Kaufberatung Zelte: Überall ein Dach über dem Kopf

Camping-, Trekking- und Wanderzelte unterscheiden sich in mehrerer Hinsicht. Einmal durch die Größe, dann durch die Bauweise und schließlich durch die verwendeten Materialien. Je mehr Personen im Zelt Platz finden, desto größer sind Gewicht und Packmaß. Das ist ein wichtiges Kriterium, wenn Sie das Zelt häufig zu Fuß im Rucksack tragen möchten.

Einmannzelte sind selten. Sie sind erste Wahl für Einzelgänger und helfen bei einem Abenteuer, bei dem Sie auf sich gestellt sind, Gewicht zu sparen. Das Zwei-Personen-Zelt hat eine kompakte Größe für Touren, bei denen das Gewicht optimiert werden soll. Die Größe für drei Personen ist der meistverwendete Klassiker. Das Dreimannzelt hat ein moderates Gewicht und bietet mit seiner Größe auch idealen Raum für Zwei mit etwas mehr Komfort.

Familienzelte sind große Bauwerke, die eher für den Campingplatz und das Basislager gedacht sind, als für den täglichen Auf- und Abbau. Oft bieten sie mehrere Schlafkammern und einen großen Mittelraum zum Kochen, Spielen, Lesen etc.

Bei den Formen ist das Iglu- oder Kuppelzelt am meisten verbreitet. Es ist einfach in der Herstellung und dadurch günstig im Preis. Das Handling und der Aufbau ist mit nur zwei Stangen sehr einfach. So kommt es auch auf wenig Gewicht. Auch die Belüftung ist meist gut. Es bietet durch die allseitigen Schrägen aber wenig Platz und die Apsis, der regengeschützte Vorraum eines Trekkingzeltes, ist meist knapp bemessen und reicht zum bequemen Kochen nur, wenn Gepäck im Inneren verstaut wird.

Das Tunnelzelt hat eine lange Grundform und besteht meist aus drei parallelen Bögen, die nach vorne und hinten verspannt sind. Es ist ebenfalls relativ leicht aufgebaut und bietet ein sehr gutes Verhältnis von Platz und Gewicht. Die meisten Tunnelzelte haben eine große Apsis und lassen sich gegen Wind gut verspannen. Ein Nachteil kann in warmen Nächten die mäßige Belüftung sein.

Ein geodätisches Zelt ist eine hohe Kuppel, die von mehreren verschränkten Bögen stabilisiert wird. Diese Form ist sehr stabil und kann höher aufgebaut werden als ein einfaches Iglu. Manche Geodät-Zelte sind so hoch, dass eine mittelgroße Person aufrecht darin stehen kann. Ein Nachteil ist der komplexere Aufbau.

Zelte zum Werfen und ein Mantel aus Silikon

Eine moderne Form, die in den letzten Jahren immer populärer wird, ist das sogenannte "Wurfzelt". Diese Zelte besitzen kein klassisches Gestänge, sondern einen durchlaufenden Rahmen aus einem hochflexiblem Material. Wird die Schnürung gelöst, stellt sich der Rahmen durch die Eigenspannung von selbst auf. Das ergibt ein klasse Festivalzelt. Durch die mangelnde Stabilität und das ungewöhnliche Packmaß – der einteilige Rahmen kann nur in eine recht ausladende Kreisform gefaltet werden – ist der Einsatz von Wurfzelten beim Trekking jedoch beschränkt.

Sonderformen und komplexe Familienzelte kombinieren oft einzelne Elemente der verschiedenen Formen und werden zusätzlich manchmal noch durch eine oder zwei große Firststangen stabilisiert. Daneben existieren natürlich auch klassische Firstzelte und Tipis mit einer großen Mittelstange. Letztere sind besonders für große Gruppen und auf Veranstaltungen mit Retro-Charakter beliebt.

Schließlich spielt das Material eine wichtige Rolle. Verbreitet sind in erster Linie Polyamid und Polyester. Alternativen wie Baumwolle bleiben seltenen Exoten vorbehalten. Polyamid (Nylon) ist günstiger, Polyester reißfester und UV-stabiler.

Noch wichtiger ist die Beschichtung. Sehr kostengünstige PVC-Beschichtungen lösen sich nach einiger Zeit vom Untergrund. Hochwertige Zelte nutzen Coatings auf Silikon- oder Polyurethanbasis, die leicht und äußerst beständig sind. Daraus resultiert neben dem praktischen Nutzen auch eine deutlich höhere Lebensdauer: Die Mehrkosten beim Material sind deshalb eine sinnvolle Investition für jeden Trekkingfreund.

