Kinder und Smartphones – irgendetwas zwischen Fluch und Segen

Dir gefällt der Beitrag? Dann teile ihn mit Freunden, Familie und Bekannten! Mit dem Klick auf den Social Media Button wirst du zu dem jeweiligen Netzwerk weitergeleitet und gestattest die Datenübermittlung an die Betreiber der sozialen Netzwerke.

872.000 Ergebnisse bekommt ihr von Google präsentiert, wenn ihr den Suchbegriff „Kinder und Smartphones“ abfragt. Während wir Eltern uns noch in das digitale Zeitalter einarbeiten mussten, kommen unsere Kinder alsDigital Natives“ auf die Welt. Sie wachsen auf mit iPhone und Co. und können vor dem Laufen nicht selten schon mühelos das iPad entsperren und die App mit ihrem Lieblingsspiel aufrufen. Die Eltern freuen sich darüber: „Schau, wie fit unser Kind ist! Es kann sogar schon das Smartphone bedienen!“ Mich würde es nicht wundern, wenn Eltern besorgt einen Termin beim Kinderarzt vereinbaren, weil ihr sechs Monate altes Baby noch kein Interesse am Tablet zeigt. Und vielleicht wird es ja in einigen Jahren bei den Regeluntersuchungen auch einen Punkt „Handynutzung“ geben. Denkbar wäre auch, dass die Schulreife unter anderem danach beurteilt wird, ob das Kind schon über ausreichend „Medienkompetenz“ verfügt.

Fakt ist, unsere Kinder wachsen im Digitalen Zeitalter auf. Wir als Eltern können und dürfen uns tatsächlich nicht davor verschließen. Unsere Aufgabe ist es, ihnen den verantwortungsvollen und sicheren Umgang mit den Medien zu vermitteln. Ich möchte euch heute Tipps, speziell für die Smartphone-Nutzung von Kindern geben.

Aber ALLE haben schon ein Smartphone!

Zwei Schuljahre musste ich diesen Satz mindestens einmal am Tag über mich ergehen lassen. Wenn ich Glück hatte, ohne Tobsuchtsanfall. Tatsächlich war ich erstaunt, als ich bei einem Gespräch mit der damaligen Lehrerin von Tobias in der 3. Klasse erfuhr, dass fast die Hälfte der Mitschüler schon ein eigenes Smartphone besitzen.

Trotzdem blieben mein Mann und ich standhaft. Schon bei den großen Brüdern gab es erst nach der Grundschulzeit ein Handy. Ein sinnvolles Abschlussgeschenk sozusagen. Unserer Meinung nach, macht es auch dann erst Sinn, denn die Schulen sind in der Regel weiter weg und der Unterricht nicht unbedingt regelmäßig. Fällt eine Stunde aus, können die Kinder anrufen und abgeholt werden.

Ein Aufklärungsgespräch und vereinbarte Regeln

Wie versprochen, hat Tobias dann nach der 4. Klasse sein erstes Smartphone von uns geschenkt bekommen. Allerdings haben wir vorher zusammen klare Regeln vereinbart und in einem Gespräch folgende Punkte besprochen:

  • Benimm-Regeln für das Handy
  • Das Herunterladen von Apps und die Sicherheitseinstellungen sind ausschließlich Elternsache
  • Wir Eltern dürfen jederzeit in das Smartphone schauen
  • Ab 19:30 Uhr wird das Smartphone außerhalb des Kinderzimmers platziert (gilt für alle mobilen Geräte, z.B. auch Nintendo DS)
  • An Zeitabsprachen bezüglich der Nutzungsdauer muss sich gehalten werden (Suchtgefährdung)
  • Nie dürfen Bilder ohne vorherige Absprache mit uns Eltern veröffentlicht werden, auch nicht in geschlossenen Gruppen
  • Keine Online-Käufe
  • Keine Bilder, Videos, Musikstücke ins Internet stellen, die nicht unser eigen sind
  • Keine persönlichen Informationen veröffentlichen – Alter, Name, Wohnort, usw.
  • Beim Chatten darf das Kind nur Spitznamen verwenden
  • Erscheint etwas seltsam oder belästigt mich eine Person, spreche ich mit meinen Eltern. Sie werden mir helfen, auch wenn ich vorher eine der Regeln missachtet habe.

Am besten hält man die Absprache als eine ArtVertrag“ schriftlich fest. Das empfehlen übrigens auch Medienpädagogen.

Es gibt kein Patentrezept in der Medienerziehung

Jedes Kind ist anders. Aus diesem Grund gibt es in der Medienerziehung, genauso wie in anderen Erziehungsbereichen, keine Patentrezepte. Jede Familie muss eigene Regeln festlegen, die von Zeit zu Zeit überprüft und an den Entwicklungsstand des Kindes angepasst werden müssen.

Klartext

Ihr könnt es euch vielleicht schon denken und ich hoffe, es tröstet euch ein wenig. Auch hier kommt es zu endlosen Diskussionen, was das Smartphone betrifft. Einziger und nervtötender Streitpunkt ist die Nutzungsdauer.

