurst ein absolutes Muss in Rennes. Weitere Fleischgerichte sind das Salzwiesenlamm oder der Eintopf aus Rinderfleisch und Gemüse, Kig ha Fars.

Bretonische Liköre

Auch gegen den Durst hat die apfelreiche Bretagne etwas ganz Besonderes hervorgebracht: Bretonischer Cidre, ein erfrischender Apfelwein, der vor allem in der Cornouaille im Südwesten oder im Rance-Tal produziert wird. Und wer es ein bisschen stärker mag, der probiert einfach einen Kir breton, ein Glas Cidre mit einem Schuss Johannisbeerlikör. Likörfreunde sollten unbedingt auch den Chouchen, ein bretonischer Honiglikör, je nach Jahreszeit kalt oder heiß probieren. Die Bretonen sind übrigens auch stolz auf ihren eigenen Whisky. Eigene Distillerien, zum Beispiel in Finistère, produzieren den ganz besonderen Buchweizenwhisky. Und, wer hätte das gedacht, die Bretagne ist auch berühmt für ihren ganz eigenen Kaffee. Im Departement Finistère in Pont-l’abbé ist seit einem Jahrhundert die kleine aber feine Kaffeerösterei Filet Bleu beheimatet.

Ein Abstecher in der Bretagne lohnt sich auch in den Südwesten, nach Douarnenez und Locronan. Hier ist der Kouign Amann beheimatet, ein Butterkuchen, der natürlich aus bretonischer Meersalzbutter gebacken wird. Man sieht: Dem Erfindergeist der Bretonen scheint keine Grenzen gesetzt zu sein. Die Bretagne ist also nicht nur kulturell, sondern auch und vor allem aufgrund ihrer vielfältigen Speisen und regionalen Getränke eine kulinarische Reise wert.

Wir haben drei leckere bretonische Rezepte für euch zusammengestellt.

Jakobsmuscheln in Ingwer-Marinade mit Püree und einer Mousse aus Roter Beete

Von Dominique Boscher – Restaurant À la Table de Margot

Jakobsmuscheln_Rote_Beete_Claude_Herledan

Zutaten für 4 Personen:

12 Jakobsmuscheln
50 g Ingwer
25 cl Sahne
1 gekochte Rübe rote Beete
Rucola-Salat
Salz
Pfeffer
Balsamico-Essig

Zubereitung:

Zunächst den Ingwer schälen und raspeln.  Legen Sie acht Jakobsmuscheln für mindestens vier Stunden in den geraspelten Ingwer ein. Pürieren Sie Sie rote Beete und geben Sie Salz, Pfeffer und einen Teelöffel Balsamico-Essig für das Püree hinzu. Schlagen Sie anschließend die Sahne und fügen Sie hier zwei Esslöffel des Rote-Bete-Pürees für die Mousse hinzu.

Serviervorschlag:

Geben Sie in jedes Glas einen Esslöffel des Rote-Beete-Pürees. Schneiden Sie eine rohe Jakobsmuschel in kleine Würfel, geben Sie die Würfel über das Püree und würzen Sie alles mit etwas Pfeffer. Geben Sie etwas Rote-Beete-Mousse über alles. Schneiden Sie die marinierten Jakobsmuscheln in feine Streifen. Geben Sie auf jeden Teller das vorbereitete Gläschen, etwas Rucola-Salat und die marinierten Jakobsmuscheln.

Tiramisu mit Palets Bretons und Caramel au Beurre Salé

Tiramisu_breton_recettes-bretonnes

Zutaten für 6 Personen:

Eine Packung Palets Bretons aus der Bretagne
Flüssiges Caramel au Beurre Salé (z.B. im Glas)
Kakaopulver
250 g Mascarpone
60 g Puderzucker
3 Eier
1 Messerspitze Salz

Zubereitung:

Trennen Sie Eiweiß und Eigelb und heben Sie das Eiweiß für später auf.

Mischen Sie nun das Eigelb mit dem Puderzucker, bis eine gleichmäßige Masse entsteht. Heben Sie den Mascarpone unter und vermischen Sie alles gut. Geben Sie reichlichen einen Löffel Caramel au Beurre Salé hinzu.

Schlagen Sie anschließend das Eiweiß steif und geben Sie eine Prise Salz dazu. Heben Sie den Eischnee nun vorsichtig unter die andere Masse unter.

Dekoration:

Legen Sie in jedes Dessertglas ein (zerkrümeltes) Palet Breton auf den Boden. Geben Sie dann einen Klecks Caramel au Beurre salé darauf, dann einen Esslöffel von der Creme, anschließend wieder die Krümel eines Palet Breton, Caramel au Beurre Salé, Mascarpone-Creme usw., bis die Gläser voll sind.

Stellen Sie diese anschließend ca. vier Stunden in den Kühlschrank. Geben Sie zur Dekoration etwas Kakaopulver darüber und lassen Sie es sich schmecken!
Habt ihr Lust auf die Bretagne bekommen? Dann nehmt am Gewinnspiel in Kooperation mit FeWo-direkt und Tourisme BRETAGNE teil.  Ihr könnt einen Gutschein im Wert von 1.500 EUR für einen Urlaub in einem Ferienhaus in der Bretagne für 2016 gewinnen.

Crêpes wie aus der Bretagne

Zutaten für 12 Portionen:

250 g Mehl (es kann auch bretonisches Buchweizenmehl sein, vor allem für herzhafte Galettes)
500 ml Milch
1 Prise Salz
1 EL Vanillezucker
4 Eier
1 EL Cognac
50 g Butter (zum Beispiel gesalzene Karamellbutter)

Zubereitung

Die hauchdünnen Pfannkuchen sind denkbar einfach zuzubereiten. Dafür einfach Mehl, Milch, Salz, Vanillezucker und Eier verrühren. Wer mag, gibt einfach ein bisschen mehr Zucker hinzu, damit die Crêpe süßer schmeckt. Danach den Cognac hinzugeben und die geschmolzene Butter unterrühren. Der Teig kann nun in eine Pfanne gegeben werden – aber nur so viel, dass der Pfannenboden so gerade eben bedeckt ist. Damit wird die Crêpe auch schön dünn. Drei Minuten lang auf jeder Seite braten.

Dekoration

Der eigentliche Spaß beginnt beim Belegen der Crêpes. Für herzhafte Crêpes einfach leckeren Weichkäse aus der Bretagne drauf schmieren und mit Walnüssen und frischen Feigen belegen. Ein Schuss Balsamico-Creme oben drauf passt wunderbar. Für süße Crêpes eignet sich eine Karamellbutter und Schokoladenplättchen, drapiert mit Zimt und Zucker.

Eure Jana

Kommentar(e) verbergen

Kommentar(e) anzeigen

Schreibe einen Kommentar