Müde bin ich, geh zur Ruh: Einschlafhilfen für Kleinkinder

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Es gibt kaum einen schöneren Anblick, als ein friedlich schlafendes Kind. Das gilt besonders für Eltern, die täglich darum kämpfen müssen, dass die kleinen Geister den Weg ins Traumland finden. Wir haben Klassiker, Hausmittel, Geheimtipps und Hintergrundwissen für euch zusammengestellt.

Schlafen ist an sich etwas ganz großartiges. Wenn die Kleinen nicht in ihren Schlaf finden, dann hat das Gründe. Oft sind es rein physiologische Themen, die schnell vorbei gehen beim Kinderarzt in besten Händen sind. Mit Bauchweh schläft sich nun mal nicht so gut.

Ebenso oft hat es aber mit dem allgemeinen Befinden der Kinder zu tun. Dann liegen die Ursachen oft so tief, dass es kein einfaches, treffsicheres Mittel gibt. Fürsorge und Aufmerksamkeit sind die wichtigsten Einschlafhilfen – und die einzigen, die wirklich langfristig helfen.

Manchmal schleppen Kinder abends noch zu viel ungenutzte Energie mit sich herum. Andere sind übermüdet und zu aufgeregt, um einschlafen zu können. Ein aus dem Rhythmus geratener Tagesablauf mit unklaren Bettgehzeiten bringt die innere Uhr durcheinander und kann auch ein todmüdes Kind daran hindern, gut in den Schlaf zu finden. Eine der häufigsten Ursachen für Einschlafschwierigkeiten bei größeren Kindern ist die Angst vor der Dunkelheit und vor dem Alleinsein.

Ein Fels in der Brandung: Das Einschlafritual

Eine unschätzbare Hilfe für Kinder und Eltern ist ein festes Ritual am Abend. Der Begriff Ritual darf dabei gern sehr weit gefasst sein. Er umfasst alle Gewohnheiten, die jeden Abend vor dem Schlafen den Tag zum Abschluss bringen: Vom Abendessen übers Zähneputzen bis zum zudecken und zur Gutenacht-Geschichte. Diese Gewohnheiten geben eben jene Sicherheit, die den vielen Ängsten den Wind aus den Segeln nimmt. Feste Bettgehzeiten haben auch für die Eltern heilsame Wirkung, weil sie den Alltag sinnvoll strukturieren.

Eine gute Idee vor dem Einschlafritual ist eine kleine, gemeinsame Aufräumrunde. Oft trägt das Kinderzimmer abends die Spuren eines ereignisreichen Tages. Bei Aufräumen wird der Tag eingeordnet und offene Projekte werden fürs erste abgelegt. Das hilft aktiven, energischen Geistern dabei, zur Ruhe zu kommen. Teddy wartet dann auch schon unter der Bettdecke.

Sport und körperliche Aktivität sind fast gut und wichtig. Maßnahmen wie Liegestütze im Bett und die Kitzelrunde zum müde werden verzögern allerdings das Einschlafen. Spätes Herumtoben steigert zunächst die Aktivität und der Körper muss danach wieder runterfahren. Es kann Momente geben, da pulsiert bei dem hellwachen Kind noch soviel Kraft, dass sie irgendwo hin muss. Doch wenn das öfter vorkommt, wäre es sinnvoll, mehr darauf zu achten, dass die überschüssige Energie noch vor dem Abendritual eine Richtung findet: Bei einem Abendspaziergang, einem Tanz um den Tisch oder im wilden Durchkitzeln auf dem Teppich. Auch tagsüber wollen dann vielleicht mehr körperlich und geistig anstrengende Punkte auf die Tagesordnung gesetzt werden.

Besonders wichtig ist der Moment, den Sie als letztes gemeinsam gestalten. Vorlesen ist wunderschön und funktioniert besonders gut mit bekannten Geschichten. Die führen die Kinder in vertraute Gefühlszustände. In der Geschichte fühlen sie sich geborgen und zu Hause. Hier gibt es nichts Bedrohliches. Mit diesem Gefühl können sie leicht locker werden, loslassen und dem Traum das Regiment übergeben.

