Die Siedler von Catan: Biete Lehm, suche Holz

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Vor gut 20 Jahren stellte Klaus Teuber ein Brettspiel ohne Spielbrett vor, das aus Hunderten kleiner Häuschen, Stäbchen und Kärtchen bestand. Die Presse sagte: „Zu kompliziert.“ Die Spieler sagten: „Spannend!“ Dann fingen sie an zu würfeln, zu bauen und noch vor dem zehnten Siegpunkt hatte eine neue Brettspiel-Epoche begonnen.

Das beliebte Aufbauspiel: Die Siedler von Catan

Die SiedlerIch erinnere mich gut, wie das damals war: Wir spielten Monopoly, Risiko und El Grande. Und plötzlich kam da dieses Spiel raus. Und dann spielten alle überall nur noch Die Siedler von Catan. Es gab einfach kein anderes Spiel, das so geniale Spannung, Tiefe und ausgewogene Taktik besaß. Mit einer ganzen Palette innovativer Entwicklungen haben die Siedler von Catan im Handstreich ein ganzes neues Genre geschaffen: Die Aufbauspiele.

Ein kurzer Überblick für alle, die Siedler nicht wie ihre Westentasche kennen: Das Prinzip, auf dem Die Siedler von Catan beruht, ist zur Grundlage einer äußerst erfolgreichen Spielegattung geworden. Es heißt „Ressourcenverwaltung“ und klingt nach Bürokram. Am Spieltisch wirkt es aber sehr handfest und aufregend.

Es geht darum, im richtigen Moment die richtigen Rohstoffe einzusetzen, um die eigene Siedlung weiter auszubauen. Über neue Rohstoffe bestimmt der Würfel. Die Spielfelder sind mit Zahlen markiert. Fällt die Augenzahl eines Feldes, erhält jeder, der an dieses Feld angebaut hat, den entsprechenden Rohstoff. Soweit, so einfach. Eine Straße kostet Lehm und Holz, für die neue Siedlung berappt der Brettspielpionier einmal Holz, Lehm, Korn und Wolle.

Der Ausbau der Siedlung bringt neue Chancen auf mehr Rohstoffe und Siegpunkte. Wer für zehn Siegpunkte gebaut hat, ist in der klassischen Partie der Sieger. Man baut also, um noch schneller noch mehr zu bauen. Und zwar möglichst geschickter, als die anderen.

Das bahnbrechende Brettspiel

Aber wohin? Die Bauplätze sind knapp, die guten erst recht. Meistens entscheidet der Spieler die Partie für sich, der die besten Kombinationen von Bauplätzen und Rohstoffquellen besetzen konnte. Dieser Wettlauf ist das zweite, häufig kopierte Schlüsselelement, das eine Siedler Partie ausmacht.

Dass die Siedler von Catan auch nach der zwanzigsten Partie noch so unglaublich viel Spaß machen, liegt an der Vielfalt der taktischen Möglichkeiten. So ergeben sich verschiedenste sinnvolle Spielstrategien. Immer und überall können Spieler sehr freie Entscheidungen treffen, dank des Handels selbst außerhalb des eigenen Zugs. Das beginnt bei der Freiheit, wo und wofür man Ressourcen einsetzt. Und endet beim taktischen und manchmal richtig fiesen Einsatz von Ereigniskarten.

Mit all dem setzten die Siedler Standards, die bis heute eine Messlatte für gelungene Brettspiele sind. Am aufregendsten war 1995 aber der Spielplan: Den gab es nämlich nicht. Er wurde vor jeder Partie aus 19 Sechseckfeldern zusammengestellt. Erst mit den Siedler-Erweiterungen folgten auch die Spielbretter.

Die Siedler Brettspiel

Wider Erwarten ergibt das keine fragile Fummelei – dafür eine ewig frische Spannung, die auch nach 20 Jahren packt, wie beim ersten Mal. Kein Wunder, dass auch diese Idee seitdem von vielen Autoren für Dutzende großartige Titel „ausgeborgt“ und weiter entwickelt wurde. Am populärsten gelang das dem ebenfalls bahnbrechenden Carcasonne.

Über zehn Millionen Mal verkauft und kein Ende in Sicht

Es ist wohl nicht notwendig, groß zu erklären, warum die Siedler von Catan mit allen großen nationalen und internationalen Spielepreisen bedacht worden ist. Zwanzig Jahre nach der Erstveröffentlichung ist die Siedler von Catan eins der erfolgreichsten und meistgespielten Brettspiele. Das Catan-Universum wächst noch immer.  Dafür ist die rege Fanszene verantwortlich. Hier werden ununterbrochen Varianten und Szenarien entwickelt, die dem absoluten Klassiker huldigen.