Welches Zelt passt zu Ihnen?

Wenn Sie Ihre Wahl treffen, überlegen Sie genau, wie viele Personen im Zelt übernachten sollen und wo Sie es einsetzen möchten. Eine Trekkingtour durch die Monsungebiete in Süd-Ost-Asien stellt komplett andere Anforderungen als die sommerliche Festivalsaison. Hier ist kleines Packmaß, leichtes Handling und gute Belüftung gefragt. Dort dürfen es gern einige hundert Gramm mehr und ein paar Euro weniger sein, solange der Platz stimmt.

Wenn Sie mit dem Zelt oft umziehen möchten, dann achten Sie auf einen möglichst leichten Aufbau! Fragen Sie sich, ob Sie das Zelt auch leicht allein, bei Regen und im Dunkeln aufbauen könnten! Für häufigen Auf- und Abbau sollten Sie auf keinen Fall ein Modell wählen, bei dem Außen- und Innenzelt einzeln aufgebaut werden müssen.

Schließlich müssen Sie sich entscheiden, wo Ihnen der Komfort wichtiger ist: Beim Schlafen oder beim Tragen? Für eine Trekkingtour, auf der Sie täglich viele Kilometer zurücklegen möchten, kommt es auf jedes eingesparte Gramm an. Hier wäre ein Dreimannzelt für zwei Personen reine Verschwendung. Ganz anders sieht das schon bei einer Kanutour aus, wo sich ein etwas größeres Gewicht nicht so stark bemerkbar macht.

Lifehacks für Trekker: Ein gutes Zelt ist leicht aufgebaut

Der Aufbau ist für viele Camper immer wieder eine Herausforderung. Dabei hilft es, sich einmal richtig mit dem Material auseinanderzusetzen und dann eine klare Routine zu entwickeln.

Legen Sie zunächst Stangen und Heringe beiseite. Prüfen Sie die Liegefläche, ob es versteckte, große Steine und Löcher gibt. Dann können Sie die Zeltplane dort ausbreiten, wo das Zelt stehen soll, und den Eingang sinnvoll anordnen.

Jetzt brauchen Sie die Stangen. Moderne Zeltstangen bestehen aus einzelnen Gliedern, die mit elastischen Bändern verbunden sind. Nehmen Sie ein Ende und werfen Sie das Bündel vorsichtig gerade nach vorn. Dann setzen sich die Glieder mit leichtem rütteln von selbst zusammen. Sehen Sie sich an, in welcher Reihenfolge die Stangen am besten angebracht werden, und prägen Sie sich diese Routine ein!

Nun fixieren Sie das Zelt zunächst mit zwei bis vier Heringen und spannen es anschließend fest. Die Heringe drücken Sie dabei auch bei hartem Untergrund nicht mit dem Fuß ein. Sie verbiegen sich dabei sehr leicht. Mit einem kleinen Gummi-Hammer oder einem großen Stein klappt es deutlich besser.

Schöner wohnen im gepflegten Zelt

Wenn Sie ein hochwertiges Zelt gut behandeln, können Sie davon ausgehen, es viele Jahre lang mit auf Tour zu nehmen. Der Aufbau auf einer festen Plane schont den Unterboden. Die extra Plane ist aber ein Zusatzgewicht, das auf einer klassischen Trekkingtour nichts zu suchen hat. Auf dem Campingplatz, am Festivalgelände oder bei der Kanutour sieht das schon anders aus.

Vor dem Abbau sollten Sie das Zelt jedes Mal gründlich auskehren. Achten Sie besonders auf verirrte Insekten und andere Tierchen! Flecken entfernen Sie, bevor sie eintrocknen können.

Wichtig ist, nasse Zelte nach Möglichkeit vor dem Einpacken trocknen lassen. Lässt es sich nicht vermeiden, dann packen Sie ein feuchtes Zelt so schnell wie möglich wieder aus, damit es durchtrocknen kann. Eventuelle Risse, Durchstiche und Brandlöcher lassen sich mit Reparatursets aus dem Fachhandel flicken und spröde Nähte dichten Sie mit speziellem Flüssigkleber ab. So sind Sie auch nach zehn Jahren noch so gut unterwegs, wie bei der allerersten Tour!