LEGO Friends: Wenn die Damen beim Bauen den Ton angeben

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Während sich die Jungs über Tantooine Raumschlachten liefern, können die Mädels endlich durch die LEGO Friends Shopping Mall flanieren! Die erfolgreiche Mädchenserie wächst ähnlich schnell, wie das LEGO Star Wars Universum. Und die beste Nachricht: Das alles lässt sich immer noch zusammenstecken. Und was dabei rauskommt, wenn sich Jungs- und Mädchenlego vermischt, entzieht sich seit jeher allen Kontrollversuchen.Lego Friends

Das LEGOversum ist relativ unendlich und hat viel Unerwartetes zu bieten. Heute geht die Reise in eine Gegend, die für frühere LEGO Maßstäbe aus dem noppenbesetzten Rahmen fällt. Je mehr wir uns der Stadt Heartlake City nähern, desto deutlicher wird der Kontrast zum Rest der bunten Bausteinwelt.

Die Ecken werden runder. Die Farbpalette rückt unauffällig in Richtung Pastell mit besonderer Berücksichtigung von Rot und Rosa. Und auf den Straßen duftet es nach Muffins. Die Fans haben es 2012 sofort gemerkt: LEGO Friends ist ein anderes LEGO. Vor allem, weil die Friends (fast) nur Mädchen sind.

Am Anfang sah es noch so aus, als wären die fünf Freundinnen nach Belville, Scala und Paradisa nur ein neuer Versuch, die Bausteine für Mädchen interessanter zu machen. Ist es auch. Aber hinter den Friends steckt eine Menge mehr. Vor allem viel intensives Zuhören.

Dass mit LEGO mehr Jungs als Mädchen spielen, scheint genauso ein Naturgesetz zu sein, wie dass etwa alle zehn Jahre eine neue Mädchenserie das Licht der Welt erblickt. Was bei den LEGO Friends von Anfang an anders war: Drei Jahre lang haben die Entwickler sich Zeit genommen und Hunderte von Mädchen gefragt: Womit wollt ihr spielen? Was macht euch Spaß? Was sollte aus eurer Sicht anders sein?

Dann haben sie die Antworten in eine Form gegossen, geschickt gewürzt und Bausteine draus gemacht. Das Resultat heißt LEGO Friends und ist eine große Erfolgsgeschichte.

LEGO Friends: Pastellfarbene Entschlossenheit und Minifiguren mit Stupsnasen

Lego Friends EmmaEs beeindruckt, mit welcher Entschlossenheit der Spielzeuggigant seit 2012 die besonderen Wünsche seiner weiblichen Zielgruppe erfüllt. Die Hauptforderungen waren: Realistischere Figuren, freundliche Farben, mehr Details zum spielen. Und ganz viele Abenteuer, die etwas mit dem ganz gewöhnlichen, coolen Alltag der Freundinnen und mit süßen Tierkindern zu tun haben.

So erhielt das LEGOversum einzigartige Figuren. Die Friends haben neben realistischen Körperformen und schicken Frisuren den System Minifigs noch was voraus: Sie haben eine Nase! Die hatten die Scala und Belville Figuren zwar auch schon. Aber wenn ich die beiden nebeneinander halte, machen die Friends trotz ihrer abstrakter gehaltenen Gesichtsformen einen sympathischeren Eindruck. Das könnte auch an den riesigen Augen über der Stupsnase liegen, mit denen sie gut in jeden Anime passen.

Abenteuer gehen auch ohne Bösewichte

Die herrlich fiese Madam Frost aus Belville vermisse ich trotzdem. Aber Heartlake City ist ja noch im Entstehen. Wer weiß, was da noch auf die fünf Freundinnen zukommt! Die ersten Sets drehten sich um das jeweilige Zuhause der fünf Mädchen. Dann kamen 2013 viele Hobbies und kleine Abenteuer rund um die Stadt dazu. Und auch, wenn es unwahrscheinlich ist, dass die fiese Belville Hexe sich auf den Weg in die neue Glitzerwelt macht, kann es dort noch spannend werden.

Lego Friends BauernhofDa denke ich aber schon wieder wie ein Junge. LEGO Friends ist nicht so gedacht und hat das auch nicht nötig. Die Sets der LEGO Friends Serie finden reißenden Absatz von den USA über Europa bis nach Fernost. Nur manche City Themen und die LEGO Star Wars Kisten müssen im Spielzeugregal öfter als die pastellfarbenen Päckchen nachgefüllt werden.