Fingerspiele und Schlaflieder wecken auf ähnliche Weise schöne Emotionen. Reime und Lieder nehmen die Kinder mit ihrem Rhythmus mit und führen sie an den Ort, an dem sich gut träumen lässt. Ihr glaubt, ihr könnt nicht singen? Dann habt ihr einfach nur wenig Übung. Probiert es trotzdem! Schlaflieder müssen nicht sauber klingen. Und ihr werdet euch wundern, wie lang sich die Kleinen an diese Abende erinnern.

Andere Eltern erzählen Geschichten. Manche erfinden die Einschlafabenteuer sogar ganz spontan und führen die Kinder in eine kuschelweiche, warme Wunderwelt. Dort warten mit den Hauptfiguren der Geschichte alte Freunde, die euren kleinen Schatz tagtäglich liebevoll begleiten.

Was ihr komplett abschaffen solltet, ist der Fernseher und das Videospiel vor dem Einschlafen. Mindestens eine Stunde vor dem Schlafen sollte der flackernde Bildschirm sich in ein müdes Grau verabschieden. Moderne Kinderprogramme haben oft eine extreme Geschwindigkeit und liefern ein Stakkato aus schlaglichtartiger Emotion. Die geschickte Dramaturgie lässt viele Hirnregionen dauerhaft auf Hochtouren laufen. Spiele und Animationsfilme überfluten den Zuschauer mit attraktiven Reizen, die neugierig und wach machen. Dieser intensive Input ist super spannend – und deshalb einer der größten Feinde des ruhigen Schlafs.

Schlummerlicht und kleine Schritte gegen die Angst vor dem Einschlafen

Alleine einschlafen für viele Kinder nicht einfach.  Früher oder später erlebt fast jedes Kind die Angst davor, alleine und auf sich gestellt zu sein, während die Welt plötzlich still und dunkel und ganz anders ist, als sonst. Gegen die Angst vor der Dunkelheit und vor dem Ungeheuer im Schrank hilft vor allem eins: Darüber reden. Ohne Drama und auch ohne die erwachsene Forderung, bitteschön mutig oder vernünftig zu sein. Dieser Anspruch ist  verständlich. Hilfreicher wird dadurch aber auch nicht.

Akzeptiert die Angst, die nun einmal da ist. Und gebt eurem Kind zu verstehen, dass es nicht schlimm ist, Angst zu haben. Erzählt vielleicht von euren eigenen Ängsten. Dann sind die Kleinen mit dem Zustand nicht mehr völlig allein und das ist schon sehr viel.

Den Ungeheuern unter dem Bett könnt ihr manchmal mit einfachen Mitteln ihren größten Schrecken nehmen: Bringt eure Kinder auf die Idee, ihnen lustige Namen zu geben. Und überlegt euch, mit welchen banalen Dingen sie so ihre Zeit verbringen. Dann kann Junior den grässlichen Hugo, wenn der ihn das nächste Mal erschrecken will, stattdessen auffordern, endlich die LEGO-Steine wegzuräumen. Damit löst ihr vielleicht nicht alle Knoten, legt aber einen wichtigen Grundstein, um mit eigenen Ängsten konstruktiv und aktiv umzugehen.

Der Angst vor der Dunkelheit lässt sich mit einem schönen Schlummerlicht gut entgegenwirken. In der nächtlichen Dunkelheit wirkt die Welt fremd, bedrohlich und verwirrend. Das  erschwert ruhiges Einschlafen extrem. Im sanften, warmen Schein des Schlaflichts sieht das Kinderzimmer wieder vertraut aus. Schlummerlichter werden dabei nicht so hell, dass es den Schlaf spürbar stören würde.

Ihr könnt auch probieren, die Tür des Kinderzimmers einen Spalt offen zu lassen. Wenn die Kinder die vertrauten Stimmen hören, kann das alles sein, was zum ruhigen, friedlichen Wegschlummern nötig ist. Andere Kinder stört das aber beim Einschlafen mehr, als es hilft.

