Wanderstöcke: Mit passender Unterstützung über Stock und Stein

Der Wanderer mit Stock und Hut ist nicht nur im Kinderlied ein Klassiker. Die Hirten der alpinen Bergtäler nutzten feste Stöcke als Arbeitsgerät und als Hilfe beim Erklimmen steiler Hochweiden. Als noch niemand von Trekking sprach, war es bei Wanderern im Allgäu üblich, Stocknägel zu sammeln. Die wurden an den hölzernen Wanderstock mit dem gebogenen Griff geschlagen. Diese Stöcke waren gute Wandergenosse auf dem Weg durch die schöne Bergwelt.

Beim Hochgebirgstrekking durch die Anden und am Anapurna darf es aber schon etwas sportlicher zugehen. Bald kamen die ersten alpinen Bergsteiger auf die Idee, sich beim Gehen mit Skistöcken zusätzliche Stabilität zu verschaffen. Die einfachsten Wanderstöcke, die sich daraus entwickelten, waren steif und in der Länge nicht verstellbar. Das stellte sich bei der Anreise mit dem Rucksack als unpraktisch heraus. Moderne Klapp- und Teleskop-Wanderstöcke lassen sich auf ein kleines Packmaß reduzieren, das einfach zu transportieren ist. Teleskopwanderstöcke können auch ideal auf die Körpergröße und die Beschaffenheit des Weges eingestellt werden.

Schieben oder klappen: Die Vor- und Nachteile

Die noch immer am meisten verbreitete Bauweise sind Teleskopwanderstöcke mit innenliegenden Fixierungen. Diese Wanderstöcke bestehen aus drei Segmenten mit Spreizdübeln, die sich ineinanderschieben und durch verdrehen feststellen lassen. Die Form ist günstig und einfach im Handling. Im Alter neigen die Stöcke allerdings manchmal zum Verklemmen oder schieben sich unter Last zusammen, weil der Nutzer nicht so leicht bemerkt, wenn sich die Fixierung lockert. Daraus resultiert eine nicht zu unterschätzende Verletzungsgefahr, wenn der ermüdete Wanderer auf dem Grat unerwartet den Halt verliert.

Eine gute Alternative sind Wanderstöcke mit Außenklemmung. Hier fixiert ein außenliegender Clipmechanismus die einzelnen Segmente. Diese Wanderstöcke sind leichter zu handhaben und noch sicherer. Ein kleiner Nachteil ist das etwas sperrigere Format.

Konkurrenz haben die Teleskopwanderstöcke durch neue Klappsysteme bekommen. Bei dieser Bauart fällt der komplette Clipmechanismus weg. Dadurch sparen Faltstöcke eine Menge Gewicht. Es entfällt dadurch allerdings auch die Möglichkeit, die Länge zentimetergenau einzustellen. Die Gewichtsersparnis kann auf einfachen Touren sehr willkommen sein. Für den erfahrenen Bergsteiger ist die Form allerdings ungeeignet, weil er die Länge beider Stöcke für Aufstieg, Abstieg und die Querung von Hängen immer wieder anpassen möchte.

Beim Material entscheiden sich Wanderer und Bergsteiger zwischen Aluminium und Carbon. Alu ist etwas schwerer aber robust und in der Anschaffung günstiger. Carbon ist sehr leicht, dämpft Vibrationen, ist aber auch deutlich teurer.

Der richtige Wanderstock für Genusswanderer und Bergsteiger

Wer eine Wanderung genießen will, reduziert Belastungen, wo er kann. Dafür sind die Wanderstöcke ein wichtiges Instrument. Gerade unerfahrene, wenig trainierte und ältere Wanderer profitieren von der Stützfunktion und der zusätzlichen Sicherheit durch mehr festen Kontakt mit dem Boden. Besonders tut sich der Wanderstock beim Abstieg hervor: Vor allem die Knie werden bei jedem Schritt entlastet. Auch das Rucksackgewicht lässt sich mit dem Wanderstock in der Hand besser auf den ganzen Körper verteilen. Für die einfache Wandertour muss es kein Premium-Wanderstock der höchsten Preisklasse sein. Hier zählt noch nicht jedes Gramm Gewicht. Auch die Anpassung der Länge auf unterschiedlichen Wegabschnitten ist kaum nötig.

Häufig verwenden Wanderer nur einen Stock. Dadurch entsteht allerdings eine ungleiche Verteilung von Last und Stützung. Besser für den Rücken und für den harmonischen Bewegungsablauf ist ein Stock in jeder Hand. Ein Paar solider Teleskop-Wanderstöcke aus Aluminium mit Innenklemmung ist empfehlenswert für genussvolles Bergwandern. Wollen Sie eine weite Reise planen und beim Gewicht des Fluggepäcks sparen, können Sie zu gewichtsoptimierten Klappstöcken greifen. Wenn Sie es sich leisten möchten, spart federleichtes Carbon hier sogar noch mehr Gewicht.

Beim alpinen Bergsteigen gehört das Paar Stöcke zur Grundausrüstung. Es bietet zusammen mit den Wanderschuhen zusätzlichen Halt, wo ein Sturz mehr Unheil als ein paar blaue Flecken anrichten würde. Spätestens, wenn steile Geröllfelder und Schneeplatten überquert werden, stellt sich auch nicht mehr die Frage, ob es ein oder zwei Stöcke sein sollen. Im Schrittrhythmus sind mit einem Fuß und den Spitzen beider Stöcke immer drei Punkte am Boden. Je nachdem, ob es bergauf, bergab oder parallel zum Hang geht, werden die Stöcke lang, kurz oder auch unterschiedlich eingestellt. Dafür ist ein einfaches und zuverlässiges Clipsystem Voraussetzung. Die Außenklemmung setzt sich im Alpinbereich deshalb immer mehr durch.

Mehr als ein Stock mit Griff

Ein wichtiges Ausstattungsmerkmal für jeden Wanderstock ist ein angenehmer Griff aus Kork, Gummi oder EVA-Schaum. Diese Materialien bleiben auch bei schwitzigen Händen griffig. Billige Plastikgriffe sollten Sie vermeiden: Die führen leicht zu Blasen. Wichtiger, als es auf den ersten Blick scheint, ist auch die Schlaufe. Die sollte sich auch mit Handschuhen leicht überziehen lassen. Die Schlaufen müssen leicht einstellbar sein. Sie helfen in optimaler Länge spürbar bei der Kraftübertragung und entlasten damit Arme und Schultern noch mehr. Deshalb sind gute Schlaufen großzügig gepolstert.

Die Spitze kann mit verschiedenen, austauschbaren Kappen versehen werden: Breit für Schnee und Harsch, schmal für festen Untergrund, Fels und Eis. Eine Federung ist nicht dringend notwendig. Bei hochwertiger Ausführung kann sie aber ein schönes Extra darstellen, das noch einmal für mehr Komfort für Handgelenke, Ellenbogen und Schultern sorgt.