Beim Publikum hat LEGO Friends ganz offensichtlich einen freudigen Nerv getroffen. Die Mädels spielen mit größter Begeisterung einkaufen, retten Tiere und treffen sich mit der Clique an der Highschool. Das macht Spaß, auch wenn weder Häuser noch Raumstationen abbrennen und auch keine Autos in Einzelteile zerlegt werden.

Die Fanszene hat sich schon lange mobilisiert. Zu den LEGO Friends gibt es eine Animationsserie, ein Videospiel für die Nintendo 3DS, Stickermagazine und natürlich auf LEGO.de jede Menge Material, Videos, Infos und Spaß.

Auch Jungs sind willkommen in Heartlake City!

Mit dem Highschool Thema sind einige neue Bewohner nach Heartlake City gekommen, die ausnahmsweise keine Mädchen sind. Zu Anfang war Olivias Papa Peter nämlich das einzige Alien in einer sonst komplett weiblichen Welt. Einige Rezensenten fanden darin genauso, wie in der schönen, fröhlich bunten Heartlake-Welt viel Grund zum Anstoß. Kritiker der neuen Serie sagen: LEGO Friends propagiert überkommene Rollenmodelle in harmlos buntem Licht.

Da bringt LEGO Friends neben der Gender-Debatte auch die alte Frage nach der Erziehungswirkung von Spielzeug ins Rollen. Ist es in Ordnung, Kinder die Sachen zum spielen zu geben, auf die sie Lust haben? Oder sollten Spielzeugentwickler nicht alles machen, nur weil es gewollt ist und funktioniert? Die gleiche Frage wurde übrigens gestellt, als mit LEGO Star Wars Blastern die ersten modernen und detaillierten Waffen den Weg in die Päckchen  fanden.

Darüber zu reden ist gut und notwendig. Mit anderen Eltern und vor allem mit unseren Kindern. Die spielen dann im Kinderzimmer sowieso, was sie wollen. LEGO ist für alle da. Und nach wie vor kann jeder ein Meisterbauer werden und aus den Steinchen machen, was er will. Das hat der Kinofilm vergangenes Jahr toll vorgeführt.

Jungs sind dabei natürlich willkommen! Es passt schließlich immer noch alles zusammen. Welche faszinierenden Bausteinwelten würden wohl entstehen, wenn die Kids ein Wochenende lang die Jungs-WG von LEGO Star Wars und den Girls Club aus Heartlake City zusammenschütten?

Ob Ihr Rosa mögt oder nicht – LEGO Friends ist eine gelungene Serie, mit der die Welt aus Steckbausteinen viele lang gehegte Mädchenwünsche erfüllt. Ob die Kids dann lieber mit Andrea Muffins backen, mit Emma Emanzipation lernen oder mit Olivia aus den ganzen Einzelteilen ein Raumschiff bauen, werden sie wie immer selbst entscheiden.

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Peter

Ist passionierter Geschichtenerzähler mit einer Vorliebe, alte Spiele neu zu entdecken.

In drei Worten bin ich:

Geschichtenerzähler, Spieleerfinder und Aushilfs-Abenteurer

So hieß mein liebstes Kuscheltier als Kind:

Moritz. So heißt er immer noch. Sitzt grad hier hinter mir.

Ohne dieses Spielzeug konnte ich damals das Haus nicht verlassen:

Als ich klein war, haben wir auf Bretterstapeln und Bäumen gespielt. Hammer und Nägel waren super wichtig. Später ging es nirgendwohin ohne meine Mundharmonika, kein klassisches Spielzeug, spielt sich aber klasse.

Von dieser Spielzeug-Erfindung träume ich bis heute:

Ich entdecke lieber gute und gerne auch alte Spiele. Ich träume davon, das alles mal in Ruhe mit Freunden auszuprobieren!

Wäre ich heute noch mal Kind, würde ich auf jeden Fall:

Ständig mit Freunden unterwegs sein. Zusammen spielt es sich eben am besten. Mit und auch ohne Zeug.

Von dieser Kindheitserinnerung werde ich mich nie trennen:

Ich war sechs oder sieben, meine Schwester acht. Wir hatten einen winzigen Puppenherd, der richtig heiß geworden ist. Darauf haben wir echtes Essen gekocht! Nicht lecker, aber unglaublich spannend.

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