Carrera: Der quicklebendige Spielzeugmythos

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(c) CarreraDröhnende Boliden driften in mörderischer Geschwindigkeit um enge Kurven, halsbrecherische Überholmaneuver mit Top Speed und Zuschauer atemlos vor Spannung – das ist Slotracing. Wobei das Dröhnen der Ehrlichkeit halber vielleicht eher ein kraftvolles Summen und Rauschen ist.

Klingt nach mehr als coolem Spielzeug? Ist es auch. Die Clubs und Rennligen legen schnell nahe, dass es hier um mehr geht, als flotte Spielerei für Kids. Für Tausende von leidenschaftlichen Fans ist das Slotracing mit all seinen Facetten ein ernstzunehmender Sport.

Seine Wurzeln liegen im Railracing, das noch ein wenig an das Blechspielzeug des 19. Jahrhunderts erinnerte. In den 50er Jahren gab es auf selbst gezimmerten Bahnen diese Modellautorennen in den Hinterzimmern von britischen Bars, bei denen es vor allem ums Wetten ging. In den 60ern und 70ern traf sich die Szene an professionellen Mietbahnen, die es in fast jeder großen Stadt gab. Erste elektrische Spurbahnen für zu Hause wurden von Scalextric oder Stabo entwickelt. Doch ein Hersteller ist mehr als alle anderen mit der Verbreitung des Slotracings verbunden und hat das Feeling unübertroffen in die Dachböden, Hobbykeller und Kinderzimmer transportiert: Hermann Neuhierl und Carrera.

©-st-fotograf-Fotolia.comBis zum heutigen Tag hat die Carrera Bahn nichts von ihrem Reiz verloren. Carrera ist in der Renn- und Bastlerszene genauso lebendig, wie in den Kinderzimmern. Wenn sich die ganze Familie darin überbietet, mit glühenden Schleifkontakten auf der Ideallinie zu driften, bleiben TV und Spielkonsole links liegen.

In der lebendigen Renn-Szene werden auf Vereinsbahnen regelmäßige Turniere ausgetragen. Auch der Aufbau der Fahrzeuge gehört dazu: Neueste Supersport-Modelle oder liebevoll aufgebaute Vintage-Fahrzeuge fahren nach exakt definierten Regeln bezüglich Leistung, Karosserieformen und Trimming-Gewichten gegeneinander. All das macht Carrera zu einem quicklebendigen Spielzeugmythos, der es seit langem verdient, hier etwas genauer vorgestellt zu werden. 

Carrera Digital: Der neue Maßstab für Slotracer ist digital

Seinen Kultstatus erwarb sich die Carrera Bahn vor allem mit den Systemen Carrera 132 Universal und Carrera Profi. Viele Eltern, die heute an das Spielzeug ihrer Kindheit zurückdenken und sich dabei überlegen, was den eigenen Kids gefallen könnte, denken an die Carrera Bahn und meinen damit die Universal im Maßstab 1:32. Die Uni wird seit 1985 schon nicht mehr hergestellt. Die Carrera Profi wurde 2006 eingestellt.

Andere, zum Teil hoch innovative und auch lenkbare Systeme in Maßstäben von 1:24 bis 1:60 hatten teilweise Kultstatus und werden bis heute gesammelt und gefahren. Einen gut geordneten Überblick gibt es bei Wikipedia.

Aktuell sind fünf verschiedene Systeme. Flaggschiff ist die Carrera Evolution. Die anspruchsvolle Bahn kann mit 1:24 Wagen aber auch mit den 1:32 Fahrzeugen der Universal gefahren werden. Das macht sie auch für die ersten Generationen sehr interessant. Die digitale Variante der 1:32 Bahn heißt aktuell Carrera Digital 132.

Sehr verbreitet ist auch die eher actionlastige und einfacher zugängliche EinsteigerbahnCarrera-Bahn Carrera Go!!! im handlicheren Maßstab 1:43. Die Go!!! ist im Gegensatz zum sportlichen Anspruch der Evolution ein echtes Funspielzeug, was dem Fahrspaß aber nicht abträglich ist. Die digitale Variante der Go!!! ist die Carrera Digital 143.

Dazu kommt noch der digitale Nachfolger der ebenfalls sehr beliebten und mittlerweile eingestellten Carrera Exclusiv. Die große Bahn im Maßstab 1:24 wird nun als Carrera Digital 124 weitergeführt.

