Inlineskaten: Der sichere Start auf vier Rollen

Inlineskaten ist ein Trendsport mit viel Potential für Fitness und Familie. Hier lesen Sie, welche Grundregeln Sie beim Einstieg beachten sollten. Von der Sicherheitsausrüstung bis zur Wahl des passenden Übungsgeländes: Lassen Sie sich von unserem Berater für den sicheren Einstieg ins Inlineskating kompetent beraten!

Mehr als ein begeisterter Inlineskater beschreibt die erste Begegnung mit dem Trendsport so: Irgendwann beim Spazierengehen näherte sich ein Geräusch, das sich schwer einordnen lässt. Es klingt nicht wie ein Fahrrad. Ein Auto ist es auch nicht. Und schon zieht der Verursacher des Geräuschs mit federleichten Bewegungen vorbei. Zurück bleibt vor allem ein Eindruck: Mann, ist der schnell!

Inlineskaten verbindet Kraft, Eleganz und eindrucksvolle Geschwindigkeit mit intensivem Körpereinsatz auf dem Asphalt. Den ersten Boom erlebte der junge Sport in den Neunzigern. Seitdem steigt die Zahl der begeisterten Inlineskater jede Saison deutlich an. Was macht diesen Sport so interessant? Es ist die Verbindung aus athletischer Körperarbeit und der schnellen Fortbewegung auf den eigenen Füßen. Und die Vielfalt, mit der sich die Rollen unter den Schuhsohlen einsetzen lassen: Vom Touren- und Speedskating bis zu tänzerischem Freestyle und aggressiven Streetskating-Tricks.

Inlineskaten ist ein toller Familiensport und eine attraktive Alternative oder Kombination mit der Fahrradtour. Aber es ist auch ein attraktives Fitnesstraining, bei dem Sie sich ganzheitlich auspowern und dabei die Knie schonen. Die zunehmend gut ausgebaute Infrastruktur ermöglicht ein schönes Naturerlebnis auf glatten Bahnen. Wer sich mit Running und Joggen nicht so recht anfreunden kann, findet auf den Inlineskates eine Alternative mit Biss.

Der Einstieg ist nicht schwierig, wenn Sie einige Grundregeln beachten. Für die Wahl des richtigen Materials finden Sie in unserem Guide die Inlineskate-Modelle, Sicherheits-Ausrüstung und weiteres Zubehör im Überblick.

Freie Bahn: Welches Gelände ist zum Skaten geeignet?

Für Einsteiger gelten drei klare Prinzipien: Freie Bahn, keine Neigung und ein guter Untergrund. Nur Areale, bei denen diese Voraussetzungen vollständig erfüllt sind, sollten Sie für die ersten Geh- bzw. Rollversuche in Betracht ziehen.

Die erste und wichtigste Regel lautet: Sich und andere nicht gefährden. Bis Bremsen und Kurvenfahren ausreichend sitzen, werden Sie viel freien Platz brauchen. Deshalb sollten beim Inlineskaten weder Autos noch Fußgänger in der Nähe sein. Breite Fußwege scheiden deshalb als Trainingsfläche ebenso aus wie wenig befahrene Nebenstraßen. Achtung beim Üben auf betonierten Flächen an Gewerbe- und Industrieanlagen: Oft gibt es hier Lieferverkehr. Wenn Sie eine Fläche im Park zum Üben auswählen, dann halten Sie sich von Fahrrad-Strecken fern.

Auch auf einer geringen Neigung entwickeln Sie, solang das Bremsen noch Schwierigkeiten bereitet, schnell eine beachtliche Geschwindigkeit. Wer Abfahrtski fährt, kennt den Effekt. Nach der ersten Woche ist das super, am Anfang aber noch zu gefährlich. Deshalb üben Sie auf keinen Fall auf einer geneigten Fläche! Die Rollen der Inlineskates sind für glatten Asphalt und Beton gemacht. Auf Pflaster, Split oder Gras passieren zwei Dinge: Die Rollen nutzen sich stark ab. Und noch viel gemeiner: Sie legen einen ungewollten, abrupten Stopp hin. In aller Regel in Kombination mit einem Sturz. Wählen Sie das Gelände so aus, dass Sie ausreichend Platz für große Kreise und weite Kurven haben, ohne auf solche Flächen zu geraten!

