0 Artikel 0,00 € Warenkorb
0 Artikel Merkliste Merkliste

So wird eine Whiskyverkostung zum Genuss

Eine Whiskyverkostung ist ein besonderes Erlebnis. Sie riechen und schmecken unzählige Facetten verschiedener Destillate und lernen so Ihre eigenen Vorlieben besser kennen. Wir zeigen Ihnen, was Sie für ein Whisky Tasting benötigen und wie Sie die Spirituose am besten probieren.

Was Sie bei einer Whisky-Verkostung beachten sollten

Was benötigen Sie für ein professionelles Whisky Tasting? Wie sollten Sie Whisky am besten probieren? In der Regel testen Sie bei einer Whiskyverkostung drei bis acht verschiedene Sorten. Dabei kommen jeweils 1-2 cl in ein Glas, das oben einen engen Rand aufweist. Dieser sammelt die Aromen und verhindert ein Entweichen.

Schritt 1: Begutachten

Bevor Sie den ersten Schluck nehmen, begutachten Sie Farbe und Textur des Whiskys. Welche Farben schimmern durch das Glas? Ist die Flüssigkeit hell und golden oder doch eher dunkel und braun? Schwenken Sie den Tropfen im Glas und beobachten Sie die Schlieren, die sich an der Glaswand bilden. Je mehr Schlieren der Whisky bildet, desto mehr Öle befinden sich im Getränk. Diese sorgen für ein volleres Mundgefühl. Je dunkler der Whisky ist, desto länger ist er im Fass gereift.

Schritt 2: Riechen

Riechen Sie am Whisky, indem sie das Glas mit einem Abstand von etwa 10 cm an Ihrer Nase vorbeischwenken. Da sich in der Nase in etwa 1000-mal mehr Geschmacksrezeptoren als auf der Zunge befinden, können Sie viele verschiedene Nuancen über das Riechen wahrnehmen. Achten Sie dabei auf rauchige und torfige Noten, genauso wie auf nussige oder süßliche Gerüche.

Schritt 3: Trinken

Legen Sie sich den ersten Schluck auf die Mitte der Zunge. Halten Sie ihn dort für ein paar Sekunden, bevor sie ihn im gesamten Mundraum verteilen. Sparen Sie dabei nur das hintere Ende Ihrer Zunge aus. Bittere Aromen des Whiskys schmecken hier zu intensiv. Beobachten Sie: Wie schmeckt der Whisky? Welche Geschmacksnoten können Sie erkennen? Ist es ein milder oder doch eher scharfer Whisky? Achten Sie auf gängige Whiskynoten wie rauchig, süßlich, nussig, blumig, scharf, rauchig, malzig und fruchtig. Beobachten Sie auch, ob und wie sich der Geschmack im Abgang verändert.

So neutralisieren Sie Ihren Geschmack

Nach der Verkostung mehrerer Whiskys kann es passieren, dass ihre Geschmacksnerven nicht mehr alle Nuancen erkennen können. Zur Neutralisierung Ihres Geschmacks können Sie zu Brot greifen. Das hilft Ihnen, das volle Geschmacksspektrum der weiteren Sorten genießen zu können.

Wo Sie Whisky probieren können

In einigen unserer Filialen können Sie an einer professionellen Whiskyverkostung teilnehmen und so die große Geschmackswelt des Whiskys kennenlernen. Darüber hinaus verfügen 30 unserer Niederlassungen über ein umfangreiches und vielseitiges Whiskysortiment. Dort finden Sie auch unser Whisky Taster Set. Die Kollektion aus mehreren kleinen Fläschchen erlaubt es Ihnen, Ihre eigene Whiskyverkostung zu Hause vorzunehmen.


Whiskyexperte Hans Kemenater im Interview

Hans Kemenater ist Master Distiller bei der renommierten SLYRS Destillerie und leidenschaftlicher Whiskygenießer. Wir haben ihm die wichtigsten Fragen zur Spirituose gestellt: Wieso ist Whisky braun? Woher bekommt Whisky seine Farbe? Warum ist Whisky rauchig?

Welche Geschmacksrichtungen bietet Whisky?

