Fasching, Fastnacht, Karneval: Was ist der Unterschied?

Fasching, Fastnacht, Karneval: Was ist der Unterschied?

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Als echte Kölsche Mädchen können wir es kaum noch abwarten bis die lang ersehnte fünfte Jahreszeit endlich beginnt und es wieder heißt: Kölle Alaaf! Wir lieben das bunte Treiben auf den Straßen mit den vielen verrückten Jecken, die aus der ganzen Welt anreisen, um einmal dieses Spektakel live miterleben zu dürfen. Außerdem macht es einfach riesigen Spaß sich zu verkleiden, bunte Perücken oder Masken anzuziehen und sich lustig zu schminken.

Karneval gibt es aber natürlich nicht nur in Köln. Auch in Düsseldorf, Mainz und dem Schwabenland wird ordentlich gefeiert. Aber wie unterscheiden sich die Regionen eigentlich? Sind Fasching und Karneval eigentlich dasselbe und habt ihr schon mal etwas von Schwerdonnerstag gehört? Wir haben uns die einzelnen Regionen mal vorgenommen und erklären Euch die wichtigsten Punkte, die ihr wissen müsst, um überall unbeschwert die fünfte Jahreszeit feiern zu können.

Was alle Karnevals-Metropolen gemein haben, ist, dass das Event gleich über mehrere Tage festlich zelebriert wird. Allerdings werden unterschiedliche Begriffe für das Spektakel genutzt: Fastnacht, Fasching oder Karneval. Auch der Donnerstag vor Aschermittwoch wird je nach Region anders genannt – hier gibt es vom wohl bekanntesten Begriff Weiberfastnacht bis hin zum Schwerdonnerstag und Schmotzige Dunnschtig etliche Alternative, die den üblichen Dialekten angepasst sind, aber alle dasselbe bedeuten.

Im Rheinland gibt es drei Hochburgen für den Karneval: Köln, Düsseldorf und Mainz. Lautstarkes feiern vereint die Städte auf jeden Fall. Und es gibt tatsächlich noch mehr Gemeinsamkeiten. Am 11.11. um 11.11 Uhr wird überall die Karnevalssession offiziell eröffnet. An diesem Tag wird die Vorfreude schon mal so richtig angeheizt, bevor es dann zu Beginn des nächsten Jahres mit dem Start der Karnevalssitzungen losgeht. An Weiberfastnacht, wie der erste Tag der Karnevalssession im Rheinland genannt wird, wird dann der Straßenkarneval eröffnet. In der Bahn, beim Einkaufen und auch im Büro stößt man während dieser Zeit gehäuft auf kostümierte Gestalten jeden Alters.Die ganze Stadt ist dann mit fröhlichen Jecken gefüllt, die Tag und Nacht die Straßen und Kneipen unsicher machen. Und wundert euch nicht, wenn ihr ein Bützje, also einen Kuss, von einem Wildfremden bekommt – das gehört in Köln dazu und ist das wohl beliebteste Karnevals-Ritual.

Den Rosenmontagszug findet ihr ebenfalls in allen Karnevals-Hochburgen. In Mainz ist er der Höhepunkt des Karnevals. Charakteristisch für die Määnzer Fassenacht ist vor allem der Hang zur Verspottung der Politik. Hier wird endlich das ausgesprochen, was man sich den Rest des Jahres nur denkt. Auch die Motivwagen lassen sich von dieser Thematik inspirieren und sorgen dank kreativer Umsetzung jedes Jahr für reichlich gute Laune während des Umzuges.

Eine etwas andere, aber sehr traditionsreiche Fastnacht gibt es hingegen im Südwesten Deutschlands. Die schwäbisch-alemannische Fastnacht hat bis auf das Verkleiden nichts mit dem modernen rheinischen Karneval am Hut. Der so genannte Fasent oder Fasnet (Synonym für Karneval) beginnt hier erst am 06. Januar statt am 11. November. Der Straßenkarneval unterscheidet sich im Datum allerdings nicht vom Rest Deutschlands. Dabei sind aber die Kostüme, Häs genannt, wirklich außergewöhnlich. Anders als im Rheinland geht es nicht darum jedes Jahr etwas Neues zu präsentieren – im Gegenteil! Die Masken, die hier getragen werden, sind zumeist aus Holz gefertigt und werden über Generationen hinweg vererbt. Dazu wird eine traditionelle Tracht kombiniert, so dass man bei den Umzügen vor lauter schöner Kostüme gar nicht aus dem Staunen heraus kommt. Bei diesen traditionsreichen Verkleidungen schaffen es die Hexen, Teufel, Geißenmeckerer und Narros sogar noch einem einen richtigen Schrecken zu versetzen. Aber keine Sorge, auch im Schwabenland dient der Karneval dazu neue Freundschaften zu schließen und mit Fremden zu feiern, denn das allgemeine Fasnet-Motto lautet: Jedem zur Freud und niemandem zum Leid!

Irgendwann ist aber auch die schönste Jahreszeit wieder vorbei. In Köln wird das Ende des Karnevals in der Nacht zum Aschermittwoch mit der Nubbelverbrennung eingeläutet. Der Nubbel ist eine Strohpuppe, die symbolisch für alle begangenen Sünden steht. Das Verbrennen des strohigen Sündenbocks befreit von allen Ausschweifungen, die während der vergangenen Karnevalstage begangen wurden. In Düsseldorf wird am Aschermittwoch der Hoppeditz, der für den jecken Karnevalisten steht, eingeäschert. Dann beginnt die Fastenzeit, die dem ein oder anderen nach den Karnevalstagen gar nicht so unrecht kommt. Ab dann gilt es das Fasten ganze sechs Wochen (bis Ostern) durchzuhalten.

Wir wünschen euch eine kunterbunte fünfte Jahreszeit und schicken ein fröhliches „Kölle Alaaf“ aus dem Rheinland!

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