Fit fürs Schmuddelwetter: Das Immunsystem von Kindern stärken

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Unser Immunsystem wird gerne als „Körperpolizei“ bezeichnet. Dabei ist das komplexe Gefüge aus zahlreichen, kleineren Systemen viel mehr, als nur eine schnelle Eingreiftruppe gegen unerwünschte Eindringlinge. Lest in unserem Herbst-Spezial, wie sich das Immunsystem von Kindern stärken lässt: Damit Ihr frisch und ohne Erkältungsgefahr im Sturm den Drachen steigen lassen könnt!

Der Herbst steht vor der Tür und damit auch die Erkältungssaison. Wenn der Körper damit beschäftigt ist, sich warm zu halten, fehlt schnell Energie an anderen Fronten. Ein starkes Immunsystem sorgt dafür, dass der Körper mit allen möglichen Belastungen gut zurecht kommt. Das physiologische Tagesgeschäft kommt nichts ins Wanken, auch wenn es die eine oder andere Herausforderung gibt: Viren und Bakterien sind immer präsent. Sie nutzen geschickt jede Lücke, um es sich auf Kosten des Körpers bequem zu machen.

Die „Körperpolizei“ besteht nicht nur aus den berühmten, weißen Blutkörperchen. Das Immunsystem ist ein komplexes System mit vielen Wechselwirkungen zu anderen Körpersystemen vom Blutkreislauf bis zur Psyche. Und jedes Jahr fragen sich Eltern, was sie tun können, um das Immunsystem ihrer Kinder zu stärken.

Die Auswahl reicht von Hausmittelchen und überlieferten Weisheiten bis zu modernen Nahrungsergänzungsmitteln. Was davon funktioniert und was ist nicht viel mehr, als ein nettes Placebo? Was ist dringend nötig und besonders empfehlenswert? Vier Faktoren verdienen besondere Aufmerksamkeit: Gesundes Essen, clevere Hilfsmittel, regelmäßige Übung und nicht zuletzt die gute Laune.

Ernährung: Du bist, was du isst

Wenn dem Körper wichtige Materialien für den Stoffwechsel fehlen, wirkt sich das auf alle Systeme aus, auch auf das Immunsystem. Außerdem tendiert der durchschnittliche Mitteleuropäer dazu, seinem Körper mit der Ernährung so einiges zuzumuten. Und wenn der Stoffwechsel damit beschäftigt ist, viel überflüssiges Material zu managen, kommt es unweigerlich auch zu Hindernissen bei der Abwehr unerwünschter Eindringlinge.

Ein guter Anfang ist, aufmerksam die üblichen Verdächtigen zu beobachten: Zucker, Fett, Salz und die kunterbunte Versuchung aus der Chemiefabrik sollten nicht überhandnehmen. Das erspart von vornherein viel Ballast.

Wer dem Immunsystem der Kinder etwas Gutes tun will, sorgt täglich für frisches Gemüse auf dem Tisch. Nicht vergessen: Gesundes Essen tut auch euch selber gut. Und was ihr vormacht, machen die Kinder eher mit. Stellt also den Speiseplan auf den Prüfstand! Am besten alle gemeinsam. Schließlich sollen ja auch alle mitessen.

Orangen

Auch mit einem Apfel oder einer Orange am Tag ist schon viel gewonnen. Für den Chemiker ist Vitamin C immer einfach Ascorbinsäure, ob sie in der Orange gewachsen ist oder im Kessel gemixt wurde. Doch schon wegen der Kombination mit anderen Vitalstoffen ist es eine gute Faustregel, dass Vitamine besser aus lebendigem Obst kommen sollten, als aus einer Pille, einer Dose oder dem aufgepimpten „Kindergetränk“.

Gesundheit aus der Dose?

Von der Frage der Ernährung ist es nur ein kleiner Schritt zu den modernen Nahrungsergänzungsmitteln. Das ist nun ein sehr spannendes Feld, auf dem sich viele Mitspieler tummeln. Algenpillen, links- und rechtsdrehende Milchsäuren und die allgegenwärtige Vitaminspritze versprichen nicht selten den Gesundheitseffekt für Kinder ganz beiläufig und ohne jegliche Anstrengung.

Das klingt nicht verkehrt und kann tatsächlich nützlich sein, wenn an der konkreten Stelle wirklich ein Mangel vorliegt. Aber ihr solltet die Erwartungen nicht zu hoch stecken. Mit wenig Einsatz riesige Ergebnisse? Ein neues Leben, ohne am Lebensstil irgendetwas zu ändern? Das hat noch nie geklappt.

Wenn die Immunität nicht richtig mitspielt, dann sind die Gründe meist komplex und nicht leicht festzunageln. Auch die Wunderbeere aus den Anden macht dann nur einen kleinen Unterschied. Deshalb sind Ergänzungsmittel eben auch das, wofür sie erfunden wurden: Eine wertvolle Ergänzung für einen breiteren Ansatz. Ganz abgesehen von „Kinderprodukten“, die sich wegen ihrer Vitaminzugabe als gesundheitsfördernd bezeichnen dürfen und dann mit ihrem Zuckergehalt mehr schaden, als nützen.

