Smartwatches im Vergleich: Die beliebtesten Modelle im Überblick

Das Angebot an Smartwatches wird mit jeder Saison größer. Manche Modellreihen sind schon in der zweiten oder dritten Generation. Eine endgültige Antwort auf die "Smartwatchfrage" steht allerdings noch immer aus: Warum brauchen wir das eigentlich? Wie schafft es das Gadget, uns das Leben mehr zu erleichtern als seine Nutzung Aufwand verursacht?

Wer sich die frühesten Modelle angesehen hat und nun die neue Pebble Time oder die Samsung Gear 2 mit ihren Vorgängern vergleicht, erkennt, wohin die Reise geht. Das ist nicht nur für Technikfans spannend. So schaffen es die smarten Gadgets heute schon, verschiedenste, nützliche Angebote in einem Gerät zu vereinen. Unterschiedliche Systeme und Plattformen sorgen für Vielfalt, die sich optisch aber vor allem im Handling bemerkbar macht. In unserer Kaufberatung haben wir die begehrtesten und interessantesten Modelle übersichtlich vorgestellt.

Riesenauswahl bei Apps und Modellen: Android Wear

Die Plattform-Software aus dem Hause Google nimmt bei den Smartwatches einen ähnlichen Platz ein wie bei Smartphones und Tablets. Für Android Wear existiert derzeit eine mittlere, vierstellige Anzahl von Apps. Und die Qualität der Google Services ist schwer zu übertreffen.

Was das Handling angeht, nehmen sich die meisten Android Wear Geräte nicht sehr viel, weil sie mit den selben Funktionen, der gleichen Steuerung und identischen Apps arbeiten. Die Unterschiede liegen neben dem Preis vor allem in der Hardwareausstattung und natürlich im Look.

Fossil Founder

Die Fossil Q Founder zählt zu den jüngeren News aus der bewegten Branche. Das Designer-Schwergewicht aus Texas bringt im Rahmen der neuen Kollektion auch eine eigene Smartwatch auf den Weg. Der Fokus liegt dabei erkennbar auf der Rolle als Lifestyle- und Fashion-Accessoire. Die Founder ist relativ günstig. Sie überzeugt mit dem massiven, metallischen Look, den Fans von Fossil erwarten und punktet optisch auch mit einem Lederband. Der Akku kommt gut über den Tag.

Sony SmartWatch3

Sonys SmartWatch 3 liefert ein schickes Komplettpaket in einer ansprechenden, metallischen Verpackung. Trotz des hohen Metallanteils legt sie einen sportlichen Look an den Tag. Der wird besonders durch das integrierte GPS unterstrichen: Einer der größten Pluspunkte der Sony SmartWatches im Vergleich zur restlichen Android Wear-Kohorte. Sie liefert damit eine sehr ordentliche Leistung als Fitnesstracker und Laufbegleiter ab. Auch der starke Akku überzeugt, der die versprochenen zwei Tage Laufzeit ohne größere Schwierigkeiten durchhält.

Huawei Premium

Huaweis Premium-Smartwatches stehlen seit Ihrer Veröffentlichung 2015 in puncto Look der Konkurrenz die Show. Bis heute ist die gut gebaute Chinesin eine der schicksten smarten Armbanduhren auf dem Markt. Sie besticht auch durch viele Designoptionen, mit der sie sich an den Geschmack anspruchsvoller Uhrenfreunde gut anpassen kann. Die runden Watchfaces stehen den Huaweis besonders gut. Das Display überzeugt ohne hässliche Balken, dafür mit hoher Auflösung und sehr schönen Kontrasten. Gut kompatibel mit den Angeboten von Jawbone zeigt sie sich als funktionaler Activity Tracker, der auch eine recht genaue Pulsmessung ermöglicht. Die Akkulaufzeit liegt bei eineinhalb Tagen.

