Kinder sicher auf dem Schulweg: Technik, Tipps und gute Ideen

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Für viele Eltern ist es ein sehr emotionaler Moment, wenn die Kids zum ersten Mal allein in die Schule gehen. Da mischt sich die Freude über die Selbstständigkeit des Nachwuchses mit der Sorge, ob auch alles gut geht. Lesen Sie hier, wie Sie Ihre Kids maximal fit machen, um sicher auf dem Schulweg unterwegs zu sein.

Für die meisten Kinder markiert der Schulanfang die ersten selbstständigen Schritte in die große, weite Welt. Dabei fällt es oft nicht ganz leicht, die Kinder so einfach rauszulassen. Doch es ist auch keine Lösung, die Kiddies noch in der fünften Klasse mit dem Auto in die Schule zu bringen. Schließlich lernen die in der Schule ja nicht nur Schreiben und Rechnen, sondern vor allen Dingen, wie man auf eigenen Füßen steht – und sich sicher damit fortbewegt.

Die Schule ist ein toller, neuer Lebensabschnitt und bietet unter anderem die fantastische Aussicht, zum ersten Mal mit Freunden ohne Aufsicht der Großen unterwegs zu sein. Inklusive dem Abstecher zum Bäcker oder zum Kiosk an der Ecke, wo das Taschengeld ohne Mamas mahnenden Blick einer sinnvollen Verwendung zugeführt wird.

Das geht nur, wenn Kinder selbstständig sicher den Schulweg hinter sich bringen. Und dabei birgt der städtische Straßenverkehr doch so manches Risiko, das Mütter nicht ganz kalt lässt. Sei es, weil der Sohnemann ein so verwegener Draufgänger ist, der schnell auf unvorhersehbare Ideen kommt. Oder weil Töchterchen so gerne träumt, dass man nie genau weiß, wohin die Gedanken gerade unterwegs sind. Wie bringen wir die Kinder also sicher auf den Schulweg? Dabei ist eine gut durchdachte Ausrüstung das eine, und gesunde Überlegung und Vorbereitung das andere.

Sehen und gesehen werden

scout_ranzenGesehen werden ist immer das wichtigste. Solange Autofahrer Kinder in der Nähe sehen und erkennen können, schalten sie von sich aus in einen vorsichtigeren Gang. Zum Schulanfang im August ist es früh taghell. Gute Bedingungen für den sicheren Start. Doch der Winter naht und trotz Zeitumstellung ist es zum Schulbeginn am morgen bald schon ziemlich duster.

Helle Kleidung in Signalfarben und reflektierende Flächen sind auch im Dunkeln kaum zu übersehen. Mit einer Warnweste gehen Sie vor allem am Anfang auf Nummer sicher. Und vor allem der Schulrucksack ist ein wichtiges Element für die Schulwegsicherheit.

Gemäß der „Schulrucksacknorm“ DIN 58124 müssen 20 Prozent der Fläche aus fluoreszierenden und zehn Prozent aus retroreflektierenden Materialien bestehen. Die Schulranzen strahlen vor allem das Licht von Autoscheinwerfern und Straßenlaternen nach hinten und zur Seite. Auch die Vorderseiten müssen normgemäß zu zehn Prozent reflektieren.

Achten Sie darauf, ob der neue Rucksack die DIN-Norm erfüllt beziehungsweise, ob er in seiner Sicherheits-Ausstattung diesen Anforderungen entspricht. Bei den großen Tornister-Marken wie Scout, McNeill und 4You erfüllt fast das komplette Sortiment die DIN-Norm. Schließlich gibt es durchaus auch Rucksäcke, wie zum Beispiel von Ergobag, die bei der Sicherheit die Normvorgaben konsequent einhalten.

Von vorn hilft der Schulrucksack trotz allem weniger. Helle Kleidung ist für einen sicheren Schulweg im Winter selbstverständlich. Mindestens Jacke oder Hose sollte in einer Signalfarbe gehalten sein oder einen hohen Anteil Anteil von weißen und neonfarbenen Flächen besitzen. Die coole, leuchtend bunte Wintermütze schließt die sichere Garderobe ab. Die ist ja nicht nur ein Sicherheitsmoment, sondern auch ein cooler Eyecatcher, zu dem Sie die Kids nicht lange überreden müssen

Ein sicherer Schulweg entspannt Eltern und Kinder

Junge-Jacke-IcePeakDer zweite und genauso wichtige Ansatz für den sicheren Schulweg ist, Risiken von vornherein so weit wie möglich zu vermindern. Eltern planen den Schulweg daher bewußt nicht nur nach der Kürze, sondern nach der Sicherheit. Dann gehen die Kids lieber zwei Ecken mehr über die ruhige Nebenstraße als auf schmalem Fußweg an der Hauptstraße entlang. Achten Sie bei der Planung vor allem auf die wichtigsten Gefahrenquellen: Kreuzungen und Stellen, an denen Kinder die Straße überqueren müssen. Je weniger befahren die Straßen an diesen Stellen sind, desto besser. Fußgängerampeln sind immer eine sichere Wahl. Aber auch damit müssen Kinder sich ausreichend auskennen, um nicht automatisch bei Grün loszugehen, sondern vorsichtshalber nochmal zur Seite zu sehen.

Für die meisten Grundschulen gibt es einen Schulwegplan, der in Zusammenarbeit mit der Verkehrspolizei entwickelt wird. Hier sehen Sie deutlich, welche Wege im Einzugsgebiet mit Fußgängerampeln und sicheren Fußwegen ausgestattet sind, und wo besondere Gefahrenstellen liegen.

