Kaufberatung: Wanderrucksäcke – Alles drin, alles dabei

Der wichtigste Unterschied bei den verschiedenen Arten von Wanderrucksäcken liegt auf der Hand: Wofür das Gepäck gedacht ist, entscheidet sich mit dem Volumen. Aber auch die Ausstattung, insbesondere das Tragesystem, ist für bestimmte Einsatzzwecke entscheidend.

Daypacks sind die kleinsten Wanderrucksäcke. Mit einem Volumen von bis zu 35 Litern sind sie die Spezialisten für sportliche Tagestouren. Ein Tourenrucksack der Größenordnung Medium fasst 35 bis 65 Liter. Die größte Kategorie der Trekkingrucksäcke reicht von ca. 65 bis deutlich über 100 Liter. Bei der Kaufentscheidung ist zu bedenken, dass ein Wanderrucksack, der größer ist als nötig, auch unnötiges Gewicht und umständliches Handling bedeutet. Größer ist also nicht immer besser.

Unterschiede gibt es je nach Hersteller und Modellreihe in der Form, dem angebotenen Zusatzvolumen, der Rückenbelüftung und der allgemeinen Ausstattung mit Gurten, Fächern und Taschen. Bis auf die Unterscheidung zwischen Daypack und Wanderrucksack sind die Begriffe nicht eindeutig: Trekking-, Wander- und Tourenrucksack sind praktisch austauschbar.

Der richtige Begleiter für Ihre Tour 

Der Daypack

Für die Wahl eines Modells fragen Sie sich möglichst detailliert, was Sie mit dem Wanderrucksack vorhaben. Wo wollen Sie hin und wie wollen Sie dort unterwegs sein? Für die Tagestour auf den Berg oder durch die Wildnis ist der Daypack die ideale Lösung. Er trägt sich leicht und unkompliziert und behindert Sie nicht in der freien Bewegung. Das Volumen ist ausreichend für alles, was Sie einen Tag lang benötigen. Und auch im Alltag lässt sich der Daypack vielfältig nutzen, da er gern mit Laptopfach, Organizer etc. kombiniert wird. Ein 20-Liter-Modell ist schön handlich, setzt aber gute Packdisziplin voraus. Mit 35 Litern kommen Sie schon recht weit.

Der Tourenrucksack

Die mittlere Kategorie ist für den aktiven Urlaub abseits der Zivilisation gedacht. Alles, was Sie auf einer mehrtägigen Tour brauchen, findet im Tourenrucksack komfortabel Platz. Die mittlere Größe ist auch eine gute Wahl, wenn Sie das Gepäck für eine Tour mit Zelt und Schlafsack auf mehrere Personen aufteilen. Außerdem bietet dieses Modell auch ausreichend Platz für Wanderstöcke oder eine Kletterausrüstung. Durch seine kompakte Größe zeichnet sich der mittelgroße Tourenrucksack durch ein gutes Handling aus. Das macht sich vielfältig bemerkbar: Bei der Skitour über österreichische Gletscher oder als Handgepäck beim spontanen Kurzurlaub in Barcelona.

Der große Trekkingrucksack

Wenn Sie mehrere Tage draußen sind und abseits aller festen Behausungen Wind und Wetter trotzen, wird die Packliste noch einmal um einiges länger. Vor allem müssen nun auch das Zelt, die Isomatte und der Schlafsack Platz finden. Für ausgedehnte Trekkingtouren und alpine Bergabenteuer sind die ganz großen Wanderrucksäcke gemacht. Je größer die körperliche Herausforderung, desto wichtiger wird dabei auch die hohe Qualität und die exakte Einstellung des Tragesystems. Der bequeme und flexible Transport großer Lasten empfiehlt den großen Wanderrucksack auch als praktisches Reisegepäck, das in vielen Situationen den Koffer überflüssig macht. Er wird daher gerne auch von Backpackern genutzt.

Alles an seinem Platz: So packen Sie Ihren Wanderrucksack richtig!

Für ein schönes Tourenerlebnis ist es wichtig, dass sich das Gepäck so wenig wie möglich bemerkbar macht. Eine Grundregel steht dabei ganz am Anfang: Wenn Sie sich nicht ganz sicher sind, ob Sie etwas wirklich brauchen werden, dann lassen Sie es zu Hause!

Erstellen Sie eine Packliste und überprüfen Sie jeden Eintrag kritisch! Wer zum ersten Mal unterwegs ist, sollte sich den Rat eines erfahrenen Trekkers holen. Es ist erstaunlich, worauf sich unterwegs verzichten lässt.

Mindestens ebenso sehr beeindruckt der Komfort, den schon ein halbes Pfund Gewichtsersparnis ausmachen kann. Zehn Kilogramm sind schon ein recht ordentliches Gewicht, um damit täglich zwischen fünfzehn und dreißig Kilometer zurückzulegen. Gut trainierte Alpinisten schleppen auf dem Weg zum Startpunkt einer Begehung auch weit über einen halben Zentner Ausrüstung mit. Doch das hat selbst für trainierte Bergsteiger nicht viel mit Vergnügen und Naturerlebnis zu tun.

Ein gut gepackter Rucksack trägt sich außerdem deutlich angenehmer. Dafür kommen große, leichte Teile nach unten und nach vorn, das heißt auf die beim Gehen nach hinten gewandte Seite. Ganz unten liegt der Schlafsack. Kleidung eignet sich gut, um Lücken sinnvoll zu füllen. Die schwersten Stücke kommen nach hinten oben, also direkt an den Rücken. Das ist vor allem Proviant, Wasser, ein Zelt und weitere Ausrüstung. Damit verlagern Sie den Schwerpunkt möglichst direkt über die Körpermitte.

Viele Wanderrucksäcke bieten die Möglichkeit, Packstücke mit Riemen und Netzen außen zu befestigen. Das ist nützlich. Doch wenn zu viel außen hängt, leidet das Gleichgewicht und das Handling. Auf keinen Fall sollten die schweren Wasserflaschen seitlich unten am Rucksack baumeln. Greifen Sie stattdessen lieber auf einen speziellen Trinksack zurück. Dieser liegt flach, innen im Rucksack; getrunken wird per Trinkschlauch, der durch eine Öffnung nach außen geführt wird.

Der Wanderrucksack – Eine Sache der Einstellung

Das A und O für ein schönes Erlebnis auf Tour ist das Tragesystem. Hier zeigen Wanderrucksäcke sich als hochentwickelte Ausrüstungsgegenstände. Verstellbare Rückenpolster passen sich an Ihre Körperkontur an. Ausgeklügelte Ventilationssysteme verhindern starkes Schwitzen.

Die Last liegt beim Tragen auf einem komplexen System aus Hüftflossen, Schulterträgern und Brustgurt. Die Einstellung auf die eigene Körpergröße ist vor dem Packen ein Muss. Die Hauptlast soll auf die Hüftflossen entfallen. Die starke Körpermitte kommt mit der Last auch im Gehen hervorragend zurecht.

Damit die Hüftflossen richtig sitzen, legen Sie den Hüftgurt zuerst mit lockeren, weit eingestellten Schulterträgern an. Sitzt der Hüftgurt straff und angenehm, dann stellen Sie die Länge der Schulterträger ein und ziehen die Stabilisierungsriemen an Schulterträgern und Hüftflossen fest. Der Burstgurt sorgt schließlich dafür, dass auch bei intensiven Seitenbewegungen alles an seinem Platz bleibt.

 

 

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Frau mit Wanderrucksack: © BillionPhotos.com - Fotolia.com