Wein-Drinks: Nicht immer reinen Wein einschenken!

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Wein bleib rein: Die alte Regel lässt ahnen, dass zwischen Wein und Cocktails ein spannendes Verhältnis herrscht. Doch sie wurde auch zur Zeit ihrer ersten Erwähnung nie so rigoros eingehalten, wie manche Puristen meinen. Berühmte Wein-Drinks stammen aus der Pionierzeit der Cocktail-Literatur im 19. Jahrhundert. Und hippe Trendrezepte überraschen mit tiefem Charakter. Erfahrt hier, was sich mit Wein am besten mischen lässt!

 

An einem guten Wein gibt es nichts zu verbessern. Aber das ist noch lange kein Grund, auf Experimente zu verzichten! Weindrinks sind kein Sakrileg. Mit dem passenden Rezept lässt sich ein schöner Wein auch zu Gelegenheiten genießen, bei denen Sie sonst gar nicht auf den Gedanken gekommen wären. Und mit Fingerspitzengefühl gelingen Kompositionen, in denen sich seine komplexen Geschmacksnoten in unerwartete Richtungen entfalten.

Entdeckt vergessene Klassiker, denen Cocktail-Kenner und Weinfreunde einen prominenten Platz in der Barliteratur wünschen. Erfahrt mehr über den Ursprung hipper Kultgetränke, die überraschend viel Charakter zeigen! Und informiert euch im großen Wein-Guide umfassend über die außergewöhnliche Cocktail-Zutat!

Wasser und Soda sind nicht nur zum verdünnen da

 

Wein-Drinks

Mit etwas Toleranz in der Definition ist die Weinschorle wahrscheinlich der simpelste Weindrink überhaupt. In Süddeutschland kommt der spritzige Weiße als sommerliche Erfrischung so auch gleich nach dem Mittagessen auf den Tisch. Aber auch schwerer, mediterraner Rotwein wird in vielen alten Weinkulturen gern mit etwas Wasser getrunken.

Nun lässt sich damit aber noch viel mehr bewirken. Der erste Weindrink mit einer Portion Soda ist ein richtiger Popstar. Der freche Tiroler Hugo ist seit einigen Jahren in aller Munde. Neben der Soda kommen im Original Zitronenmelissesirup und etwas Eis auf ein Glas guten Weißwein. Nur wenn es ein Spumante ist, wird die Soda auch mal weggelassen.

Inzwischen hat der leichter verfügbare Holunder die Zitronenmelisse ausgebootet. Und manche unsäglichen Hugo-Premixe aus dem Discounter hinterlassen einen faden Beigeschmack. Der Kenner lacht nur und greift souverän zum Barbesteck. Garniert mit Limettenscheibe und Minzblättern ist der Weindrink aus der Feder von Roland Gruber ein willkommener Sommergast und ein äußerst erfrischender Charakter.

Ebenso frisch aber noch weniger kompliziert ist ein anderer klassischer Weißweindrink: Die kalte Ente. Sie ist im Grunde wenig mehr als eine aufgepimpte Weißweinschorle. Und wenn der Wein stimmt, was braucht man dann auch mehr? Klassisch braucht es für die kalte Ente einen guten, trockenen Riesling. Wenn der im Keller Mangelware ist, passt das simple Rezept auch zu einem eleganten Silvaner oder einem interessanteren Müller Thurgau. Hauptsache, die Zitrusnote ist da. Auf 2 Teile Weißwein kommt ein Teil Mineralwasser und der Saft einer Zitrone. Lassen Sie den Mix eine Stunde im Kühlschrank durchziehen. Das Ergebnis ist ein herrlich erfrischender Sommerdrink, dessen Zutaten sich am besten in Flaschen messen lassen.

 

Süß oder bitter: Weindrinks mit Likören

 

Die Intensität eines Kräuterlikörs kann mit einem frischen Weißwein eine tolle Verbindung eingehen. Das weiß man in Norditalien gut. Tirol ist die Heimat des Spritz. Diese Cocktailfamilie vermählt verdünnte Weißweine oder Schaumweine wie Prosecco mit einem Bitter, den die Italiener die ‚Correzione‘ nennen. Campari wird gerne dafür genommen. Und mit Aperol hat der Spritz als Hugos großer Bruder die Münchner Bars und anschließend den Rest der Republik erobert.