Hans Kemenater: „Da Whisky mittlerweile überall auf der Welt produziert wird, bietet sich eine breite Palette an Geschmacksrichtungen. Das liegt vor allem an der Vielfalt der Herstellungsmöglichkeiten und ist gleichzeitig abhängig von den unterschiedlichsten verwendeten Getreidesorten. Schottland ist zum Beispiel sehr bekannt für Single Malt Whiskys. Diese werden überwiegend aus Gerste destilliert. Hier gibt es durch die Regionalität und die daran gebundenen verschiedenen Produktionsweisen bereits innerhalb Schottlands extreme geschmackliche Unterschiede. In Speyside, einer Region im Osten von Schottland werden beispielsweise sehr milde und fruchtige Whiskys hergestellt. Im Gegensatz dazu stehen die Whiskys von den Inseln (z.B. Islay), die dafür bekannt sind, relativ „kantig“ und rauchig zu sein.

Eine andere große Whiskynation ist Irland.  Hier wird besonders milder und frischer Whisky, entweder als Blend, oder als Malt destilliert. In den USA, einer weiteren traditionellen Whiskynation, wird hauptsächlich Bourbon Whiskey produziert, der zu mindestens 51% aus Mais besteht. Auch Japan ist mittlerweile in die Riege der großen Whiskynationen aufgestiegen. Dazu kommen seit knapp 20 Jahren einzelne Destillerien, die mit ihren speziellen Kreationen für Aufsehen in der Branche sorgen und dadurch internationales Prestige erreicht haben, dazu zähle ich auch uns von SLYRS.“   

 

Aus welcher Gegend und Region kommt der Ihrer Meinung nach beste Whisky?

Hans Kemenater: „Meiner Meinung nach ist Schottland DIE Whiskynation schlechthin. Damit meine ich jedoch nicht, dass es dort exklusiv den „besten Whisky“ gibt. Das ist in meinen Augen das Besondere an Whisky, dass der Genießer überall auf der Welt guten Whisky entdecken kann.

Ähnlich wie beim Wein lasse ich mich beim Whisky-Genießen von vielen Faktoren und auch von der Stimmung leiten. An einem warmen Sommerabend trinke ich lieber einen leichten, fruchtigen Whisky, und an kalten Wintertagen darf es am Abend auch mal ein starker, rauchiger Whisky am Kachelofen sein.“

 

Warum ist Whisky rauchig?

Hans Kemenater: „Der rauchige Geschmack im Whisky entsteht, da das Getreide während des Mälzens besonders behandelt, nämlich geräuchert, wird. Hierbei handelt es sich meistens um Gerste, die nach der Ernte zunächst gemälzt wird. Bei diesem Vorgang wird das Getreide in Wasser eingeweicht und danach in Keimkästen ausgebracht. In diesen Kästen fängt es an zu keimen, wodurch Enzyme entstehen. Diese Enzyme sind für den späteren Maischeprozess und die daraus resultierende Gärung sehr wichtig. Um den Keimungsprozess zu stoppen muss das Getreide wieder getrocknet werden. Geschieht diese Trocknung über einem Torffeuer, so entsteht ein rauchiger Whisky, da der Rauch des Feuers durch das Getreide zieht. Hierbei entzieht er ihm zum einen das Wasser, zum anderen hinterlässt er den berühmten rauchigen oder auch „torfigen“ Geschmack.“

 

Welcher Whisky ist Ihr persönlicher Geheimtipp? Haben Sie eine persönliche Lieblingsdestillerie?

Hans Kemenater: „Da ich seit mittlerweile 18 Jahren mit großer Leidenschaft hier arbeite, ist natürlich die SLYRS Destillerie meine Lieblingsdestillerie. Absoluter Geheimtipp bei uns ist immer die Auflage der Single Cask Whiskys in Fassstärke. Hier werden immer wieder einzelne Fässer ausgewählt und dann in Fassstärke, das heißt ungefiltert, direkt in die Flasche abgefüllt. Dabei hat jedes Fass einen einzigartigen und besonderen Geschmack und unterscheidet sich damit von den anderen. Hier kann von einem ruhigen, milden Whisky, bis hin zu einem stark ausgereiften Whisky alles dabei sein. Letztere werden dabei in Sherryfässern gelagert.“  

 

Beim Wein wird besonders viel Wert auf den Jahrgang gelegt, inwiefern gilt das auch für Whisky?

Hans Kemenater: „Da es beim Getreide keine starken Qualitätsschwankungen wie bei Trauben gibt, sind die Jahre bei einem Whisky nicht so entscheidend wie beim Wein, da sie sich bei Whisky maximal in Nuancen auswirken. Hier stehen eher die Art des Getreides, das Klima und die Lagerzeit stärker im Fokus.“

 

Inwiefern beeinflusst die Lagerung in unterschiedlichen Fässern den Whisky? Kann dies auch ein Einsteiger herausschmecken?