Und manchmal gibt es nur den Ausweg, solange neben den Kleinen zu sitzen, bis ihnen die Augen fest zu gefallen sind. Ihr könnt dabei euer eigenes Buch lesen und nach einiger Zeit dann auf leisen Sohlen verschwinden. Von dort aus könnt ihr Woche für Woche versuchen, kleine Schritte weiter zu gehen.

Gebt euren Kindern nur nicht das Gefühl, dass es euch ärgert, wenn sie sich fürchten. Selbst, wenn das tatsächlich der Fall ist. Eltern sind auch nur Menschen, die abends manchmal noch was vor haben. Doch Mut wächst nicht dort, wo er gefordert wird, sondern wo jemand uns etwas zutraut und uns die Chance gibt, ihn zu ergreifen, wenn wir soweit sind. Wenn der richtige Zeitpunkt dafür in der vierten Klasse ist, dann ist das eben so.

Milch, Kakao und frische Wäsche: Alte Hausmittel neu entdeckt

Schließlich gibt es noch die Hausmittel, die schon immer geholfen haben und auch heute gern neu entdeckt werden. Es hilft, vor dem Schlafen das Zimmer gut zu lüften. Mit der alten Luft ziehen auch die Gerüche aus dem Fenster, die an all die Themen des Alltags erinnern. In ein frisch bezogenes Bett können sich die Kinder auch mit Genuss hineinfallen lassen.

Der Klassiker unter den Einschlafhilfen für Kinder und Erwachsene ist die warme Milch mit Honig. Die ist erstens lecker und warm im Bauch, also ein perfektes „Betthupferl“. Inhaltsstoffe der Milch fördern aber auch die Schlaf-Wach-Regulierung und wirken anderweitig schlaffördernd. Die Dosis ist allerdings so gering, dass viele Forscher davon ausgehen, dass die Wirkung vor allem von der festen Überzeugung kommt. Uns soll es nicht stören, solange es die Kinder gut einschlafen lässt.

Warmer Kakao funktioniert ähnlich. Allerdings sollten Sie den nicht direkt vor dem Einschlafen servieren. Schokolade macht glücklich und Glückshormone machen erstmal kurzfristig munter. Aber nach etwa einer halben Stunde kommt dann auch die gewünschte Müdigkeit.

Und was ist jetzt mit Schäfchen zählen? Funktioniert das tatsächlich? Ja, das tut es das. Mit den Schafen hat das aber nichts zu tun. Es dürfen auch andere Wesen sein. Hauptsache sie sind möglichst friedlich, nett und absolut nicht aufregend!

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Peter

Ist passionierter Geschichtenerzähler mit einer Vorliebe, alte Spiele neu zu entdecken.

In drei Worten bin ich:

Geschichtenerzähler, Spieleerfinder und Aushilfs-Abenteurer

So hieß mein liebstes Kuscheltier als Kind:

Moritz. So heißt er immer noch. Sitzt grad hier hinter mir.

Ohne dieses Spielzeug konnte ich damals das Haus nicht verlassen:

Als ich klein war, haben wir auf Bretterstapeln und Bäumen gespielt. Hammer und Nägel waren super wichtig. Später ging es nirgendwohin ohne meine Mundharmonika, kein klassisches Spielzeug, spielt sich aber klasse.

Von dieser Spielzeug-Erfindung träume ich bis heute:

Ich entdecke lieber gute und gerne auch alte Spiele. Ich träume davon, das alles mal in Ruhe mit Freunden auszuprobieren!

Wäre ich heute noch mal Kind, würde ich auf jeden Fall:

Ständig mit Freunden unterwegs sein. Zusammen spielt es sich eben am besten. Mit und auch ohne Zeug.

Von dieser Kindheitserinnerung werde ich mich nie trennen:

Ich war sechs oder sieben, meine Schwester acht. Wir hatten einen winzigen Puppenherd, der richtig heiß geworden ist. Darauf haben wir echtes Essen gekocht! Nicht lecker, aber unglaublich spannend.

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