Tag des Kaffees – 60 Bohnen für Beethoven

Tag des Kaffees – 60 Bohnen für Beethoven

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| Jana W. Tags: |
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Am 5. September feiert Deutschland den Tag des Kaffees. Dass dem braunen Heißgetränk ein eigener Feiertag gewidmet wird, hat seinen Sinn: Wir Deutschen lieben Kaffee. Mehr als 160 Liter pro Kopf füllen jährlich die Tasse am Frühstückstisch. Aber was hat Beethoven damit zu tun?

©iStock - Tag des KaffeesBeethoven war nicht nur ein begnadeter Komponist der Wiener Klassik. Der Bonner war auch ein leidenschaftlicher Kaffeekonsument. Seine tägliche Tasse zelebrierte er auf außergewöhnliche Weise: 60 abgezählte Bohnen, nicht mehr oder weniger, wurden jeden Morgen aufs Neue für den Pianisten gemahlen. Diese koffeinhaltige Passion wäre bestimmt schon für den Musiker Grund genug gewesen, den Tag des Kaffees zu gründen.

Das dachte sich auch der Deutsche Kaffeeverband. Allerdings wurde erst knappe 180 Jahre nach Beethovens Ableben offiziell der Tag des Kaffees im Jahr 2006 ins Leben gerufen. An diesem Ehrentag soll mit kuriosen und wissenschaftlichen Fakten über das braune Gebräu und seine kulturellen Unterschiede informiert werden.

Kleiner Kaffee-Knigge

Die Deutschen lieben Kaffee. Doch eher selten hört man von der Eigenart, auf 60 Bohnen für die eigene Tasse zu insistieren. Das wäre dem Deutschen dann doch zu erbsen-, pardon, bohnenzählerisch. Und auch die per Hand betriebene Kaffeemühle aus Großmutters Zeiten musste ihren Platz räumen. Laut Statistischem Bundesamt sind 84,6 Prozent aller deutschen Haushalte mit einer elektrischen Kaffeemaschine ausgerüstet – ein klares Indiz dafür, dass der Tag des Kaffees gefeiert werden muss. Aber wie sieht das eigentlich international aus?

Espresso Prestigio ganze BohnenJe nach Kultur ändern sich die Zubereitungsart und das Trinkritual. Bei unseren französischen Nachbarn ist die Stempelkanne die Kochmethode schlechthin. Der Café au lait oder der Café noir sind wohl die bekanntesten Spezialitäten. Aber auch ein Café au Kirsch mit Rum oder ein Canard mit feinstem Champagner erfreuen die Kaffeegemüter. Die kleine Espressokanne für den Herd stammt aus Italien. Aber Vorsicht: Ein Espresso in Italien heißt ganz einfach Caffè.

Ein wenig speziell ist die türkische Kaffeeart, die älteste Methode, einen Kaffee zu kochen: Der türkische Mokka zeichnet sich dadurch aus, dass der Kaffeesatz in der Tasse mitserviert wird, was beizeiten zu einem bitteren letzten Schluck und zu manchen Kaffeesatzlesereien führt. Auch in Äthiopien wird der türkische Mokka genossen. Traditionell wird er mit Gewürzen wie beispielsweise Kardamom angereichert. Weniger Gewürze, dafür aber mehr Alkohol mischen die Iren ihrem Kaffee unter. Daher ist die grüne Insel auch für den Irish Coffee bekannt, ein Kaffee mit einem Schuss Whiskey und Sahnehäubchen. Bei den Brasilianern ist das Sahnehäubchen kein Milchprodukt, sondern eine Prise Zimt. Der sogenannte Café de olla, bei dem penibel auf die Qualität des Wassers geachtet wird, wird kalt getrunken. Und obwohl Ecuador zu den Exportländern von Kaffee gehört, wird dort meistens nur Instant-Coffee mit heißer Milch getrunken. Man sieht: Nicht nur Beethoven hat seine Eigenheiten beim Kaffeetrinken entwickelt.

Auf die Bohne kommt es an

Caffè Crema Gustoso ganze BohnenSo wie es unterschiedliche Trinkrituale und Zubereitungsarten gibt, sind auch verschiedene Kaffeesorten, weltweit circa 40, bekannt. Zu der wichtigsten Sorte gehört Arabica, die vor allem in Süd- und Mittelamerika oder Kenia angebaut wird und neun Monate am Stück in bergiger Luft bis zu 1800 Metern reift. Die Arabica-Bohne zeichnet sich durch einen starken Duft und einen geschwungenen Einschnitt aus. Außerdem ist der Bergkaffee weniger bitter mit einer feinen und fruchtigen Geschmacksnote im Vergleich zum Robusta-Kaffee aus dem Tiefland von Indonesien, Brasilien oder Uganda, der nur fünf Monate reifen muss. Dieser ist, wie der Name schon sagt, extrem resistent, schmeckt aber oft holzig und bitter. Vor allem in Süditalien schätzt man diese Bohne mit gradem Einschnitt nicht nur wegen ihres hohen Koffeingehalts. Denn durch den geringeren Ölanteil hält die berühmte Crema auf dem Espresso deutlich länger.

Liberica zählt zu der weniger bekannten Sorte. Diese Bohne liebt wie die Robusta-Bohne das Flachland und wird vor allem im westlichen Afrika oder in Südostasien kultiviert. Diese Bohne zeichnet sich durch einen hohen Koffeingehalt aus. Da sie aber weniger Saft und Zucker enthält und eine Reifezeit von bis zu 14 Monaten benötigt, gilt sie als weniger rentabel. Aber ob rentabel oder nicht: Der Tag des Kaffees ist ein Grund, sich einmal auf die Herkunft der braunen Bohne zu besinnen und zu reflektieren, wie vielfältig das Feld des Kaffees ist. Doch ob Beethovens 60 Bohnen, ein zimtiger Café de olla oder ein Schuss Whiskey im Kaffee – Hauptsache, es schmeckt, oder?

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