Spielsachen eines Jahrhunderts: Erinnern Sie sich an diese Klassiker?

Dir gefällt der Beitrag? Dann teile ihn mit Freunden, Familie und Bekannten! Mit dem Klick auf den Social Media Button wirst du zu dem jeweiligen Netzwerk weitergeleitet und gestattest die Datenübermittlung an die Betreiber der sozialen Netzwerke.

Die Geschichte der Spielsachen ist ungefähr so alt, wie die Geschichte von Kunst und Kultur. Ganz so lang wollen wir die Zeit nicht zurück drehen. Wenn wir gut einhundert Jahre nach hinten blicken, entdecken wir eine Menge schöner Sachen, die uns bekannt vorkommen. Und einige davon bevölkern auch heute noch fast jedes Kinderzimmer! Hier ein kleiner Abriss der großen Spielzeugklassiker des letzten Jahrhunderts!

Die schönsten Spielsachen der Jahrhundertwende

Die Geschichte beginnt mit einem Spielzeug, das einfach unsterblich ist: Der Teddy, erfunden von Margarete Steiff. Der knuddelige Bär hat vielleicht schon mit unseren Urgroßeltern gekuschelt. Und er ist für uns und auch für unsere Kinder so etwas wie das Symbol kuschliger Geborgenheit. Zur gleichen Zeit nähte Käthe Kruse ihre ersten Kinderpuppen mit ausdrucksvollen Gesichtern, wie sie bis heute zum liebevollen Spielen einladen.

Das Reformspielzeug der Jahrhundertwende entstand in einer ersten Gegenbewegung zur industriellen Massenproduktion. Grundgedanken waren handwerkliche Fertigung und hochwertiges Material. Inhaltlich ging es um die Betonung der Kreativität durch abstrakte Formen, mit denen es gelingt, die kindliche Fantasie herauszufordern. Die damals entwickelten Ansätze prägen heute modernes Holzspielzeug.

Die 10er: Schönes Blech und eine Brettspiellegende

Fotolia.com - ©-casfotoarda

Das zweite Jahrzehnt war eine Hochzeit des Blechspielzeugs. Zu dieser Zeit entstand der berühmte Brummkreisel mit der patentierten Drillstange. Namhafte Marken wie Schuco entwickelten wunderschön ausgetüftelte Blechkonstruktionen, darunter auch die Vorfahren der modernen Spielzeugautos. Ein Zentrum dieser Industrie war Zirndorf in der Region Nürnberg: Auch heute der Sitz großer Namen der Spielzeugbranche.

Die 20er: Spielwelten auf dem Dachboden

Ein typisches Spielzeug aus der Zeit der Weimarer Republik ist der liebevoll gestaltete Kaufmannsladen. Gern auch von Opa selbst gebaut in seiner Holzwerkstatt im Keller. Der Kaufmannsladen gehört heute noch zu den Lieblingsspielzeugen für das Kindergartenalter. Und er lässt Kinder erleben, dass der Tante Emma-Laden durchaus eine Alternative zum Discounter sein kann.

Die Zwanziger gelten unter Sammlern auch als goldenes Zeitalter der Modelleisenbahnen. In diesen Jahren brachte Märklin einige der schönsten und detailliertesten Dampflokmodelle heraus.

Die 30er: Diese Eisenbahn ist nicht aus Eisen

In den Dreißigern wurde mit einer anderen Eisenbahn der Grundstein für ein modernes Kultspielzeug gelegt. Es ist nicht eindeutig belegt, aber die US-Firma TC Timber kam wohl als erste auf die Idee, auf einfachen Holzschienen simple Waggons auf die Reise zu schicken. Die schwedische Brio Bahn übernahm die Idee zwanzig Jahre später – und machte daraus einen der größten Spielzeugerfolge der Geschichte.

Eine Legende entstand in den Dreißigern auch im Brettspielbereich: Monopoly. Das Spiel ist zwar schon älter. Doch seine berühmte Form entstand in den Dreißigern und wurde lang vor Risiko und Trivial Pursuit zum ersten Welterfolg des Parker-Verlags.

Die 40er: Keine leichte Zeit für schönes Spielzeug

In den 40ern hatte man in Europa wenig Gedanken für schönes Spielzeug übrig. Trotzdem gibt es aus dieser Zeit einige schöne, liebevoll gestaltete Exemplare. Wie die kleine Kinderküche mit Herd und Spülbecken oder die Holzbaukästen, die schon bei den Kindern ein Gespür für Architektur wecken wollen. Die Spielsachen gibt es so auch heute noch. Seinerzeit wurden sie allerdings noch fast ausschließlich streng nach Geschlecht verschenkt. Das hat sich heute merklich gewandelt.

Die 50er: Das Jahrzehnt von LEGO und Barbie

An den Fünfziger Jahren kommt kein Spielzeughistoriker daran vorbei, zwei der größten Erfolge der Geschichte zu nennen. Weder zu LEGO noch zu Mattels berühmter Modepuppe Barbie müssen zu viele Worte fallen. Lieber erinnere ich hier an einen Vorgänger von Barbie: Die Anziehpuppe aus Papier, die sich mit durch faltbare Laschen mit lauter schönen Sachen ausstaffieren ließ. Die war nicht so stylisch, wie Barbie und die Kleidung musste man vorher ausschneiden. Spaß hat es trotzdem gemacht. Und es gab sie noch bis spät in die 80er.

