Reisespiele: Klassiker ohne Brett und Karten

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Reisen ist herrlich, wenn man erst am Ziel ist. Aber auch der Weg in die Fremde ist doch ein großartiges Abenteuer! Damit lange Fahrten oder Flüge für Eltern und Kinder Spaß und kein Stress werden, suchen Sie sich zur Vorbereitung am besten zwei oder drei Reisespiele raus: Ohne Spielbrett, Anleitung, Karten oder Würfel. Aber mit endlos viel Spaß und Spannung. 

Die Urlaubszeit lockt mit spannenden Abenteuern in naher oder weiter Ferne. Bis dahin gibt es nur ein Problem: Der Weg. Die wenigsten Kinder sind begeistert über die Aussicht, mehrere Stunden aus den Fenstern von Auto, Zug oder Flugzeug die Welt anzusehen – und dabei möglichst unauffällig zu sein.

Ein gutes Buch hilft auch über die längste Fahrt. In den letzten Jahren hat es sich außerdem eingebürgert, dass Groß und Klein sich auf langen Fahrten mit dem Smartphone unterhalten. Aber nicht jeder ist eine Leseratte. Und der kalte Touchscreen ist kein angemessener Spielpartner für aufgeweckte Kids.

In solchen Momenten ist es toll, wenn einer ein Spiel kennt, das auch ohne Brett, Anleitung und besonderes Material auskommt. Großartige Reisespiele ohne Brett und Anleitung, ohne Spielkarten und große Kiste gibt es unzählige. Und manche von ihnen sind so alt, wie die Idee des Reisens selbst.

Rätselgeschichten mit unerwartetem Ausgang

black_storiesDas schönste Spielmaterial haben wir immer dabei: Unsere Sprache und die Ideen in unserem Kopf. Rätsel und Geschichten haben immer auch etwas von einem Spiel. Manchmal weniger, oft auch mehr. Aber sie sind immer eine wunderbare Art und Weise, sich gemeinsam die Zeit zu vertreiben. Es geht beim Raten und Erzählen nämlich nie nur um die Geschichte, sondern vor allem darum, dass wir sie gemeinsam erleben.

Neben klassischen, kleinen Rätseln, wie sie in vielen Kulturen überliefert sind, besitzen vor allem die Rätselgeschichten einen enormen Reiz, die mit geschickten Fragen gelöst werden müssen. Hier steht am Anfang immer eine ungewöhnliche Geschichte, von der nur das Ende verraten wird – mit wenigen „bemerkenswerten“ und gerne auch recht makabren Details. Ausschließlich durch Ja-Nein-Fragen gilt es nun, den Hintergrund einzugrenzen, und herauszufinden, wie es zu dieser Situation kommen konnte.

Diese Variante des Geschichtenrätsels ist uralt und wer einmal auf einer Jugendfreizeit war, der weiß, wie effektiv ein ungelöstes Rätsel das Einschlafen erschweren kann. Die „Black Stories“-Reihe aus dem Moses Verlag rief diese alte Rätselform vielen wieder ganz neu in Erinnerung. Das tolle daran ist, dass die Rätsel alle Beteiligten gemeinsam intensiv in eine Geschichte hineinnehmen. Alle spielen gleichzeitig, tauschen sich aus und sogar der Autofahrer kann miträtseln und Fragen stellen.

Wenn Ihnen keine Geschichte in den Sinn kommt, die noch ungelöst ist, und die Black Stories nicht im Reisegepäck liegen, dann versuchen Sie es statt dessen einfach mit einem banalen Gegenstand. Sie denken sich irgendein konkretes Ding aus. Dazu dürfen nun alle Mitspieler Fragen stellen. Gewonnen hat, wer errät, woran Sie gerade denken. Zu schwierig? Sie werden verblüfft sein, wie schnell ein Sechsjähriger erraten hat, dass Sie sich das Flugzeug, den Kater zu Hause oder Ihren linken Schnürsenkel ausgesucht haben!

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen

Eine andere, wunderbare Möglichkeit, sich mit Sprache und Geschichten zu unterhalten, sind Fortsetzungsgeschichten. Es ist nicht jeder ein begnadeter, spontaner Geschichtenerfinder. Aber zusammen macht das Erzählen immer einen unglaublichen Spaß.

Suchen Sie sich gemeinsam einen Helden raus, überlegen Sie, wo der gerade ist, und geben Sie ihm irgendein Problem. Dann gehen Sie nur ganz entspannt den ersten Schritt – und geben die Geschichte an den nächsten ab. Sie werden sehen, wie kurz eine dreistündige Verspätung auf dem Flughafen sein kann. Manchmal begleiten einen solche Geschichten nicht nur durch den ganzen Urlaub, sondern entwickeln sich auch in den Wochen danach noch weiter und sorgen für wunderbare Erinnerungen.

Die Welt vor dem Fenster

Spannendes Spielmaterial für Reisespiele ohne Spielbrett findet sich immer um Sie herum. Eine fremde Umgebung zu entdecken, ist aufregend genug. Wenn ein kleines Spiel dazu Anlass gibt, umso besser.