Moto 360

Ähnlich positioniert sich die Moto 360, die in der stromlinieförmigen Sportversion für einiges Aufsehen gesorgt hat. Auch diese Smartwatch sammelt mit dem eingebauten GPS Extrapunkte als Sportuhr. Begleitet von anständigen, sportlichen Features wendet sich die Uhr vor allem an die Läufer unter den Smartwatch-Interessenten.

Tag Heuer Connected

Mit der Tag Heuer Connected wagt sich der erste hochkarätige Uhrenhersteller im Luxussegment auf die gut besuchte Android Smartwatch-Party. Nicht nur der Anspruch steht als Alleinstellungsmerkmal. Auch die technischen Features überzeugen. Das sollten sie auch. Denn der Preis beträgt etwa das doppelte der nächstgünstigeren Option mit der Huawei in Gold. Dafür sieht die Tag Heuer Connected aber auch unverschämt gut aus. Die Schweizer machen der smarten Konkurrenz lässig vor, was es bedeutet, eine schöne Uhr zu bauen. Die Maße sind stattlich, aber kaum spürbar. Die Connected fühlt sich sehr gut an. Und sie zeigt einige der schönsten Watchfaces, die bisher zu besichtigen waren. Der neue Intel Dual Core Z34XX sorgt für butterweiche Performance für über 24 Stunden mit einer Akkuladung.

Smarte Schönheit aus Kalifornien: Apple Watch

Mit der Apple Watch zeigt die Marke mit dem legendären Händchen für erfolgreiche Innovationen den Willen, auch dieses neue Feld für sich zu erobern. Sie wurde lange heiß erwartet und viel beschrieben. Dabei war sie bei ihrem Erscheinen schon lang nicht die erste Smartwatch auf dem Markt. Das Design der Apple Watch entspricht allen Erwartungen: Glatt und glänzend, einladend und absolut stilsicher. 

Viel diskutiert wurde der eckige Screen. Befürworter sprechen von einem gelungenen Kompromiss zwischen Funktionalität und Fashion. Die Apple Watch zeigt dabei eine hohe Auflösung, die bislang nur von der Samsung Gear getoppt wird.

Bei den Apps und den Funktionen zeigt Apple einen Stil, der sich von Steve Jobs Mantra der Einfachheit spürbar entfernt hat. Die Devise lautet "mehr ist mehr". Mit knapp zwanzigtausend Apps wird der Armbandcomputer zum Zweit-Screen des iPhones sowie zum Kommunikationscenter, Organizer, Fitness-Companion oder digitalen Nachschlagewerk.

Auch als Sportuhr spielt sie ihre Stärken voll aus. Dafür bürgt auch die gute, native Activity-App. Nur das GPS vermissen Läufer schmerzlich. Auch der Apple Watch-Besitzer wird bis auf weiteres das Smartphone zum Laufen mitnehmen müssen. Dafür bringt sie eine erstaunlich verlässliche Herzfrequenzmessung mit.

Zu den Kritikpunkten gehört die eher ruckelige Erfahrung bei der Sprachsteuerung mit Siri. Und die Ladezeit der Apps, die zum größten Teil auf dem Smartphone liegen und nur mit der Uhr kommunizieren. Zum Laden über Nacht braucht die Apple Watch eine eigene Station, die bei den meisten wohl neben dem iPhone Platz finden wird.

Pebble: Die Uhr, die Nerds glücklich macht

Reduziert, kantig, nutzungsorientiert und crowdfinanziert: Mit diesem unwahrscheinlichen Katalog an Eigenschaften hat die Pebble es geschafft, zwei Jahre vor der Marke mit dem Apfel die kleine Smartwatch-Revolution loszutreten. Pebble ist bekannt als die Smartwatch, die in Natura besser aussieht als auf den Promofotos. Plastik ist optisch das vorherrschende Thema. Auch die neuen Modelle von Pebble Time und Pebble Steel verstecken ihre Natur als Gadget nicht hinter Bling-Bling und gebürstetem Edelstahl.

