Jeansformen: Das 1x1 der Cuts und Fits

Die Jeans ist über 150 Jahre alt und hat als Kultkleidungsstück etliche Modeepochen mitgeprägt. Dabei sind viele verschiedene Passformen, Styles und Looks entstanden. Die Denimwelt ist dadurch etwas unübersichtlich geworden. Die angesagtesten Fits und Cuts gibt es in unserem Denimguide im praktischen Überblick.

Vom Western-Klassiker bis zu den modernsten Schnitten gibt es Jeans in vielen verschiedenen Stilen. Tragweisen, die vor Jahrzehnten in waren, feiern ihr Revival unter neuem Namen. Manchmal stehen die Bezeichnungen für den Schnitt des Beins und die Linienführung, dann wieder für die Passform und die Kontur.

In der Regel bezeichnen Fits die Passform, während der Cut den Schnitt und die Linie des Beins bezeichnet. Gern werden die Begrifflichkeiten aber vermischt, so dass es heute schwierig ist, einen Terminus klar abzugrenzen. Dazu kommen noch besondere Formen und Crossover-Schnitte mit Elementen aus ganz anderen Fashion-Abteilungen.

Holen Sie sich den Überblick: Die wichtigsten, angesagtesten und einflussreichsten Jeans-Stile finden Sie alphabetisch geordnet im GALERIA Kaufhof Denim Guide!

Baggy Jeans

s. Loose Fit

Boot Cut

Ein klassischer Jeansschnitt, der auf die Wildwest-Herkunft verweist. Das Bein ist bis über die Knöchel gerade geführt und dann ausgeweitet. Das ermöglicht es, den festen Stoff über den Stiefelschaft zu ziehen. Boot Cut ist typisch für die klassischen Western- und Bikerjeans.

Boyfriend Jeans

Weniger ein Schnitt als ein Outfit-Style. Die Boyfriend Jeans ist immer etwas zu groß, etwas zu weit, gern mit hochgekrempeltem Bein und praktisch konturlos: Als hätte die Dame sie ihrem Freund am Morgen frech aus dem Schrank geklaut. Genau das ist auch der Plan.

Cropped Jeans

Hier geht es um die Länge. Eine Crop hat meist einen engen, geraden Schnitt. Ihr besonderes Merkmal ist die gekürzte Länge. Die kann unterschiedlich sein: Von knapp über den Knöcheln bis zu den Maßen einer Caprihose, die auf der Mitte des Unterschenkels enden kann.

Distressed & Destroyed

Diese Begriffe bezeichnen keinen Schnitt, sondern einen Look. Dieser nimmt das Ende einer Bluejeans vorweg und hat sich seit den 90ern vom Merkmal der Grunge-Szene zum Mainstream-Stylestatement gewandelt: Abgewetzt, mit Löchern und aufgerissenen Stellen. Dafür sorgt das Leben mit seinen Ecken und Kanten. Bei Ungeduldigen tut es auch die Küchenschere. Dem Trend folgend werden die "Schäden" auch von Haus aus mitgeliefert. So entsteht der moderne Distressed Look mit seiner artifiziellen Ästhetik.

Flared Jeans

Der Flared Cut ist die moderne Weiterentwicklung der Schlagjeans. Der Schnitt bezeichnet meist ein gerades Bein mit extrem ausladendem Schlag. Funky!

High Waist und High Rise

Waist steht für die Hüfte und bezieht sich auf die Bundhöhe. Die kann in High bis zum Bauchnabel reichen. High Waist ist ebenso wie der Gegenpart Low Waist typisch für Skinny und Slimfit. Die Bundhöhen werden aber auch mit anderen Schnittformen kombiniert.

Karottenjeans

Der typische Schnitt, den die Popper in den 80ern populär gemacht habe, erlebt gerade sein jüngstes Revival. An Hüfte und Oberschenkeln sind Karottenjeans weit und bequem. Nach unten werden sie dann immer knapper, bis sie an den Knöcheln richtig eng sitzen.

Loose Fit

Die extra weite und super bequeme Passform ohne klare Kontur ist die Antithese zur Skinny und Röhrenjeans. Die Loose Fit ist in den Neunzigern mit der Hip-Hop-Welle und der entspannten Slackerkultur populär geworden. In Extremfällen geht das bis zur "sackartigen" Erscheinungsform. 

Low Waist oder Low Rise

Das Gegenteil der High Waist. Hier ist der Bund teils extrem weit nach unten verschoben. Die niedrige Hüfthöhe ist angesagt bei modernen Skinnys und Slimfit Jeans für Damen. Sie kann aber auch mit anderen Cuts kombiniert werden. Wahlweise mit oder ohne breiten Statement-Gürtel.

Regular Fit

Der Klassiker wie ihn Levi Strauss anno dazumal vorgemacht hat. Die bequeme Passform fällt geradlinig und strengt sich nicht an, eine bestimmte Kontur zu erzeugen. Regulars wirken selbstbewusst, unangestrengt und dadurch oft sehr schick. Die richtige Wahl für alle, die Black Denim im legeren Freitags-Dresscode einsetzen.

Röhrenjeans

Die enge Passform aus den Siebzigern und ein untrennbarer Bestandteil der wilden Jugendkultur. Röhrenjeans sind durchgehend hauteng und gerade geschnitten. So entsteht die klare Kontur, die gerne sehr sexy darf. Vor der Entwicklung von Stretch-Stoffen waren die Schwierigkeiten beim Anziehen und beim Sitzen eine typische Begleiterscheinung, die hippe Teens selbstverständlich gern in Kauf nahmen. Über Probleme beim Ausziehen gab es dagegen kaum Berichte.

Schlagjeans

Dieser Schnitt ist ebenfalls ein ikonischer Vertreter der Siebziger. Schlagjeans sind oben eng geschnitten und dann über dem Knöchel stark ausgeweitet. Der klassische Bootcut wurde dafür soweit ausgedehnt, dass der entstehende Schlag den gesamten Schuh verdecken konnte. Die Schlagjeans erfuhr vor ca. zwei Jahren ein Comeback in der Modeszene.

Skinny Fit

Eine sehr enge Passform, die sich aus der ursprünglichen Röhrenjeans entwickelt hat. Moderne Webtechniken und Stretchgarne ermöglichen die figurbetonte Kontur ohne das unbequeme Kneifen der Skinny Jeans.

Slim Fit

Diese Passform der Slim Fit ähnelt im Ansatz der Skinny und ist etwas moderater und bequemer gehalten, oft mit mehr Freiheit an den Unterschenkeln. Wird bei vielen Herstellern als Abstufung zur noch engeren Skinny verwendet. 

Straight Cut

Der klassische Schnitt: Gerade und nicht zu eng. Straight wird gern synonym zum Regular Fit gebraucht.

Tapered Cut

Dieser Schnitt ist an den Oberschenkeln lockerer und wird zum Knöchel hin schmaler. Vom Prinzip her eine dezentere Version der Karottenjeans. Die Konturen werden so leicht aufgelockert und die Hose bietet mehr Tragekomfort. Der Tapered Cut kann mit vielen Passformen von Loose bis Slim Fit kombiniert werden.