Training für die Abwehrkräfte

Wie unser Immunsystem aussieht, ist zu großen Teilen genetisch bedingt. Mancher hat eben eine Konstitution, der kein Keim etwas anhaben kann. Und der Nächste fühlt schon das Kribbeln in der eigenen Nase, sobald in der Umgebung jemand niest. Doch auch dann kann etwas gezieltes Training für die Abwehrkräfte viel bewirken. Denn ein System, das fast nie etwas zu tun hat, tut genau das, was man von ihm erwartet: Fast nichts.

Es ist mittlerweile Konsens, das zuviel Hygiene und eine fast sterile Umgebung für heranwachsende Kinder kontraproduktiv sind. Diese Tatsache ist auch der Ursprung alter, robuster Ratschläge wie „Täglich einen Löffel Dreck…“ Den wörtlich zu befolgen, möchten wir euch nicht nahelegen. Obwohl die Kinder da ja wenig Berührungsängste haben. Tatsächlich ist die Keimbelastung beim Genuss des selbstgebackenen Matschkuchens ein gutes Training für die Abwehrkräfte. Es sollte aber reichen, die Kids zum rumräubern und zur Bewegung in der wilden, weiten Welt zu ermutigen. Dort begegnen sie genügend unsichtbaren Übeltätern, die das Immunsystem regelmäßig warm laufen lassen.

Das gleiche gilt für Nässe und Kälte. Auch davor müssen die Kleinen nicht um jeden Preis hermetisch abgeschottet sein. Erst in etwas widrigeren Umständen hat der Körper Anlass, seine eigenen Reserven zu mobilisieren, um sich mit Kälte, Nässe und Müdigkeit auseinanderzusetzen. Dann stehen diese Reserven auch zur Verfügung, wenn sie anderweitig gebraucht werden. Wichtig ist, dass ihr selbst ein Gespür dafür entwickelt, was zuviel ist, und bewusst abschätzen könnt, wann es Zeit für die Mütze ist, statt aus Sorge und Gewohnheit immer noch eine Schicht drauf zu packen.

Also lasst die kleinen Räuber im Herbst mit Gummistiefeln durch die Pfützen planschen! Und wenn die Socken nass werden, dann gehen sie eben auch mal barfuß. Vermeidet bei Schmuddelwetter Kleidung, die so hübsch ist, dass sie nicht nass werden darf. Und habt für alle Fälle immer einen Beutel mit Handtuch und Ersatzsachen dabei! Dann sind die kalten Füße nach getaner Arbeit schnell wieder trocken. Und die Abwehrkräfte werden ordentlich auf Trab gebracht.

Wenig Stress ist wichtiger, als Vitaminpillen

Der oben beschriebene, robuste Ansatz funktioniert natürlich nur, solange die Kleinen das auch munter mitmachen. Wenn das Immunsystem schon etwas anfällig ist, dann ist mehr Fingerspitzengefühl gefragt. Doch auch in diesen Fällen gibt es tolle Möglichkeiten für bewusstes Abwehrtraining. Der richtige Ansprechpartner ist in diesem Fall der aufmerksame Kinderarzt.

Eine schöne Möglichkeit, um schon kurz nach der Geburt das Immunsystem von Kleinkindern zu stärken, ist das feuchte Abreiben. Dafür könnt ihr den kleinen Schatz täglich am ganzen Körper mit einem weichen, feuchten Tuch abreiben. Das dauert nicht lang und dann wird der Spatz gleich wieder abgetrocknet und eingekuschelt. Das Abreiben beginnt körperwarm. Dann wird die Temperatur jede Woche ein Grad kälter, bis ihr einfach kaltes Leitungswasser verwendet. So entstehen bei vielen Kindern ein starker Gewöhnungseffekt und eine gute Resistenz gegen kalte Temperaturen. Auch die Sauna ist für gesunde Kleinkinder in kleinen Dosen und bei niedriger Hitze schon ab dem vierten Monat möglich. Aber es gilt wie immer: Wenn Baby partout nicht mitmachen will, dann erspart ihm den Stress! Die gute Laune eures Knirpses ist der beste Indikator, dass alles innerhalb guter Grenzen abläuft.

Es gibt noch andere Mittel und Methoden, um das Immunsystem von Kindern wieder ins Lot zu bringen. Viele davon haben auf den ersten Blick gar nichts mit dem Körper zu tun, sondern viel mehr mit dem Kopf und den Emotionen.

Oft bringt es schon einen nennenswerten Effekt, eine Gewohnheit zu ändern: Zum Beispiel anders essen, zu einer anderen Zeit oder an einem anderen Ort. Wenn ihr das überzeugend umsetzt, kann das ein Weckruf für die Lebensgeister und auch für das Immunsystem sein.

Stress, Nöte und Sorgen spielen häufig eine Rolle. Mit körperlichen Beschwerden reagieren Kinder auch auf unverarbeitete Fragen für die sie keinen Ausdruck zur Verfügung haben. Das ist bei Erwachsenen übrigens gar nicht anders.

Die wichtigsten Stichpunkte in so einem Fall sind Ruhe, Aufmerksamkeit und eine bewusste Gestaltung des Alltags, die ausdrücklich auf überzogene Anforderungen verzichtet: Richtig viel schlafen, emotionale und auch geistige Belastungen auf ein gutes Maß bringen. Da kann es dazugehören, für die Schularbeiten gemeinsam eine sinnvolle Struktur zu schaffen und die auch gemeinsam einzuhalten. Auf jeden Fall sind ein offenes Ohr und ein unbeschwerter Nachmittag mit Mama, Papa oder beiden meistens bei weitem effektiver, als Vitaminpillen.

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