Es ist schon lange deutlich geworden, dass die Zukunft des Slotracings digital ist. Statt zwei können durch die digitalen Decoder an jedem einzelnen Wagen bei der Digital 132 bis zu sechs Fahrzeuge gleichzeitig betrieben werden. Analoge Fahrzeuge können mit Digitaldecodern nachgerüstet werden. Und die digitalen Wagen funktionieren auch auf den alten, analogen Bahnen tadellos.

Carrera-Bahn1Dazu kommt die interessante Möglichkeit, Hindernisfahrzeuge zu programmieren, die selbstständig ihre Runden drehen und geschickte Spurwechselmaneuver verlangen. Das fügt jedem Rennen noch einmal eine ganz neue, herausfordernde Note hinzu.

Ein Mordsspaß – erst beim Aufbauen der Carrera-Bahn und dann beim Fahren

Allem voran macht Carrera fahren einfach einen Mordsspaß. Egal ob zwei Wagen oder sechs, ob neue Digitalbahn oder die „Vintage“ Uni – wer den Druck perfekt dosiert und gerade so nicht aus der Kurve fliegt, geht am Ende als Erster durchs Ziel. Und fiebert schon auf den nächsten Durchgang.

Fast grenzenlos lässt sich der Fahrspaß ausbauen. Einmal durch besondere Streckenlayouts, die sich jeder selbst zusammenstellt oder die als Super-Ausbau auch von Seiten des Herstellers vorgeschlagen werden. Die einzige wirkliche Begrenzung ist der Platz auf dem Dachboden.

Was hat Ihnen an Ihrer alten Bahn immer am meisten Spaß gemacht? Wenn ich zweimal raten darf, tippe ich auf Looping und Steilkurve. Neben diesen zwei Sonderteilen, die eigentlich schon fast Standard sind, gibt es die Spurwechsel zum überholen, die gefährliche Spurverengung, Kurven in verschiedenen Radien und jede Menge weitere Möglichkeiten, die eigenen Bahn zur Mega-Custom-Rennstrecke zu machen.

Ein echtes Highlight, auf das man gar nicht so schnell kommt: Auch als Gartenbahn im Freien lässt sich die Carrera Bahn fantastisch fahren. Integriert in eine natürliche Landschaft und mit endlosem Slotracing-Spaß bei Ihrer nächsten Grillparty! In diesem Forum finden Sie bedenkenswerten Punkte schön zusammengestellt. Die Feuchtigkeit ist für die Leitschienen kein Problem. Die Zuleitungen müssen allerdings vor Regen gut gesichert sein.

Holen Sie die alte Carrera Bahn aus dem Keller! Ich wünsche Ihnen enorm viel Spaß und klasse Rundenzeiten mit diesem neuen, alten Spielzeugmythos.

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Peter

Ist passionierter Geschichtenerzähler mit einer Vorliebe, alte Spiele neu zu entdecken.

In drei Worten bin ich:

Geschichtenerzähler, Spieleerfinder und Aushilfs-Abenteurer

So hieß mein liebstes Kuscheltier als Kind:

Moritz. So heißt er immer noch. Sitzt grad hier hinter mir.

Ohne dieses Spielzeug konnte ich damals das Haus nicht verlassen:

Als ich klein war, haben wir auf Bretterstapeln und Bäumen gespielt. Hammer und Nägel waren super wichtig. Später ging es nirgendwohin ohne meine Mundharmonika, kein klassisches Spielzeug, spielt sich aber klasse.

Von dieser Spielzeug-Erfindung träume ich bis heute:

Ich entdecke lieber gute und gerne auch alte Spiele. Ich träume davon, das alles mal in Ruhe mit Freunden auszuprobieren!

Wäre ich heute noch mal Kind, würde ich auf jeden Fall:

Ständig mit Freunden unterwegs sein. Zusammen spielt es sich eben am besten. Mit und auch ohne Zeug.

Von dieser Kindheitserinnerung werde ich mich nie trennen:

Ich war sechs oder sieben, meine Schwester acht. Wir hatten einen winzigen Puppenherd, der richtig heiß geworden ist. Darauf haben wir echtes Essen gekocht! Nicht lecker, aber unglaublich spannend.

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