Eigentlich gehört die Einrichtung sicherer Schulwege für jede Grundschule zur staatlichen Vorsorgepflicht. Leider wird sie in der Praxis noch nicht in jeder Stadt konsequent umgesetzt. Informieren Sie sich im Zweifelsfall bei Ihrer zukünftigen Schulleitung, wie es damit steht. Sollte es noch keinen Schulwegplan geben, wäre das ein Anliegen, das der Elternrat bei Schulleitung und Stadtverwaltung vorantreiben kann.

Verkehrsregeln kennen heißt, sicher unterwegs zu sein

Möchte Ihr Kind von Anfang an gern selbst in die Schule gehen? Dann freuen Sie sich über das gesunde Selbstvertrauen und genießen Sie die Freiheit, die das auch für Sie als Eltern bedeutet. Mit der richtigen Vorbereitung klappt das in der Regel ohne Schwierigkeiten.

Genauso wichtig, wie gut sichtbare Kleidung ist die Übung, mit der sich die Kinder im Straßenverkehr zurecht finden. Nutzen Sie Ausflüge und Spaziergänge, um gemeinsam den Straßenverkehr genauer zu betrachten. Spielen Sie Verkehrsschilderraten und fragen Sie die Kinder hin und wieder, warum hier das eine Auto steht und das andere weiterfährt. Welche Regeln schützen Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer? Vertiefen Sie das mit schönen Kinderbüchern, die das Thema spannend in Bilder und Worte fassen! Ihr Buchhändler an der Ecke berät Sie dazu gern.

Übung für den sicheren Schulweg

Ein großer Vorteil ist es, wenn größere Geschwister oder Freunde aus der Nachbarschaft in die selbe Schule gehen. Dann können Ihre Kinder in Begleitung Gleichaltriger gehen und alle achten aufeinander. Oft findet sich nach den ersten Schulwochen jemand in der Klasse, mit dem man sich jeden Morgen an einer Ecke treffen und zusammen gehen kann. Mit etwas Übung klappt es aber auch allein in der Regel ohne Schwierigkeiten.

Beginnen Sie am besten etwa sechs Wochen vor der Schule und rechtzeitig vor dem Sommerurlaub, regelmäßig den Schulweg zu üben. Gehen Sie ein oder zwei mal in der Woche gemeinsam zur Schultür. Das steigert auch die Vorfreude. Wichtig ist, dass die Eltern dabei Disziplin zeigen und nie spontan von der sichersten Variante abweichen. Überqueren Sie die Straße immer genau dort und genau so, wie es die Kleinen später nachmachen sollen. Ruhe bewahren und lieber etwas länger an der Ampel warten ist die richtige Devise. Sprechen Sie dabei mit den Kleinen über die verschiedenen Dinge, die im Straßenverkehr besondere Beachtung verdienen.

Später überlassen Sie dann von der Haustür an den Kindern die Führung und gehen dorthin, wo die Kleinen Sie hinführen. Bleiben Sie sparsam mit Ihren Hinweisen. Lassen Sie ihnen die Gelegenheit, selbst zu entscheiden, wie und wo eine Straße überquert wird. So können Sie sehen, was schon sicher sitzt und wo noch etwas geübt werden sollte. Wenn Sie dieses Programm konsequent durcharbeiten, können Sie in der letzten Woche Ihren stolzen Schulanfänger schon einmal allein losgehen lassen und ihn in Sicht- und Rufweite begleiten. So sehen Sie auch für sich selbst, dass es keinen Grund zur Sorge gibt. Und Ihre Kids sind sicher auf dem Schulweg unterwegs.

Bleiben Sie entspannt und haben Sie Vertrauen zu Ihrem großen Schulkind: Mit Übung, Umsicht und viel reflektierendem Stoff kommen Ihre ABC-Schützen auch im Stadtverkehr sehr gut zurecht!

Foto Header: © sabine hürdler

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Peter

Ist passionierter Geschichtenerzähler mit einer Vorliebe, alte Spiele neu zu entdecken.

In drei Worten bin ich:

Geschichtenerzähler, Spieleerfinder und Aushilfs-Abenteurer

So hieß mein liebstes Kuscheltier als Kind:

Moritz. So heißt er immer noch. Sitzt grad hier hinter mir.

Ohne dieses Spielzeug konnte ich damals das Haus nicht verlassen:

Als ich klein war, haben wir auf Bretterstapeln und Bäumen gespielt. Hammer und Nägel waren super wichtig. Später ging es nirgendwohin ohne meine Mundharmonika, kein klassisches Spielzeug, spielt sich aber klasse.

Von dieser Spielzeug-Erfindung träume ich bis heute:

Ich entdecke lieber gute und gerne auch alte Spiele. Ich träume davon, das alles mal in Ruhe mit Freunden auszuprobieren!

Wäre ich heute noch mal Kind, würde ich auf jeden Fall:

Ständig mit Freunden unterwegs sein. Zusammen spielt es sich eben am besten. Mit und auch ohne Zeug.

Von dieser Kindheitserinnerung werde ich mich nie trennen:

Ich war sechs oder sieben, meine Schwester acht. Wir hatten einen winzigen Puppenherd, der richtig heiß geworden ist. Darauf haben wir echtes Essen gekocht! Nicht lecker, aber unglaublich spannend.

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