Wer schön sein will, muss leiden?

Wer schön sein will, muss leiden?

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Sie sind schön. Sie sind mitunter kostbar. Sie verzieren uns, sie drücken etwas aus, sie können Erinnerungen bergen und uns strahlen lassen. Aber bis dahin ist es ein schmerzhafter Weg!

Stecker Swatch
Swatch Bijoux weiß: bunt is beautiful

Ich kann mich nicht mehr an das Stechen meiner ersten Ohrlöcher erinnern. Vielleicht habe ich es verdrängt. Sehr wahrscheinlich sogar. Aber ich erinnere mich sehr wohl daran, dass ich mit ungefähr 10 Jahren mit meiner Mutter zum örtlichen Juwelier gegangen bin, um mir nochmals Ohrlöcher stechen zu lassen, da mir die ersten aufgrund des Nichttragens von Ohrringen zugewachsen waren. Ich weiß noch, wie der Raum aussah, sich die Polsterung des Stuhls anfühlte. Und ich weiß, dass ich Angst hatte. Irgendwie ahnte ich, was da auf mich zukommt.

Spätestens, nachdem ich die Pistole fürs Ohrlochstechen gesehen hatte. Dieses Folterinstrument look-alike! In diesen Schraubstock soll mein zartes Ohrläppchen eingeklemmt werden? Niemals! Aber meine Freundinnen tragen doch so hübsche Ohrstecker… dann also doch. Augen zu und durch.
Die Krönung ist ja eigentlich, dass mir die zustechende Dame auch noch weismachen will, es wäre gar nicht so schlimm!

Ein Lob allerdings gebührt meiner Mutter. Sie wäre jederzeit mit mir wieder aus dem Juweliergeschäft gegangen, vertritt sie doch, im Gegensatz zu manch anderen Müttern, nicht die Ansicht, Mädchen müssten unbedingt Ohrringe tragen, am besten schon im Alter von zwei Jahren. Wenn ich nicht gewollt hätte, sie hätte sich schützend vor mich geworfen!

Hänger Swatch
Ein blaues Wunder für die Ohren von Swatch Bijoux

Was soll ich noch länger drum herum reden: Ich habe geweint. Es tat höllisch weh, meine Ohren wurden so heiß, dass ich dachte, sie würden in Flammen stehen. Und dann bekomme ich auch noch so hässliche medizinische Ohrstecker. Die ich übrigens nach einigen Wochen nur unter Schmerzen auch wieder heraus bekomme, weil sie so dick sind. Letztendlich bin ich ein paar Jahre später noch einmal hingegangen, um mir in ein Ohrläppchen noch ein zweites Loch stechen zu lassen. Mit nicht weniger Schmerzen als beim ersten Mal. Eher mehr. Und wieder musste ich einen hässlichen medizinischen Ohrring tragen.

Moncara Diamantstecker
Diamantstecker von Moncara – Wer will da schon medizinische Ohrringe tragen?

 

Manch einer lernt eben nie dazu. Heute bin ich froh über meine Ohrlöcher, allzu oft trage ich allerdings keinen Ohrschmuck, jedoch immer mal wieder. Aber ich würde mir definitiv kein weiteres Loch stechen lassen. Jetzt kenne ich meine Schmerzgrenze.

 