Der Klassiker dafür ist „Ich sehe was, was du nicht siehst“. Eigentlich wird es ja mit Farben gespielt. Und das kann sehr einfach oder sehr knifflig sein. Aber experimentieren Sie doch mal und verwenden Sie auch andere Eigenschaften oder Kombinationen daraus!

Plötzlich kommen die grauen Zellen auf Trab und Sie beginnen, Ihre Umgebung mit ganz neuer Aufmerksamkeit zu betrachten. Was ist hier „klein und unpraktisch“? Was ist „teuer und besteht vor allem aus Metall“? Was „braucht Mama jeden Tag, aber Papa nur einmal in der Woche“? Solche tiefgehenden Fragen graben unsere Wahrnehmung um, lassen uns spannend um die Kurve denken und ganz nebenbei auch die Zeit im Flug vergehen.

Noch eine tolle Variante für lange Zug- oder Autofahrten: Spielen Sie dieses großartige Reisespiel ohne Spielbrett mit der Welt, die gerade vor dem Fenster vorbei zieht! Einer sucht sich etwas aus, das er gerade sieht, und beschreibt es mit mindestens zwei Eigenschaften. Der andere muss nun versuchen, es schnell zu erraten. Und oft genug gelingt es, das Rätsel auch dann aus der Erinnerung zu lösen, wenn das Objekt schon lang vorbeigezogen ist. Nun darf derjenige, der es erraten hat, sein Rätsel stellen. Die alte Formel „Ich sehe was, was du nicht siehst, und das sieht … aus“ sollten Sie allerdings abkürzen.

Mit Stift, Papier und Köpfchen

moleskine_kariertWozu brauchen Sie auf der Reise Spielbrett, Material und eine lange Anleitung, wenn Sie Stift und Papier dabei haben? Ein Bleistift und ein Notizbuch mit Karomuster ist genug Stoff für einen Urlaub voller strategischer Herausforderungen. Es muss ja nicht immer nur Tic-Tac-To sein. Endlose Faszination steckt in Klassikern wie „Fünf-in-einer-Reihe“, „Käsekästchen“ und „Schiffe versenken“.

„Fünf-in-einer-Reihe“ ist eine interessante Herausforderung, die Köpfe schneller zum rauchen bringt, als viele erst vermuten. Das einfache Prinzip wurde schon im antiken Asien gespielt. Aufmerksamkeit und kluge Vorausschau sind gefragt, wenn Sie Ihre Fallen bauen und dabei die des Gegenspielers klug außer Gefecht setzen. „Vier gewinnt“ ist die einfachere Variante, die auch gut auf Papier funktioniert.

Taktik pur steckt in den berühmten „Käsekästchen“. Spielen Sie klassisch mit einem einfachen Quadrat oder als unregelmäßige Fläche! Testen Sie, welchen Unterschied es ausmacht, wenn der Rand schon vorgegeben ist oder, wie in Frankreich üblich, zusätzlich abgestrichen werden muss! Und liefern Sie sich mit Ihren Kindern atemlose Duelle um die letzten freien Quadrate!

„Schiffe versenken“ verspricht ähnliche Hochspannung. Vor allem, wenn Sie Sonderregeln wie Küstenbatterie und Seeminen einbeziehen. Entwickeln Sie Ihre persönlichen Hausregeln und verlegen Sie das Spiel, wenn Sie mögen, an einen anderen, weniger kriegerischen Schauplatz!

Diese uralten Spiele funktionieren immer, fesseln die Aufmerksamkeit, benötigen ein Minimum an Platz und Material und können als Partie auf über mehrere Tage fortgesetzt werden. So sorgen sie für tolle Urlaubserinnerungen in Kombination mit Strand, Sonne und dem Duft nach Meer. Vergessen Sie nur den Spitzer nicht!

Kreide, Schnur und Gummitwist

Ein wenig mehr Platz und Material brauchen Kinder für Hüpfspiele wie „Himmel und Hölle“ oder die unendlich vielen Varianten von Gummitwist. Für längere Wartezeiten an Flughäfen und Bahnhöfen können das tolle Ideen sein. Die Kinder müssen so nicht still sitzen und tollen zugleich nicht unkontrolliert zwischen Zügen und fremden Reisenden herum. Kreide und Gummiband passen auch in jede Handtasche.

Wenn sich dann noch ein kürzeres Stück Schnur findet, können Sie sich in alten, aus grauer Vorzeit überlieferten Fadenspielen üben. Wunderschöne Figuren bilden sich, wenn die Schnur um den richtigen Finger läuft. Viele dieser Formen sind schon tausende von Jahren alt. Und ein Interkontinentalflug ist die perfekte Gelegenheit, sich daran zu erinnern und sie an die nächste Generation weiterzugeben.

Die besten Reisespiele brauchen weder Spielbrett, noch Anleitung und erst Recht kein Smartphone. Das wichtigste ist Fantasie und die Lust, etwas zusammen zu machen. Ich wünsche viel Spaß beim wiederentdecken und eine wunderschöne Reise!

Teaser-Bild: © altanaka – Fotolia.com

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