Hans Kemenater: „Die Lagerung, oder eher die Reifung, ist einer der zentralen Faktoren der Whiskyproduktion. Die Auswahl des Fasses hat starken Einfluss auf den Geschmack und die Farbe des Produkts. Verwendet man neue ungebrauchte Fässer, so wird der Whisky geschmacklich Noten von Karamell und Vanille enthalten. Es werden aber auch gerne sogenannte „Finishing-Fässer“ verwendet, in denen zuvor bereits Sherry, Portwein, oder Rum gereift ist. Ziel dieser Verwendung ist es, die Aromatik und das Bouquet des vorigen Inhalts in unseren Whisky mit übergehen zu lassen. Die richtige Balance spielt dabei eine sehr wichtige Rolle.

Mit einer kurzen Einführung in die Thematik könnte auch ein Einsteiger diese Aromen der „Vorbelegung“ wiedererkennen.“

 

Whisky findet man in allen Preisklassen - wieviel sollte man Ihrer Meinung nach für einen guten ausgeben?

Hans Kemenater: „Das ist eine sehr schwierige Frage. Jeder Einzelne sollte für seinen Whisky die Summe bezahlen, die er ihm persönlich wert ist, damit er ihn auch noch beruhigt genießen kann. Bei Whisky geht es um den Genuss – und der drückt sich nicht nur durch Schmecken und Riechen aus, sondern auch durch eine gewisse Atmosphäre. Das gesamte „Drumherum“ muss stimmen – das darf keine Frage des Preises sein. “

 

Bei manchen Whiskys findet man die Angabe, dass Zuckerkulör als Farbstoff verwendet wurde. Warum wird das gemacht und muss man bei "gefärbtem" Whisky mit Abstrichen in der Qualität rechnen?

Hans Kemenater: „Gefärbt wird ausschließlich, um den Whisky dunkler zu machen. Das vermittelt dem Kunden den Eindruck, dieser Whisky sei besonders lange gelagert worden und deswegen gut. Das ist legitim, aber für mich persönlich nicht Sinn der Sache. Wir bei SLYRS machen so etwas nicht, zudem muss eine Färbung auch ganz klar deklariert werden.“

 

Wovon hängt der Alkoholgehalt des Whiskys ab?

Hans Kemenater: „Um die Bezeichnung „Whisky“ tragen zu dürfen, muss ein Erzeugnis einen Alkoholgehalt von mindestens 40 % haben. Alles darüber hinaus liegt im Ermessen und im Gespür des Master Distillers oder des Blend Masters. Alkohol „trägt“ oder bringt gewisse Aromen zum Vorschein. Ist der Alkoholgehalt zu hoch, können bestimmte Whiskys auch zu scharf werden, und sind dann nicht mehr ausgewogen. Bei manchen Whiskys trägt ein höherer Alkoholgehalt zur Verbesserung des Geschmacks bei, bei anderen bewirkt er das Gegenteil.“

 

Welche Grundausstattung empfehlen Sie Einsteigern in die Welt des Whiskys?

Hans Kemenater: „Ein Whiskyeinsteiger sollte zunächst einmal einen vernünftigen Whisky als Grundausstattung wählen. An zweiter Stelle folgt die Auswahl des richtigen Glases: Ich persönlich würde einen Whisky pur nicht aus einem Tumbler trinken. Ein Tumbler bietet dem Whisky eine zu große Oberfläche und durch die große Öffnung dieses Glastyps verfliegt das Aroma sofort.  Am besten geeignet sind Gläser, die zur Öffnung hin schmaler werden und so das Bouquet zur Nase hinführen. In diesen Gläsern bleibt auch die Aromatik sehr lange erhalten. Mehr als diese beiden Komponenten brauche ich auch nicht, um Whisky richtig genießen zu können.“

 

Die Auswahl an Whiskys ist riesig und Einsteiger verlieren leicht den Überblick. Welche Sorten von SLYRS sollte man unbedingt kennen?

Hans Kemenater: „Zum einen ist da unser Classic Single Malt Whisky, der SLYRS Classic. Er spiegelt die Charakteristik unseres Hauses in meinen Augen sehr gut wider. Zusätzlich bildet er die Basis für alle weiteren Whiskykreationen, wie beispielsweise die Finishings und die Liqueurvarianten. Das macht den SLYRS Classic zur DNA unserer Destillerie.

Zum anderen schätzen Genießer und Kenner besonders unsere zwölf Jahre gealterte Variante. Aufgrund seiner besonderen Reifung und seiner geschmacklichen Komplexität sticht der SLYRS 12 besonders aus unserem Portfolio heraus.“