Auch der Spieleklassiker Memory wurde Mitte des vergangenen Jahrhunderts populär. Und nicht zu vergessen ein Kleine-Jungen-Traum schlechthin: Die original Matchbox-Autos. Ihre Hauptkonkurrenten, die Hot Wheels, gab es erst ein Jahrzehnt später.

Die 60er: Spielzeug trifft auf Technik

© Blacky - Fotolia.comDie 60er standen vor allem im Zeichen der Technik. Es gab schon lang interessante, technische Einflüsse im Spielzeugbereich. Modelleisenbahnen mussten verdrahtet werden. Und die Miniatur-Dampfmaschine war schon im 19. Jahrhundert ein kostbarer Besitz für Kinder. Doch die Elektrifizierung der Kinderzimmer ging erst allmählich richtig los.

Einen wichtigen Einfluss im Lebenslauf vieler späterer Ingenieure hatten seit den 60ern die Baukästen von Fischer-Technik. Der berühmte Erfinder des Kunststoffdübels hatte sich den Baukasten eigentlich als Geschenk für Geschäftspartner ausgedacht. Er kam aber so gut an, dass daraus eine der bis heute erfolgreichsten Baukastenserien wurde.

Mehr um den Spaß als um die Tüftelei ging es bei der Carrera-Bahn, die ebenfalls in den Sechzigern zum ersten Mal in den Läden stand. Carrera war nicht die erste Marke, die Slotracingbahnen für Kinder anbot. Aber es ist bei weitem die bekannteste. Mit dem neuen System Carrera Digital hat das Prinzip auch heute nichts von seiner Spannung eingebüßt.

Die 70er: Kleine Spielwelten und großer Fahrspaß

Zeit für weniger Technik und mehr Fantasie. Die gibt es seit den 70er-Jahren bei Playmobil. Die Kultmarke aus dem Spielzeugort Zirndorf entwickelte eine moderne Form der Ritterburg und mit den Klickys die sympathischen Nachfahren der alten Zinnsoldaten.

Aus der selben Region kommt die Marke BIG. Ihren Bestseller kennt fast jeder: Das Bobby Car. Das legendär unverwüstliche Rutschauto hat unzählige Hinterhöfe zu Rennparkours umfunktioniert. Inzwischen sind neue Ideen wie das Bobby Boat dazu gekommen.

Ein lange Zeit fast vergessenes Kultspielzeug aus dieser Epoche ist die Etch A Sketch-Zaubertafel. Mit ihrem coolen Retrocharme haben die roten Maltafeln im 21. Jahrhundert ein überraschendes Revival erlebt.

Die 80er: Als die Computerspiele auf die Straße gingen

© lbfotografia - Fotolia.comDie Achtziger waren nicht nur das große Jahrzehnt des Disco-Pop. Es war auch die Zeit, als die gerade erst entstehende Computertechnik ganz allmählich begann, ihr Spielpotential zu zeigen. Und dann kam der Game Boy. Tetris, Donkey Kong, Super Mario und Zelda legten den Grundstein für die Computerspiele, aus denen bis heute eine Milliardenbranche und komplett neue Spielkultur entstanden ist.

Hat sonst noch jemand dieses ganz spezielle Piepsen im Ohr? 😉

Und ganz ohne Mikrochips aber mit jeder Menge Hirnarbeit begeistert der Rubik-Zauberwürfel, der auch in den 80ern erfunden wurde.

Die 90er: Elektromanie und Plastik-Trash

Oh, die Neunziger. Man könnte meinen, ein kleines bisschen ging dem Jahrhundert die Puste aus. Aber vielleicht war es auch der Überschwang nach dem Ende des kalten Krieges, der dafür sorgte, dass jedes noch so schräge Experiment seinen Platz im Laden bekam. Vor allem, wenn es Batterien hatte und sprechen konnte.

Wie das Tamagotchi, das unzählige Schulkinder zunächst begeistert bemutterten, um es dann eiskalt verhungern zu lassen. Und die monströsen Furbys, die aus unerklärlichen Gründen bis heute für „süß“ gehalten werden. Monster allerorten: Auch bei den gerade aufkommenden Sammelkarten: Allem voran Pikachu und die Pokemons.

Grund genug, die Liste mit einem Klassiker abzuschließen, der völlig ohne Batterien auskommt und trotzdem oder gerade damit Spiele-Geschichte geschrieben hat: Klaus Teubers Siedler von Catan haben das Genre der Brettspiele neu definiert. Das Kultspiel hatte einen wesentlichen Anteil daran, dass Brettspiele mit Holzpöppeln und Kartonspielplänen trotz Videospiel-Konkurrenz in vielen Familien unverzichtbar sind.

Skurril, fantastisch oder einfach nur schön: Der Blick zurück zeigt, wieviel Liebe und Aufmerksamkeit gutes Spielzeug schon immer ausgemacht hat. Neue Ideen und aufregende Entwicklungen stehen auch am Anfang des neuen Jahrhunderts: Von innovativen Roboterbasteleien aus den USA bis zu traumhaft schön gestalteten, Künstlerspielzeugen aus Frankreich. Und bei all dem Neuen es ist auch schön, zu wissen, dass viele unserer Lieblingsspielsachen unsre Kinder heute noch ganz genauso faszinieren.

The following two tabs change content below.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.