Mit über zehn Millionen verkauften Exemplaren gehören Die Siedler von Catan zu den ewigen Favoriten hunderter Spielerunden. In deutschen Wohnzimmern wird um Getreide und Erz gewürfelt. Und auf den kleinen japanischen Spieltischen stechen von extra verkleinerten Landschaftskärtchen für Holz und Wolle die Schiffe der Entdecker in See.

Die Siedler-Insel ist ein Urlaubsziel aller ersten Ranges!

Mit den Siedlern von Catan hielt auch das Prinzip der Erweiterungen Einzug in die Brettspielwelt. Zum ersten Mal konnte man erleben, wie ein Gesellschaftsspiel mit neuen Varianten Stück für Stück in die Tiefe wuchs. Mit jeder Erweiterung trug Teuber den Wünschen der Fans Rechnung, die auf Messen und Spieletreffen energisch erklärten, was sie sich auf der Insel noch dringend wünschten.

Siedler SeefahrerDie erste Themenerweiterung waren die Seefahrer. Die Grundregeln bleiben fast unangetastet. Schon zuvor gab es Häfen. Die wurden mit der Seefahrer Erweiterung wesentlich wichtiger. Mit den Schiffahrtsrouten bekamen die Straßen Konkurrenz. Profi-Siedler schätzen die Entdecker Szenarien, mit denen die Seefahrer Erweiterung ganz neue Aspekte und Taktiken ins Spiel bringt.

Bedeutende Veränderungen kamen mit Städte und Ritter. Mit dieser Erweiterung entsteht ein ganz neues Spielgefühl, bei dem der Pioniergeist der ersten Siedler zugunsten einer sich entwickelnden, mittelalterlichen Gesellschaft in den Hintergrund tritt. Deutlich zeigt sich hier, wie Teuber mit seinen Spielmechaniken große Geschichten und Erzählbögen entwirft.

Die Erweiterung Händler und Barbaren bringt einen neuen Variantenreichtum ins Spiel. Die Ereignisse auf Catan, die Fischer oder die Flüsse-Variante ermöglichen ganz neue Taktiken und Wege zum Sieg.

Entdecker und Piraten heißt die letzte Erweiterung. Verstärkt setzt Teuber hier auf die Lust am Entdecken. Zum ersten Mal können dafür die kleinen Schiffchen auch richtig aufs Meer hinaus geschickt werden. Wem das noch nicht reicht, der bekommt mit den Historischen Szenarien die Möglichkeit, mit Holz und Lehm an der Cheops Pyramide mitbauen oder dem Trojanischen Krieg zu einem alternativen Ende verhelfen!

Siedler_KartenspielAls Würfelspiel, Kartenspiel und sogar in einem „historischen“ Roman lässt sich die reiche Insel Catan erleben. Ein Urlaubsziel allerersten Ranges. Nicht nur was die Besucherzahlen angeht. Auch, weil Sie die Insel der Siedler bequem vom Couchtisch aus erreichen!

Als Einsteiger mit der Basis-Variante oder für Hardcore-Siedler mit allen Erweiterungen: Die lange Reise nach Catan ist seit über 20 Jahren eines der großartigsten Abenteuer im Brettspieluniversum!

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Peter

Ist passionierter Geschichtenerzähler mit einer Vorliebe, alte Spiele neu zu entdecken.

In drei Worten bin ich:

Geschichtenerzähler, Spieleerfinder und Aushilfs-Abenteurer

So hieß mein liebstes Kuscheltier als Kind:

Moritz. So heißt er immer noch. Sitzt grad hier hinter mir.

Ohne dieses Spielzeug konnte ich damals das Haus nicht verlassen:

Als ich klein war, haben wir auf Bretterstapeln und Bäumen gespielt. Hammer und Nägel waren super wichtig. Später ging es nirgendwohin ohne meine Mundharmonika, kein klassisches Spielzeug, spielt sich aber klasse.

Von dieser Spielzeug-Erfindung träume ich bis heute:

Ich entdecke lieber gute und gerne auch alte Spiele. Ich träume davon, das alles mal in Ruhe mit Freunden auszuprobieren!

Wäre ich heute noch mal Kind, würde ich auf jeden Fall:

Ständig mit Freunden unterwegs sein. Zusammen spielt es sich eben am besten. Mit und auch ohne Zeug.

Von dieser Kindheitserinnerung werde ich mich nie trennen:

Ich war sechs oder sieben, meine Schwester acht. Wir hatten einen winzigen Puppenherd, der richtig heiß geworden ist. Darauf haben wir echtes Essen gekocht! Nicht lecker, aber unglaublich spannend.

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