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7 Kommentare

  1. Immer wenn ich solche Geschichten lese, muss ich an meine ersten Löcher denken. Das war vor langer Zeit, als es noch keine Ohrlochpistolen gab. Das muss ich euch mal erzählen.
    Meine Mutter hat mir etwa 1 Monat vor meinem 6. Geburtstag erzählt, wie sie ihre Ohrlöcher bekommen hat.
    Sie hat zu ihrem 6. Geburtstag ihre ersten Ohrringe geschenkt bekommen. Es waren große goldene Creolen. Sie fragte meine Oma, wie sie die Teile tragen sollte, da sie bis dahin noch keine Löcher hatte. „Die machen wir dir jetzt“, sagte meine Oma. Zuerst hat sie mit dem Finger dick Spucke auf beide Ohrläppchen meiner Mutter gemacht. Dann hat sie eine dicke Stopfnadel über einer Kerze heiß gemacht, den Ruß abgewischt und dann die heiße Nadel durch das erste Ohrläppchen gestochen. Das muss sehr weh getan haben und meiner Mutter hat sehr geweint. Auf die gleiche Art wurde das zweite Ohrläppchen „behandelt“. Dann wurden die Ohrringe in die frisch gestochen Löcher gesteckt, was ziemlich schwierig war, denn die Creolen hatten einen gebogenen Bügel. Zum Schluss kam noch einmal etwas Spucke drauf. „Das wurde damals immer so gemacht“ und „Schönheit muss leiden“, hat meine Oma gesagt. Die Löcher meiner Mutter haben sich damals ziemlich entzündet und es waren noch einige Spuckebehandlungen nötig, bis verheilt war.
    Zu meinem 6. Geburtstag hatte ich plötzlich auch ein paar goldene Creolen bei meinen Geschenken liegen. Nach den Erzählungen meiner Mutter rutschte mir das Herz in die Hose. Ich begann zu weinen und ich habe mich mit Händen und Füßen gewehrt, als meine Oma die Nadel und die Kerze bereitstellte.
    Ich konnte mich etwa 2 Jahre erfolgreich gegen meine Ohrlöcher wehren, bis meine Schwester 6 Jahre alt wurde. Meine Oma meinte, dass es jetzt auch bei mir wirklich an der Zeit wäre. Meine Oma meinte, dass fast alle anderen Mädchen in der Familie und in der Nachbarschaft inzwischen Ohrlöcher hätten. Ich fragte sie, warum mit der heißen Nadel und wofür dir Spucke. Sie sagte, dass ist, damit sich die neuen Löcher nicht entzünden und damit es nicht so weh tut. Obwohl ich das alles nicht so recht glauben konnte, habe ich mich meinem Schicksal ergeben. Meine Oma machte es, wie bei meiner Mutter auch. Nachdem ich die Spucke auf den Ohrläppchen hatte hat meine Oma die Nadel heiß gemacht und durch mein erstes Ohrläppchen gestochen. Ich hörte ein Zischen, aber bevor ich mir Gedanken machen konnte, ob das Zischen von der Spucke oder von meinem Ohrläppchen kommt, fühlte ich einen höllischen Schmerz. Das gleiche Spiel auf der anderen Seite. Spucke, Nadel, Kerze, Zisch und Aua. Ich versuchte, nicht loszuheulen, aber die eine oder andere Träne ist dann doch geflossen, besonders, bis die neuen Ohrringe drin waren. Danach kam meine Schwester dran. Sie heulte schon vorher los, weil sie gesehen hatte, wie ich meine Löcher bekommen habe. In den nächsten Tagen hat meine Oma immer wieder Spucke auf unsere neuen Löcher gemach und zum Glück ging es bei mir ohne größere Entzündungen. Im Gegensatz zu meiner Schwester. Aber das ist eine andere Story, die ich euch später mal erzählen kann.
    Meine Oma hat bis zu ihrem Tod ihre Ohrläppchen mit Spucke „behandelt“, wenn sie entzündet waren und auch meine Mutter und mich erwische ich noch heute dabei, dass wir uns mit dem Finger etwas Spucke auf ihre Löcher machen, bevor wir uns neue Ohrringe reinstecken.
    Vor einigen Jahren hatten sich meine Löcher dann doch so heftig entzündet, dass ich die Ohrringe raus genommen habe. Als die Entzündungen weg waren, waren meine Löcher völlig zu gewachsen. Ich habe danach viele Jahre keine Ohrringe mehr getragen. Irgendwann bin ich dann aus einer Laune heraus auf die Idee gekommen, mir meine Löcher selber neu zu stechen. Ich wollte einfach wieder Ohrringe tragen. Ich habe es dann so gemacht, wie ich es von damals kannte. Spucke, heiße Nadel und durch. Es war komisch. Es hat zwar immer noch weh getan, aber irgendwie war es doch ein aufregendes Gefühl. Besonders weil ich mir die Nadel komplett durch das Ohrläppchen gezogen habe, mit dem großen Nadelöhr. Ich war vom Ergebnis so begeistert, dass ich mir am gleichen Tag noch zwei weitere Löcher gestochen habe. Eine Woche später kamen Nummer 3 und 4 auf jeder Seite dazu – WOW.
    Liebe Grüße und viele neue Löcher. Schönheit muss leiden. Eure Bea.

  2. Sonja

    Liebe Bea,
    was für eine Geschichte! Vielen Dank für deinen langen Beitrag.
    Mir ist während des Lesens ganz anders geworden, unglaublich. Aber gleichzeitig auch eine unvergessliche Erinnerung an deine Oma! Ich persönlich habe, im Gegensatz zu Ina und dir, ganz charmante Erfahrungen mit meinen ersten Ohrlöchern gemacht: Auch ich habe meine ersten Ohrringe von meiner Oma bekommen (und darauf sollten noch einige folgen), durfte dann aber zum Juwelier und mir dort die Löcher stechen lassen. Es hat sich zum Glück auch nichts entzündet und schmerzhaft war es auch nicht. Aber so hat jeder seine Erinnerungen… ich trage seit vielen Jahren Ohrringe, es folgten noch weitere Ohrlöcher und meine Liebe zu Ohrringen hat sich zu einer Sammelleidenschaft entwickelt.
    Laß es dir gut gehen!
    Liebe Grüße!
    Sonja

  3. Hallo Sonja.

    Schön, dass dir meine Geschichte gefallen hat. Vie viele Ohrlöcher hast du und sind auch selbstgestochene dabei. Gibt es bei dir auch noch Ohrlochstories aus der „guten alten Zeit“ als es noch keine Pistolen gab?
    Liebe Grüsse, Bea.

    1. Sonja

      Hallo Bea,
      nein leider habe ich keine spannenden Geschichten auf Lager – mit deiner könnte ich eh nicht mithalten 🙂
      Ich persönlich habe in jedem Ohr zwei Ohrlöcher; keins davon selbstgestochen.

      Liebe Grüße!

  4. Gefaellt mir gut der Blog. Gute Themenwahl.

  5. take my one. is so good as your one.

  6. ich habe welche als baby bekommen und will noch welche. meine mutter hat gesagt dass tut so weh wie impfen aber die geschiten hier…echt ich hab angst. aber augen zu und durch. aber ich werde sicher weinen. :O

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