Gute Trainingsareale bieten freie Streetballplätze, der Supermarkt-Parkplatz außerhalb der Öffnungszeiten und glatte Flächen auf dem Schulhof. Auch asphaltierte Wege und Plätze in Parks sind geeignet, wenn sie nicht vom Fahrradverkehr frequentiert sind.

Mit diesen Übungen gelingt der sichere Start

Wer Schlittschuh fährt, startet sofort voll durch. Für komplett Ungeübte ist die Bewegung auf Rollen dagegen eine ungewöhnliche Angelegenheit. Nutzen Sie deshalb sichere Einstiegsübungen mit hohem Trainingseffekt und geringem Frustpotential!

Gehen Sie mit Straßenschuhen zum Übungsplatz! Erst dort sollten alle ihre Inlines und auch die Schutzkleidung anlegen. Üben Sie nicht ohne Helm und Protektoren! Auch die schnelle Runde auf dem Hinterhof kann leicht gemeine Schrammen hinterlassen.

1.) Sturztraining: Vor dem Rollen kommt das Fallen

  • Üben Sie ohne Inlines in Straßenschuhen
  • Protektoren und Helm anlegen
  • testen Sie im Hocken das Gefühl, wenn die Protektoren über den Asphalt scheuern
  • alle Protektoren müssen fest sitzen und dürfen nicht verrutschen
  • lassen Sie sich im Hocken nach vorn fallen: Handgelenke und Ellenbogen fangen den Oberkörper ab
  • Knie auseinander für eine sichere und sanfte Landung auf den gepolsterten Protektoren
  • nach einigen Versuchen in Straßenschuhen Übung mit Inlineskates wiederholen

TIPP: Fallen Sie immer nach vorn! Unsere natürlichen Protektoren auf der Rückseite mildern einen Sturz zwar auch, sind aber deutlich empfindlicher.

2) Die ersten Schritte: Das Skater-V

  • Füße gerade halten, mit Körperspannung von den Sprunggelenken bis in die Oberschenkel
  • nun Füße V-förmig öffnen
  • Gewicht gleichmäßig auf beide Füße verteilen
  • mit einem Fuß stoßen Sie sich behutsam nach hinten ab
  • nicht weit, 20 cm reichen schon
  • das ganze Gewicht auf den vorderen Fuß verlagern
  • aber erstmal noch ohne Schritt
  • Gewicht wieder gleichmäßig verteilen
  • Fuß wieder heranziehen und im Wechsel üben
  • Das klappt gut? Dann verlagern Sie nun beim Abstoßen das ganze Gewicht auf das Bein, das sich nach vorn bewegt
  • Wenn Sie nun das hintere Bein heranziehen und aufsetzen, um sich zu stabilisieren, haben Sie eine kleine Strecke zurückgelegt.

TIPP: Machen Sie die ersten Schritte zur Sicherheit mit einem standfesten Begleiter in Straßenschuhen. Aber nur im Notfall festhalten und nicht vorwärts ziehen! Sie wollen skaten und nicht hangeln.

3) Bremsen: Erst Sicherheit, dann Geschwindigkeit

Grundsicherheit für Anfänger bieten Modelle mit Fersenstopper

  • dafür parallel rollen, einen Fuß nach hinten kippen und Fersenbremse in den Asphalt drücken.

Die einfachste Bremstechnik mit Rollen ist die T-Bremse

  • erst üben, wenn das Rollen auf einem Skate sicher klappt
  • drehen Sie den hinteren, unbelasteten Schuh im rechten Winkel nach außen und schleifen ihn über die Oberfläche
  • erzeugt gute Bremswirkung bei geringer bis mittlerer Geschwindigkeit.

TIPP: Testen Sie die Bremstechniken, während Sie sich von einem Partner in Straßenschuhen ziehen lassen! Sie werden sich schnell sicherer fühlen.