In den Ferien habe ich einen Versuch gestartet: ich habe Tobias nicht aufgefordert, das Smartphone wegzulegen. Ich wollte einfach mal sehen, ob er von selbst irgendwann genug hat. Das Ergebnis war erschreckend. Im Grunde hat er, unterbrochen von den Mahlzeiten, mehr oder weniger den ganzen Tag damit gespielt.

App-Tipp: Screen Time – Vertrauen ist gut …

… Kontrolle besser. Mit „Screen Time“ könnt ihr die Zeiten verwalten, die das Kind mit Tablets und Smartphones verbringt und noch vieles mehr. Mit Hilfe dieser App, ist unser Familienleben deutlich entspannter geworden:

  • Screen Time hat einen App-Timer, mit dem ihr ein tägliches Zeitlimit für die Apps festlegt, die ihr beschränken möchtet.
  • Blockiert Spiele nach der Schlafenszeit, aber erlaubt Apps zum Lesen.
  • Blockiert alle Apps nach dem Abschalten des Lichts.
  • Blockiert Apps der sozialen Netzwerke und Spiele, aber erlaubt lehrreiche Apps während der Schulstunden.
  • Essenszeit? Drückt einen Button auf eurem Smartphone und die Geräte eurer Kinder werden zeitweise unterbrochen. Nie mehr betteln, bestechen oder schreien!
  • Die Kinder haben die heutige Screen Time verbraucht? Wenn sie ihr Zimmer aufräumen, könnt ihr sie von eurem Gerät aus mit Bonuszeit belohnen. Fügt so viele verschiedene Aufgaben und Arbeiten hinzu, wie ihr mögt. Ihr werdet erstaunt sein, wie eure Kinder anfangen, ihre Zeit verantwortlich einzuteilen!
  • Was macht Thomas auf seinem Gerät? Welche Webseiten ruft er auf? Welche Apps benutzt er? Mit welchen Apps verbringt er die meiste Zeit? Verfolgt, was sie machen, von eurem eigenen Gerät aus, ohne dass ihr eures in der Hand halten müssen.
  • Blockiert bestimmte Apps komplett. Erhaltet eine Mitteilung, sobald euer Kind eine neue App installiert.
    (Quelle: www.screentimelabs.com)

(Etwas) Ironie zum Nachdenken:

Leider. Und ich nehme mich nicht aus. Das Smartphone ist mein täglicher Begleiter. Definitiv ist es mir näher als mein eigener Mann. Ich habe es immer bei mir. Es weckt mich mit Vogelgezwitscher und sagt mir, wie das Wetter wird. Vor dem Frühstück noch mal schnell auf Instagram vorbeischauen und danach die nächtlichen Werbemails löschen. Die Nachbarin von gegenüber schickt eine WhatsApp Nachricht: „Der Theo ist krank, ich bringe dir gleich die Entschuldigung für die Schule.“ Fünf Minuten später klingelt es auch schon an der Tür.

Sind die Kinder aus dem Haus noch ein kurzer Blick auf Facebook und dann mit dem Hund raus. Unterwegs höre ich mein Hörbuch auf dem iPhone weiter, weil ich sonst ja nicht dazu komme. Nebenbei noch schnell ein paar Fotos gemacht und ein Telefonat geführt. Moment, wo bin ich eigentlich und wo ist der Hund?! Gut, dass mich mein Handy auch aus der tiefsten Wildnis wieder in die Zivilisation navigiert.

Zu Hause schnell noch den Einkaufszettel ins Handy tippen und ein Kochrezept für mittags speichern. Zum Glück kann ich während der Autofahrt mein iPhone über Bluetooth mit dem Autoradio verbinden und somit telefonieren und mein Hörbuch weiterhören. Blöd finde ich, dass man das Handy nicht am Einkaufswagen befestigen kann und so schiebe ich einhändig durch den Supermarkt und arbeite in Schlangenlinien meine Liste ab. Während ich an der Fleischtheke warte, checke ich mal schnell meine Mails.

Jetzt aber schnell nach Hause und kochen. Zum Glück habe ich das Rezept schon auf meinem Smartphone gespeichert. Meine Mittagspause verbringe ich bei Pinterest und Dawanda … Per WhatsApp verabrede ich mich mit Freundinnen. Puh, das dauert ganz schön lange und ist ein ewiges hin und her. Das nächste Mal sollten wir Doodle benutzen, denke ich so bei mir.

Jetzt mal schnell den Mann anrufen und ihm anschließend lustige Bilder von unseren Kindern schicken. Nach dem Abendessen endlich auf die Couch hüpfen und den Fernseher anschalten. Nebenbei ein wenig auf dem Handy surfen – ist ja schließlich Feierabend. Und dann um 22 Uhr teilt mir mein iPhone mit, dass es Schlafenszeit ist und ich gehe ins Bett.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Sandra von „Kleine Familienwelt“. Auf ihrem Blog „Kleine Familienwelt“ berichtet sie regelmäßig über Kindermode, Kinderbücher und Markenspielwaren. Schaut doch einfach mal vorbei!

The following two tabs change content below.

Gast-Blogger

Neueste Artikel von Gast-Blogger (alle ansehen)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.