Teddybären – Wolfgang Höger erklärt ihre Faszination

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Teddybären – die wahrscheinlich beliebteste Spielware der Welt

Als Zentral-Einkäufer für den Bereich Spielwaren bei Kaufhof kennt Wolfgang Höger die deutsche und internationale Spielwarenwelt wie seine Westentasche. Was Trend wird und was nicht, liegt häufig auch in seiner Hand. Ein Hype, der weder bei Groß noch Klein jemals abreißen wird, ist die Begeisterung für Teddybären.

Was macht die große Faszination für Teddybären aus?

Das ist eine gute Frage. Ich glaube, dass mit der großen Vielfalt an Teddybären durch Steiff und Teddy automatisch etwas ganz Niedliches entstanden ist. Und zwar so weit, dass Kinder in den Zoo gehen und denken, der Bär ist ein ganz liebes, tollpatschiges Tier. Dieses Denken hat sich  über Generationen verfestigt. Kein Kind darf heute ohne einen Teddybären groß werden.

(c) Galeria KaufhofWas verbinden Kinder mit der Figur des Bären?

Ich glaube, es hat weniger mit der Figur des Bären an sich zu tun, sondern es ist einfach das erste Plüschtier, das Kinder in ihrem jungen Leben zu Gesicht bekommen. Damit werden sie groß. Der Bär ist somit immer etwas Besonderes. Ich weiß noch genau, als ich meinen ersten Teddy bekommen habe: Ich war ich begeistert. Endlich konnte ich mich Nachts in etwas reinkuscheln, wenn ich Angst  im Dunkeln hatte. Er war seit Beginn meines Lebens mein Begleiter – mein Lieblingsbär. Wenn Sie heute Erwachsene fragen, was Sie noch aus Ihrer Kindheit behalten haben, dann ist es meistens der Teddybär.

Welcher Bär ist beliebter: Der weiche und kuschelige oder der mit Gelenken?

Die Kinder mögen natürlich immer das Weiche und Kuschelige. Teddys mit Gelenken oder Sprechfunktionen interessieren eher die Älteren. Der Umgang mit einem Teddybär funktioniert bei Kindern eher auf der emotionalen Ebene. Und das geht mit einem niedlichen, kuscheligen Teddy einfach besser als mit einem Funktionsteddy. Der Kuschelteddy macht alles mit und er spricht auch mit mir. Und zwar genau das, was ich gerade möchte und mir vorstelle. Ein solcher Teddy ist viel beweglicher als die funktionale Variante. Angeregt durch meine eigene Fantasie.

(c) Steiff

Wie wichtig sind Teddybären und Kuscheltiere allgemein für die Entwicklung von Kindern?

Stofftiere sind für Kinder in allererster Linie Beschützer und Freunde. Ihnen kann ich etwas anvertrauen, was ich sonst niemanden anvertrauen kann. Bei ihnen kann ich mich auch mal ausheulen. Uns erreichen immer wieder herzzerreißende Geschichten. Eine besorgte Mutter schrieb uns neulich, ihr Kind habe seinen Lieblingsteddybären verloren und könne daher nächtelang nicht mehr schlafen. Sie schickte uns ein Foto des Kuscheltiers und fragte, ob wir ihr helfen könnten. Wir haben daraufhin den gesuchten Bären besorgt und ihn zum Kind geschickt. Dann kam der Brief des Kindes zurück: „Lieber Onkel Rudi, du bist der liebste Onkel der Welt, weil du mir meinen Freund Petzi wieder gebracht hast.“ Allein diese Geschichte zeigt schon die Verbindung zu den Kuscheltieren. Wir empfehlen jedem Elternteil daher auch immer ein Ersatzkuscheltier zu kaufen.

Inwiefern lernen Kinder durch die Beziehung zum (c) SteiffKuscheltier soziale Kompetenz und Verantwortungsbewusstsein?

Das lässt sich ganz gut an einem Beispiel erklären: Das Kind geht Abends ins Bett. Wer wird zuerst zugedeckt: Der Bär oder das Kind selber? Die Antwort kann sich hier wohl jeder selber denken. Genau dieses Verhalten zeigt die erlernte soziale Kompetenz. Und der Lieblingsbär wird noch viel behutsamer zugedeckt als der Ersatzbär. Der muss vielleicht sogar draußen schlafen. (lacht)

Haben Sie Tipps für die Pflege von Kuscheltieren?

Zunächst einmal sollte man keine Angst vor schmuddeligen Kuscheltieren haben. Auch wenn sie etwas schmutzig  aussehen, sind sie noch lange nicht hygienisch bedenklich. Man kann sie auch problemlos waschen, selbst wenn es nicht explizit drauf steht. Nur heiß waschen sollte man sie nicht, damit die Nähte nicht beschädigt werden. Auch von dem Tipp, Kuscheltiere ins Eisfach zu legen, rate ich persönlich ab. Das tut den kuscheligen Freunden auch nicht wirklich gut.

Muss ich mein Kind von seinem geliebten Teddybären entwöhnen?

Ich bin kein Pädagoge und kann daher nur folgendes dazu sagen: Was ist schlimm daran, wenn eine junge Frau heute noch einen Teddybären auf Ihrem Bett sitzen hat? Oder nehmen Sie das Beispiel meiner Tante im Altenheim: In Ihrem Bett hat sie immer noch ihren geliebten Teddybär von damals bei sich. Denn die Beziehung zu dem Teddy ist ihr sehr wichtig. Ich weiß gar nicht, ob es gut wäre, das zu entwöhnen.

(c) SteiffWorauf sollte ich beim Kauf eines Kuscheltiers achten?

Zum einen sollte man auf die Hinweisschilder achten: Ist das Kuscheltier geprüft und sicher? Zum anderen sollte man sich auf sein Gefühl verlassen. Wenn ich ein Plüschtier kaufe, halte ich es immer zuerst an meine Wange. Dadurch spüre ich, ob es weich ist oder wie es sich generell anfühlt. Ich nenne das den „Höger-Test“. Das empfehle ich auch jedem Elternteil: Nehmen Sie es in die Hand, berühren Sie es, entwickeln Sie ein Gefühl dafür. Dann wissen Sie, ob Sie es Ihrem Kind geben möchten oder nicht. Alle Plüschtiere bei uns im Kaufhof haben dieses Feeling, auch „Bob der Bär“. Denn bei allen habe ich höchstpersönlich den „Höger Test“ gemacht (lacht).

Was sollte man tun, wenn ein Teddybär verloren geht?

Kommen Sie einfach bei uns vorbei. Wir haben aber auch schon für besorgte Mütter einen Bären wieder bauen lassen. Denn es kann für ein Kind in einem gewissen Alter schlimme Folgen haben, wenn es sein Kuscheltier von heute auf morgen einfach verliert.

Herr Höger, wir danken Ihnen sehr für das spannende Interview!

Weitere Infos zu unserem Spielwaren-Experten Wolfgang Höger erfährst Du in diesem Interview.

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