Monster High: Faszination der schicken Monster-Püppchen

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Monster sind in. Aber um den Gruselhype mit Werwölfen und Vampiren eine ganze Modepuppen-Serie zu lancieren, war selbst für Barbie-Erfinder Mattel ein sehr gewagter Schritt. Das Rezept ging voll auf – und verblüffte Eltern sollen ihren Töchtern plötzlich „Barbie-Puppen“ mit blassblauer Haut und abfallenden Gliedmaßen kaufen.

Monster High-Puppen: Die mystische Variante der Barbie

Was hat es auf sich mit den neuen Püppchen von Mattel? Die Köpfe der Puppen sind größer, als Mädchen es von der Königin der Modepuppen gewohnt sind. Die Körperproportionen sind noch etwas weiter vom realistischen Durchschnitt entfernt. Das alles gibt ihnen schon einen Touch des Unwirklichen, Fantastischen.

Als Rollenvorbild taugen die Monster High-Puppen auf den ersten Blick kaum. Ihr Alltag findet in der Parallelwelt der Geister, Monster und Ungeheuer statt. Bleibt noch der Modeaspekt. Toll angezogen sind sie alle. Wobei ein Hang zu Gothic und gedeckten Farben nicht unbemerkt bleibt.

Und wie erklärt sich der riesige Erfolg der schicken Monster-Püppchen? Monster sind in. Das Unheimliche und Gefährliche, das Fremde und das Andere haben schon immer großartige Faszination ausgeübt. Von uralten, auf der Ofenbank geraunten Hausmärchen über Romantiker wie Hoffmann und Fantastiker wie Lovecraft hat sich die Lust am Gruseln in die Pulp-Kultur und ins moderne Kino weiter vererbt.

 

Mit Harry Potter, romantischen Vampiren und dem Zombie-Mythos sind die uralten Motive in den letzten 10 Jahren auch in der Kultur für Kids immer stärker geworden. Man könnte sagen, Mattels Monster High ist nur eine konsequente Fortsetzung eines Trends. Und den gab es schon, als zum ersten Mal am Feuer Geschichten erzählt wurden. Also alles kein Grund, weshalb sich Eltern davor gruseln müssten.

Monster High: Sympathische Teenies – fast wie von nebenan 

Uralte und neue Motive und Klischeés werden von den Schülerinnen und Schülern der Monster High mit Leben erfüllt. Wobei der Begriff „Leben“ hier relativ ist. Die populärsten möchte ich hier samt berühmter Familie kurz vorstellen:

Monster HighEindeutig lebendig ist Frankie Stein. Sie steht regelrecht unter Strom, was daran liegen mag, dass sie neu an der Schule ist. Oder dass sie, wie einst schon Papa, von einem Blitz wachgeküsst wurde. Die Protagonistin der verschiedenen Merchandise-Geschichten hat schon den Ruf als Tollpatsch weg: Wegen einiger Missgeschicke, weil ihre Körperteile nie richtig fest sitzen.

Was ist von Mary Shelleys Frankenstein-Erzählung übrig geblieben – neben den obligatorischen Nieten am Schädelansatz? Der unbeholfene Versuch eines Außenseiters, sich zu integrieren. Wobei es die Tochter eindeutig einfacher hat, als ihr Papa. Der war nämlich rein äußerlich das einzige Monster seiner Geschichte.

Clawdeen Wolf, die reizende Werwolfdame, ist begeisterte Fashionista. Sie ist die offenste und extrovertierteste der jungen Ungeheuer. Von Mischwesen aus Tier und Mensch wird erzählt, seit es Geschichten gibt. Sie tendieren immer zu einem wilden Temperament und überschreiten gerne mal die „Grenzen der Konvention“. Bei Clawdeen äußert sich das in einem sehr energischen, willensstarken Auftreten, vor allem bei Vollmond und oft auch zum Schutz ihrer Freunde.

Mit Draculaura betritt ein weiterer Star der Monster-Rige die Bühne. Auch der Vampirmythos ist so alt, wie die Menschheit, und ähnelt in vielen Zügen den Werwolf-Legenden. Wo der Werwolf wild und unberechenbar ist, sind Vampire je nach Lesart mächtig, geheimnisvoll und unsterblich romantisch. Die freundliche Draculaura ist eine eher untypische Vertreterin und ernährt sich vegan. Die Romantik liegt ihr allerdings im Blut.

Fehlt der neueste Liebling am Gruselhimmel: Der Zombie. Ihr Name ist Ghoulie Yelps. Sympathischerweise ist sie sowohl ein Genie, als auch unfähig, ihre genialen Gedanken anders als durch Stöhnen und Raunen mitzuteilen. Der Untote einmal mehr als intelligent komischer Sympathieträger.

Die Modepuppen und das „Andere“

Sympathisch sind sie also alle. Und wenn wir genauer hinsehen, besteht der Alltag der Monster High Teenies aus genau den gleichen Fragen, die auch die Kids in der Welt der Lebenden bewegen. Aber wieso machen gerade solche Monster Kindern besonderen Spaß?

Das ist der eigentliche Clou von Mattel. Und der Grund, weshalb ich, der wirklich nicht oft mit Puppen spielt, die Idee hinter der Serie schätze. Was am meisten fasziniert, sind die Geschichten hinter den Charakteren. Jeder von ihnen ist ein eigener, uralter Mythos, der genauso von uns Menschen erzählt, wie von dem Anderen – dem Fremden, Unheimlichen, Unerhörten und Gefährlichen.Monster High

Wo Barbie hauptsächlich noch eine Oberfläche war, die mit harmlosen Stories dekoriert wurde, haben die Monster High Puppen von ihrer Anlage her zwangsläufig eine erzählerische Tiefe. So normal die Teenie-Monster sich auch benehmen, so sympathisch und freundlich sie auch sind, das „Andere“ ist immer ein Teil ihrer Geschichte. Und es ist dieser Teil, den die Kids so seltsam spannend finden.

Moment mal: Spaß mit Dingen, die mir unheimlich und fremd vorkommen? Das klingt ja beinahe nach Toleranz und einem echten Schritt zum Erwachsenwerden! Ich will den gruseligen Modepuppen nun nicht zuviel pädagogischen Wert unterstellen. Fakt ist – die alten Geschichten stecken nun einmal drin.

Als überzeugter Monster- und Geschichtenliebhaber wünsche ich euch und euren Kindern viel Spaß und Spannung mit den kultigen Gruselpuppen!

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