Dafür ist die Pebble komfortabel, leicht und ehrlich. Der fast schon ikonische E-Paper-Screen sorgt für nerdige Übersichtlichkeit. Und nach der anfänglichen Schwarz-Weiß-Variante gibt es den mit der neuen Pebble Time nun auch in Farbe. Ein ansehnliches Zugeständnis an den breiten Geschmack. 

Zu den inneren Werten: Die Indie-Smartwatch besitzt mit dem Pebble OS ein eigenes Betriebssystem. Das hat sich in seinem Ansatz bewusst von Android und iOS abgesetzt. Das App-Angebot erreicht zwar noch lang nicht die Breite der hochauflösenden Konkurrenz, deckt aber alle Grundbedürfnisse funktional und meist mehrfach ab. Es herrscht Konzentration aufs Wesentliche mit interessanten Ansätzen und neuen Wegen: Apps und Watchfaces gehen fast nahtlos ineinander über und schaffen eine innovative Art, Information zu strukturieren.

Mit der integrierten App Pebble Health bietet die Uhr eine potente Tracking-Funktion, die allerdings den Verzicht auf GPS und Herzfrequenzsensor verkraften muss. Dem gegenüber stehen sieben Tage Akkulaufzeit als sattes Gegenargument. Viel Potential sieht die Fangemeinde in den Smartstraps, die gerade in Entwicklung sind: Technische Erweiterungen wie beispielsweise GPS-Sensoren oder zusätzliche Akku-Leistung, die sich im Armband befinden werden. 

Geht eigene Wege: Die Samsung Gear Serie

Eine stylische Alternative zu Android und iOS ist Tizen. Die Samsung Gear ist mit der zweiten Generation von Android auf den Linux-Ableger umgesattelt. Die Samsung Gear 2 zeichnen einige Eigenschaften aus, in denen die erste Generation noch geschwächelt hat: In Look, Bedienung und Kompatibilität halten die Smartwatches mit ihrem inzwischen schick gerundeten Screen alles, was die hochklassigen Smartphones der Koreaner erwarten lassen. Sie fühlen sich wie echte Uhren an und nicht wie klobige Minicomputer. Es gibt sie in zwei Varianten: Als Gear S2 und etwas filigranere Gear S2 Classic.

Die Optik wirkt eingängig und nicht over the top. Der einzige, offene Wunsch auf der Design-Seite: Der Nachfolger darf noch etwas flacher werden. Dann passt er besser ans schmale Handgelenk.

Die Hauptunterschiede zu Android und Apple Watch liegen im Bereich Usability. Die rotierende Lünette der Uhr hat Samsung auf bisher einzigartige Weise als Steuerungselement nutzbar gemacht. Damit löst die Gear S das Problem mit der fummeligen Suche nach dem richtigen Symbol, für das die Apple Watch berüchtigt ist. Die Samsung Smartwatch bietet eine intuitive Erfahrung, von der sich alle anderen Hersteller gern dicke Scheiben abschneiden dürfen. Wer es nicht gerne sieht, wie Android sich anschickt, dem User seine Bedürfnisse zu erklären, wird beim zurückhaltenden Tizen erfreut sein. Mit dem einfach zu bedienenden und übersichtlichen OS kommt die Samsung Gear S in angenehme Nachbarschaft zur Pebble.

Ein Highlight ist der hochauflösende Screen, der eine Höchstmarke gesetzt hat. Als Fitnesstracker macht die Gear S mit den bekannten Nachteilen des fehlenden GPS eine anständige Figur, einschließlich bei der Herzfrequenzmessung.

Die Kompatibilität mit herstellerfremden Android Smartphones und dem iPhone ist zufriedenstellend. Ein Nachteil ist die bisher noch viel zu übersichtliche Auswahl an Apps. Wer die eine oder andere Funktion auch mal ausschaltet, wird mit einer überdurchschnittlichen Akkulaufzeit von zwei bis drei Tagen belohnt.