Schmuckallergie – Eine brennende Angelegenheit

Schmuckallergie – Eine brennende Angelegenheit

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Eheringe
Viereinhalb Jahre bin ich nun schon verheiratet. Ich erinnere mich, als wäre es gestern gewesen. Der Novemberwind, der mir die Brautfrisur zerzauste. Goldgelbe Blätter, statt Rosenblüten auf der Standesamt-Treppe. Das Kleid bodenlang, aquablau – und zwei Konfektionsgrößen kleiner, als ich sie heute brauche. Ich erinnere mich auch deshalb, weil es das letzte Mal war, dass ich unbehelligt Ohrringe tragen konnte. Echte alte Perlen aus dem Orient, von der Schwiegermutter geerbt, auf goldenen Steckern. Es sah toll aus! Das Problem: Die Stecker haben ein Gewinde und das Gegenstück wird aufgeschraubt, damit man sie nicht verliert. Gott sei Dank habe ich sie auch nicht verloren. Dafür allerdings meine Fähigkeit, Ohrringe zu tragen. Jetzt nicht so intellektuell, eher physisch. Ich vertrage sie nämlich nicht mehr. Keinen Deut. Nicht ein bisschen. Ende Gelände. Seit fünfeinhalb Jahren glücklich verheiratet, aber ohne Ohrringe.

Vielleicht lag es am Gewinde, das sich nicht mit den Ohrlöchern vertragen hat, jedenfalls habe ich seitdem bei jedem Versuch, das gleiche Ergebnis erzielt: juckende, schmerzende und rote Ohrläppchen und einen frustrierten Gesichtsausdruck. Das alles wäre ja nicht so schlimm – Ohrringe sind mit PerlenohrringeKleinkindern ohnehin nur bedingt kompatibel – wenn ich nicht parallel noch eine weitere Unverträglichkeit entwickelt hätte. Nämlich gegen meinen Ehering! Der ist aus Palladium, das zu den Platinmetallen gehört und sogar in medizinischen Instrumenten oder beim Zahnersatz eingesetzt wird. Und obwohl ich vorher und bis heute nie Probleme mit nickelhaltigem Modeschmuck gehabt habe, wurde die Haut unter dem Ring rot und juckte. Ich wechselte vom linken zum rechten Ringfinger. Gleicher Effekt.

Beziehungskrise?
Eine entnervt angestoßene Internetrecherche bereicherte mich um die Forumsempfehlung, nicht den Finger zu wechseln, sondern gleich den Ehemann. Eine Allergie auf den Ehering sei ganz sicher Ausdruck einer unbewussten Beziehungskrise. Ich solle mal genau in mich hineinhören. Das tat ich und stellte umgehend fest: Ich hatte Hunger! Auf Schokolade! Wo ich es gerade schreibe… Moment – bin gleich wieder da. Auf diese Weise kann man das Ringproblem natürlich auch lösen. So viel Schokolade essen, dass der einfach nicht mehr passt.
Und was meinen Mann angeht. Unverträglichkeiten gibt es da auch hin und wieder. Zum Beispiel, wenn er ständig sagt, ich solle Sport machen und nicht so viel Süßes essen. Aber insgesamt kann ich überhaupt gar nicht klagen. Das musste ich nur noch meinem Ring klarmachen, der immer wieder Zipperlein auslöste, welchen Finger ich auch probierte.

Schmucksammlung

Oft nahm ich mir vor, mal bei dem Juwelier anzurufen, der uns die Ringe angefertigt hat. Genauso oft wollte ich beim Hautarzt vorstellig werden. Beides ging im Alltagsstress unter und kam mir immer sonntags in den Sinn oder wenn wir gerade im Urlaub waren.
Also biss ich irgendwann in den gesünderen sauren Apfel, legte den Ring ab und steckte mir wieder den Verlobungsring an. Der ist aus Titan mit einem kleinen türkisenen Stein und garantiert unverdächtig was Allergien und ähnliches angeht. Denn Titan ist – anders als zum Beispiel Goldschmuck und sogar Chirurgenstahl – garantiert nickelfrei und damit antiallergen. Experten beschreiben es als eines der fünf körperverträglichsten Elemente, die auf der Erde vorkommen. Und in der Tat waren meine Probleme von einem auf den anderen Tag verschwunden.

Heilsame Kräfte
Hätte ich nicht meinen Ehering so sehr vermisst… der mit dem Namen meines Mannes drin und dem Unendlich-Symbol. Ein ganzes Jahr hielt ich durch. Dann ging ich zum Schmuckkästchen, nahm meinen Ehering und steckte ihn an. Und siehe da: Alles ist gut. Keine allergischen Reaktionen mehr in Sicht. Jetzt denke ich mir: Titan hat offensichtlich heilsame Kräfte. Das müsste dann ja auch bei meinen Ohren funktionieren. Vielleicht wünsche ich mir ja Stecker zum Geburtstag.

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