Aus München kommt auch der French Spritz. Der ist Klaus St. Rainers Antwort auf Aperol Spritz und Holunderhugo. Fernab jeder Hüttengaudi sorgt gelber oder grüner Chartreuse für herbe Eleganz. Garniert wird die mit einer Orangenspalte.

 

Hochprozentige Klassiker

 

Ein klassischer Weindrink ist der deutscheste Martini der Cocktailgeschichte. Mischen Sie sechs Teile trockenen Riesling mit zwei Teilen London Dry Gin. Das Ergebnis ist ein Hock-Martini: Ein trockener Brite mit germanischer Seele.

Nach so vielen Weißweincocktails wird es Zeit für einen Klassiker unter den Rotwein-Drinks: Der beste Kandidat dafür ist der New York Sour, das ungewöhnliche Zusammentreffen von amerikanischem Rhy Whisky mit einem ausgewogenen, roten Bordeaux. Glauben Sie mir, das klingt nur auf den ersten Blick unwahrscheinlich. Es fasziniert, wie das Spiel der Tannine aus Holz und Trauben die Komplexität von Whisky und Wein noch steigern. Zitronensaft und Zuckersirup gehören dazu. Ob Sie das Eiweiß dabei haben wollen oder doch weglassen, bleibt Geschmackssache. Allerdings muss das Verhältnis stimmen. Leicht unterläuft der Fehler, den Rhy mit Rotwein zu überfluten.

Noch ein Rotweindrink aus einer Region, die man dafür gar nicht verdächtigen würde: Der Jamaica Dream. Zehn Teilen fruchtigen Rotweins – in unseren Breiten ist ein schöner Spätburgunder prädestiniert – wird mit vier Teilen Rum ordentlich eingeheizt. Mit zwei Teilen Orangensaft, Grenadine, Zitronensaft und Stücken von Zitronen und Orangen entsteht ein karibisch warmer Fruchtexzess.

 

Mit Frucht und Würze

 

Nun ist es zum Abschluss angebracht, zwei tolle Wein-Drinks zu würdigen, die in der Masse klebriger Nachahmer nur allzu leicht unterschätzt werden. Die Sangría und der klassisch winterliche Glühwein.

RotweinEine spanische Sangría ist von der Sache her eine simple Rotweinbowle. Und es gibt wenig, das besser zu einer ausgelassenen Gartenparty am Abend passen würde. Lassen wir also alle unsäglichen Ballermann-Assoziationen beiseite. Statt dessen konzentrieren wir uns auf die Grundregeln: Zuerst ein guter, trockener Rotwein. Wer bei der Basis spart, hat schon vor der Schlacht verloren. Es bietet sich ein temperamentvoller Spanier an. Ein harmonischer Tempranillo Crianza oder ein schöner Rioja mit nicht zu viel Holz.

Nehmt euch nur frische, reife und saftige Früchte. Die schmecken nicht nur besser, sie haben auch genug Eigenaroma, damit Sie keinen zusätzlichen Zucker brauchen. Orange, Zitrone, Limette, Pfirsich, Trauben, nicht zu viel Apfel. Auch Ananas macht sich sehr gut. Wassermelone nur, wenn sie richtig aromatisch ist. So wird die Sangría nicht klebrig, sondern begeistert als eleganter, fruchtiger Weindrink auch anspruchsvolle Genießer.

 

Glühwein

Der unverzichtbare Weindrink für den Winter ist ein würziger Glühwein. Vorläufer für den gewürzten, heißen Wein gab es in der Antike viele. Die typischen Gewürze für das weihnachtliche Aroma sind Zimt, Nelken, Sternanis und Zitronenschale.

Verzichtet doch dieses Jahr auf vorgemischten Glühwein! Investiert stattdessen in einen schönen, ausgewogenen Rotwein und setzt den eigenen Glühwein an! Erneut steht neben dem Dornfelder auch der Spätburgunder ganz oben auf der Liste. Körperreiche, fruchtige und nicht zu säurebetonte Weine treffen den Geschmack der meisten Liebhaber am besten. Ihr könnt es mit jedem Wein probieren, der euch zum Mixen nicht zu schade ist. Nur eins ist Voraussetzung: Schmecken muss er euch!

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