Spiel des Jahres 2016: Mit Codenames um die Ecke gedacht

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Geheimdienstchefs, Ermittler und Agenten – das sind die drei Gruppen, die in dem neuen Spiel des Jahres 2016 eine große Rolle spielen. Welcher Geheimdienstchef denkt schlau genug um die Ecke, um seinen Ermittlern einen Hinweis für den richtigen Agenten zu geben? Ein Spiel für Querdenker – aber Achtung, der Attentäter lauert schon auf seinen Einsatz.

Das Prinzip des Spiel des Jahres 2016 Codenames ist nichts Neues und denkbar einfach: Begriffe werden erklärt, Wörter erraten. Das kenne ich bereits von Spielen wie Activity oder Tabu. Bei Codenames, erfunden von dem tschechischen Computerspieleentwickler Vlaada Chvátil, sieht das so aus: Ein Team, bestehend aus Geheimdienstchef und Ermittlern, muss seine Agenten ausfindig machen. Diese liegen in Form von 25 Kärtchen, alle mit dem Namen eines Agenten („Melone“, „Wirtschaft“, „Strudel“) versehen, offen auf dem Tisch. Eine Codekarte, die nur der Geheimdienstchef kennt, gibt die geheime Identität der acht oder neun Agenten preis. Der Geheimdienstchef gibt seinen Ermittlern einen verdeckten Hinweis: er überlegt sich ein Wort, das seine Ermittler mit möglichst vielen seiner Agenten in Verbindung bringen können. Er nennt ihnen diesen Begriff und die Anzahl der Agenten, die mit diesem Wort zusammenhängen. Die Ermittler wählen aus den 25 Agentenkärtchen die Agenten aus, von denen sie meinen, dass das Wort des Geheimdienstchefs diese abdecken. Klingt kompliziert? Ist es aber gar nicht.

Was haben Melonen mit der Wirtschaft zu tun?

Nehmen wir einfach mal die oben genannten Agenten „Melone“, „Wirtschaft“ und „Strudel“. Was verbindet all diese Wörter? Auf den ersten Blick nicht sehr viel, wenn wir an den Hut von Charlie Chaplin, die Wirtschaftskrise und den Wasserstrudel im Waschbecken denken. Der Geheimdienstchef wählt sich aber genau diese Wörter aus und sagt „Mahlzeit: 3“. Na, klingelt es da? Eine frische Melone zum Frühstück, ein kühles Bier in der (Gast)-Wirtschaft und ein warmer (Apfel)-Strudel bei Oma am Nachmittag – alle drei Wörter beziehen sich auf das Wort „Mahlzeit“. OK, wir müssen um die Ecke denken, aber mit einer kleinen Portion Grips enttarnen die Ermittler die Agenten.

Um die Ecke gebracht!

Aber Achtung: Manche Geheimdienstchef denken so quer, dass die Ermittler nicht mehr durchblicken. Damit steigt die Gefahr, dass sie falsch tippen: entweder wählen sie einen unbeteiligten Zuschauer unter den 25 Kärtchen aus, das ist noch harmlos. Aber sie können auch einen Agenten des anderen Teams auswählen, damit ist der Zug vorbei. Oder aber sie tippen auf den Attentäter, dann ist das Spiel direkt vorbei.

Codenames ist ein Spiel, das verlinktes Denken verlangt – aber nur in kleinen Prisen. Zu sehr um die Ecke gedacht, bringt die Ermittler eher um selbige, als dass die eigenen Agenten aufgedeckt werden können. Zu einfache Hinweise für nur einen Agenten sind Kinderkram. Ihr müsst kreativ denken und schlau kombinieren. Führt mein Hinweis „Baum“ zu den Agenten „Krone“ und „Gabel“? Ist mein Wort „Beobachten“ für „Jäger“ und „Stuhl“ zu weit um die Ecke gedacht?

Als Geheimdienstchef packt einen schnell der Ehrgeiz, so viele Agenten wie möglich in einem Wort unterzubringen. Dafür muss er aber auch ein wenig risikofreudig sein, weil er seine Ermittler damit vor einen unlösbaren Fall stellen könnte. Codenames ist ein Spiel für Sprachbegeisterte, für Knobler, die sich gut in die Gedanken der Geheimdienstchefs versetzen können und für Querdenker mit Ehrgeiz, die Spaß am Assoziieren haben und sich dabei auch noch gesellig mit ihrem Team unterhalten möchten. Ein bisschen erinnert Codenames an Dixit, bei dem die Spieler Bilder erraten. Leider kommt Codenames optisch gesehen nicht an Dixit heran, da die Karten ein wenig trist aufgemacht sind. Aber das tut der Spannung im Spiel und der Sucht nach immer komplizierteren Kombinationen keinen Abbruch. Gut, dass ein Spiel nicht lange dauert und es unendlich viele Kombinationsmöglichkeiten der Agentenkarten gibt – da können die Teams viele weitere Male um die Ecke denken, ohne dass der Spaß- und Spannungsfaktor sinkt.

Steinzeitalter, buntes Kniffeln und Reagenzgläser

Doch nicht nur Codenames schafft es in diesem Herbst auf meinen Wohnzimmertisch. Es gibt viele Spieleneuheiten für die ganze Familie, wie zum Beispiel das Kinderspiel des Jahres 2016. Das nennt sich Stone Age Junior und entführt die ganze Familie zurück in die Zeit des Fred Feuersteins. Mit den beiden Steinzeitkindern Jono und Jada errichtet Ihr Hütten in einem Dorf, sammelt Waren und spielt das Leben aus der Steinzeit nach.

Ein bisschen mehr Glück als Verstand braucht Ihr bei dem Spiel Kribbeln, bei dem Ihr mit sechs farbigen Würfeln bestimmte Aufgaben erfüllen müsst. Das Spiel erinnert stark an die klassische Kniffel-Variante, überzeugt aber mit hochwertigem Material und tollen Farben, das vor allem Zocker-Kindern mit Mut zum Risiko gefällt.

Wissenschaftlicher, aber nicht weniger turbulent, geht es bei Dr. Eureka zu, ein Knobelspiel, bei dem verrückte Wissenschaftler auf der Suche nach der einen Formel sind. Mit dabei sind: Reagenzgläser. In welchem Spiel sonst findet Ihr schon Reagenzgläser? In diesen Gläsern sind Kugeln (chemische Elemente) enthalten, die Ihr in eine richtige Reihenfolge bringen müsst, ohne diese Kugeln (Achtung: chemisches Element) berühren zu dürfen.

Wir sehen: Dem Spieleherbst sind mit den zahlreichen Spieleneuheiten keine Grenzen gesetzt. Und jetzt heißt es: Auf die Würfel, fertig, los!

Eure Jana

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