Klassiker aus Jeans-Stoff: Schöner Denim hat viele Seiten

Jeansjacken sind neben den kultigen Nieten-Hosen die bekanntesten Klassiker aus dem indigoblauen Gewebe. Sie haben ihren Ursprung in den Zwanziger- und Dreißigerjahren. Da war die Jeans immer noch eine Arbeitshose. Aber betuchte Städter von der Ostküste legten gerne Denim an, um auf den "Dude Ranches" im Mittleren Westen Cowboy-Ferien zu machen. Grund genug für Levi's & Co, um mit dem Stoff auch in anderen Gefilden zu experimentieren.

Frühe Jeansjacken waren im Stil von Sakko und Blazer geschnitten. Populär waren sie in Kreisen, die Wert auf Stil legten, sich aber nicht unbedingt zum Establishment zählen wollten. Einer der größten Denim-Enthusiasten war der legendäre Jazz-Sänger Bing Crosby. Selbst ein "Cowboy" im Herzen pflegte er seine Levi's Jeansjacke auch in besseren Hotels nicht abzulegen, was durch die damalige Kleiderordnung zu mancher interessanten Anekdote führte.

Einmal wurde Crosby, wie gewohnt in Denim gewandet, beinahe des Hauses verwiesen, bis ein Fan den Portier darauf aufmerksam machte, wer da in der Jeansjacke steckte. Die Episode veranlasste Levi's dazu, der Jazzlegende einen persönlichen Jeans-Tuxedo zu schneidern.

Bing Crosbys kompletter Abendanzug im Bluejeans-Look hat sich als Fashion-Standard nicht durchgesetzt. Doch die Jeansjacke ist in vielen Varianten zum Klassiker geworden. Nicht zuletzt durch ikonische Kinoauftritte mit Paul Newman, James Dean und Marlon Brando. Im sportlicheren Biker-Look steht sie stilistisch Seite an Seite mit der schwarzen Lederjacke als Symbol für einen Lebensstil, der sich nichts vorschreiben lässt.

Jeanshemd und Bluse: Der moderne Countrystyle

Cowboy-Ästhetik und eine rebellische Attitüde stecken auch im Jeanshemd. Diese Variante ist seltener anzutreffen als die Jeansjacke. Auch, weil sie schwieriger zu kombinieren ist. Zu schnell neigt ein Denim-Hemd in Kombination mit der Bluejeans dazu, kitschig zu wirken. Aber wozu möchte man das Jeanshemd dann tragen?

Es braucht etwas Gespür für die Optik, um ein hochwertiges Jeanshemd gut zu kombinieren. Das Gewebe tritt so kraftvoll auf, dass bei der Zusammenstellung des Outfits Zurückhaltung das oberste Gebot ist. Es sei denn, Sie spielen ganz bewusst mit einschlägigen Country- und Truckerklischees.

Es empfiehlt sich, das Hemd in einem deutlich abgesetzten Tonfall und in einer feineren Struktur als die Hose zu wählen. Das leichte Jeanshemd zur ockerfarbenen Chino hat das Zeug zum Klassiker.

Das Gegenstück zum Jeanshemd für schicke Cowgirls ist die Jeansbluse, für die ähnliche Stylingregeln gelten. Interessanterweise steht es den Damen auch deutlich besser als vielen Herren, wenn eine blaue Jeansbluse zur Denimhose in ähnlichem Tonfall kombiniert wird. Ein leichter Kontrast und der Gürtel zum Auflockern sollte aber auch zur Jeansbluse sein.

Jeansrock und Jeanskleid: Das zweite Leben für Lieblingshosen

Mit dem Jeansrock und dem Jeanskleid erobert der Westernlook endgültig den Kleiderschrank der Damen. Der feminine Look im Stoff der Blue Jeans verdankt seine Entstehung der Kreativität und der chronischen finanziellen Klammheit der Hippie-Generation. Verschlissene Jeans waren in den Sechzigern viel zu schade, um sie einfach wegzuwerfen. Sie ließen sich gut auftrennen und umnähen. So entstanden die ersten Jeansröcke. Die sind bis heute von lang bis mini echte Denim-Klassiker. Der Jeans-Minirock darf außerdem als Inspiration zur heißen Hot-Pants gelten, die ebenfalls am Anfang nichts weiter als eine abgeschnittene Jeans gewesen ist.

Jeanskleider sind wieder etwas seltener. Die Herausforderung besteht erneut darin, die kraftvolle Wirkung des stark strukturierten Gewebes von unten bis oben tragbar zu machen. Wer die Augen offen hält, entdeckt schöne Entwürfe mit Anleihen aus den Sechzigern und Siebzigern.

Zwei Taktiken sind dabei auszumachen: Mit Understatement und geraden, einfachen Linien lässt sich der robuste Look gut auffangen. Oder Sie setzen im Gegenteil im konsequenten Denimlook mit der entsprechenden Jeansjacke noch eins oben drauf. Sind die Teile mit Struktur, Schnitt und Farbton gut ausbalanciert, zeigt so ein Outfit überraschend viel Stil mit herrlich lässiger Attitüde!

Jeans-Latzhosen und Overalls: Die authentische Workwear

Latzhosen und Overalls: Der Trend der Ganzkörper-Formate ist noch nicht vorbei und hinterlässt auf den Laufstegen und auf der Straße spannende Spuren.

Die Jeanslatzhose ist ein Format, das schon vom Ursprung her viel mit Denim zu tun hat. Latzhosen und Overalls sind klassische Arbeitshosen. Latzhosen kombinieren den zusätzlichen Halt des Hosenträgers mit einer praktischen Fronttasche. Dachdecker, Maurer und Maler freuen sich über den zusätzlichen Stauraum und ziehen die weiten Arbeitshosen am Morgen locker über die Unterwäsche. Overalls schützen die Unterkleidung vor Schmutz und Staub. Sofort denken wir an den typischen Autoschrauber, der sich nach einem Blick unter die Haube erstmal die Hände am Taschentuch abwischt. Deshalb müssen Overalls eigentlich auch immer ein bisschen ölverschmiert sein.

Diese konsequenten Schnitte sehen nach richtiger Arbeit aus. Darum sind sie prädestiniert für die Kombination mit dem Stoff der legendärsten Arbeitshosen aller Zeiten. Jeanslatzhosen und Overalls funktionieren als stylische Cluboutfits und unschlagbar lässige Casual Wear.