Der Mutter-Tochter-Tag

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Das ist mal wieder ganz typisch gelaufen. Nachdem ich ja kürzlich Muttertags-Karten gebastelt hatte und damit schon mitten im Thema war, wollte ich meiner Mutter zum Muttertag etwas ganz Besonderes schenken und habe einen Mutter-Tochter-Tag bei GALERIA Kaufhof geplant: Begrüßung mit Sekt, Hautanalyse, Schminken, Maniküre, Typberatung und Personal-Shopping. Das volle Programm! Dazwischen schön im Restaurant essen gehen und danach in die Bonner Nordstadt, um dort die berühmte Kirschblüten-Allee anzuschauen, die gerade in voller Pracht steht.

Ja, und dann war ich innerhalb einer Stunde so blau, dass wir den ganzen Tagesplan ändern mussten. Es hätte durchaus an dem Viertelliter Sekt liegen können, den ich schneller intus hatte, als ich „bitte noch ein Gläschen“ sagen konnte. Und irgendwie hat es das auch, denn ohne das Prickelwasser hätte ich mich bestimmt nicht getraut, bei der Aktion Kunstwerkschminken der Kölner Akademie „Die Maske“ mitzumachen. Übrigens ein Teil des „Beauty-Queen-Tags“ im Bonner Kaufhof, in den wir unbeabsichtigt hineingeraten waren.

So saß ich plötzlich in einem dieser höhergelegenen schwarzen Campingstühle, die man aus dem Fernsehen kennt, wenn mal wieder hoffnungsvolle Topmodel-Anwärterinnen geschminkt werden. Vor mir ein Spiegel mit glamourösen runden Garderoben-Birnen, die ich gerne auch zu Hause hätte und links und rechts Lara und Laura mit meinen Lieblingsfarben auf den Pinseln: Aqua, Türkis und Glitter. Während meine Mutter amüsiert meiner Verwandlung beiwohnte und ganz offensichtlich dankbar war, nicht selbst auf dem Stuhl zu sitzen, wurde ich nach und nach zum Avatar. Und was soll ich sagen: Ich fand‘s cool!

Kinn runter!

Nachdem ich ja dafür bekannt bin, Türkistöne in allen Varianten am Leib zu tragen, entpuppte sich ein Gesicht in den gleichen Farbnuancen nun als Höchstes der Gefühle. Ich gestehe, ich habe bereits darüber nachgedacht, künftig immer so rumzulaufen, sollte das mit meiner Hautalterung… Aber dazu später. Es folgte eine Powerwelle vom Bonner Friseur Giorgio, auf die Tina-Turner stolz gewesen wäre, und ein Fotoshooting mit einer echt netten und hilfreichen Fotografin („Kinn runter, Schulter nach vorne, Blick genau da hin…“) von Studioface Photography.

Ja, ich hatte Spaß. Und ja, ich bin in dem Aufzug auch auf die Toilette gegangen und kam mir dabei mindestens vor, wie eine Darstellerin aus Starlight Express. Die fassungslosen Blicke dreier älterer Damen vor mir in der Schlange, hätten mich fast zu einem Tänzchen und einer spontanen Gesangseinlage animiert. Aber dann erinnerte ich mich an die drei Sektgläser der vergangenen Stunde und es dämmerte mir, dass ich die Aktion nüchtern eventuell etwas anders einschätzen würde. Oder zumindest der Sicherheitsdienst. Stattdessen ging ich also mit meiner kopfschüttelnden Mutter („Willst du dich nicht vorher abschminken?“) ins Restaurant.

hand_cliniqueNach Lachs an Rosmarinkartoffeln stand eine Hautanalyse auf dem Tagesplan. Die nette Dame von Clinique klebte ein Stück Tesa auf meinen Handrücken und dann auf einen Spiegel. Prompt kam ich mir vor, wie diese schuppig-blaue Dame aus dem Film „X-Men“, wie hieß sie noch gleich? Mystique! „Keine Sorge, Sie mutieren nicht, das deutet bloß auf trockene Haut hin“, tröstete mich die Kosmetikerin und schritt gleich zu meiner Rettung. Zwei Minuten und fünf Tiegel Cremes später hielt das Tesa bei einem Vergleichstest noch nicht einmal mehr am Spiegel. Puh!

Vorsicht Glitter!

gesichtsmassage_500Währenddessen hatte es meine Mutter bereits zu Sisley verschlagen, wo sie sichtlich entspannt eine hautauffrischende Gesichts-Massage genoss. Nach einem anerkennenden Blick in den Spiegel hätte sie gerne die ganze Produktpalette erstanden, entschied sich aber nach Kenntnisnahme des Preisgefüges dafür, lieber einen Geburtstags-Wunschzettel anzulegen. Ich nahm – unterdessen notdürftig abgeschminkt – ihren Platz ein und lernte in der nächsten halben Stunde viele Dinge über Kosmetik, die ich Euch nicht vorenthalten will.

Aus aktuellem Anlass: Glitter erzeugt Miniverletzungen auf der Haut, ebenso wie Seesandpeeling. Also besser zum Enzym-Peeling mit Ananas greifen. Zweitens: Es reicht nicht, die Haut morgens mit warmem Wasser zu waschen, weil man so die Giftstoffe nicht wegbekommt, die sie nachts ausscheidet. Drittens: Augencreme sollte man nur vorsichtig auftragen, um das zarte Bindegewebe nicht zu stressen, das unter den Augen besonders locker sitzt. Und der beste Satz, den ich jetzt einfach mal so glaube: „Ich weiß gar nicht, was Sie wollen, Ihre Haut sieht doch noch richtig jung aus.“ Yes!!! Merke: Eine Gesichtsbehandlung kann durchaus therapeutische Effekte haben!

Eigentlich fühlte ich mich danach so frisch, sauber und verjüngt, dass ich das Schminken gerne ausgelassen hätte. Da war meine Mutter aber bereits mit fliegenden Fahnen zum Nachbar-Counter gewechselt, um sich in die Hände einer Shiseido-Mitarbeiterin zu begeben. Ich hatte indes die Wahl zwischen Kosmetikprominenz wie Chanel oder Dior und entschied mich schließlich für Bobbi Brown, weil ich die Marke noch nicht kannte. Vielleicht war es auch Intuition, denn Frau Browns Philosophie lautet: „Schön sein, bedeutet nicht perfekt auszusehen.“ (Den Satz klebe ich mir an den Badezimmerspiegel).

Donauwelle und Zitronenrolle

Zufrieden mit meinem Augenmakeup in lila-braun („Genau ihre Farbe!“, wie eine Passantin mir zujubelte) nahm ich meine Mutter in Empfang, die schwungvoll mit einem Täschchen voller Proben und einem neu erstandenen Lidschatten um die Ecke kam. Nach einem Blick auf die Uhr beschlossen wir, unsere Schönheit mit Kaffee und Kuchen zu feiern und uns Maniküre, Typberatung und Personalshopping für einen weiteren Mutter-Tochter-Tag aufzuheben, von denen man wirklich nicht genug haben kann. Bei Donauwelle und Zitronenrolle fragte ich sie nach ihrem Highlight des Tages.
„Ach, eigentlich das gesamte Paket. Das Beste aber ist, das wir beide mal wieder was zusammen erlebt haben.“

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2 Kommentare

  1. Der letzte Satz hätte genau so von mir sein können.
    Das schönste ist doch, dass amn sich füreinander Zeit nimmt.
    Und Zeit ist heutzutage ein „Luxusgut“. Wer möchte nicht etwas Luxus?

  2. Gab es die tollen roten Haare auch gratis dazu? Wow!

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