Sarah ist Marketing Specialist Employer Branding bei Galeria Kaufhof.

Sarah

... ist Marketing Specialist Employer Branding bei Galeria Kaufhof.

06.08.2018

Was macht eigentlich eine Designerin bei Galeria Kaufhof?

Gabriele Erdmann ist seit 13 Jahren Designerin bei Galeria Kaufhof. Wenn sie von ihrem Job erzählt, dann strahlt sie über das ganze Gesicht, und es ist schnell klar: Sie liebt das, was sie macht.
Tags: Mitarbeiter, Karriere
Gaby Erdmann - Designerin bei Galeria Kaufhof

Wie bist du zu Galeria Kaufhof gekommen, und wie ist dein bisheriger Werdegang hier gewesen?

Ich bin in Berlin aufgewachsen. Dort gab es während meiner Kindheit zwar keine Galeria Kaufhof, aber meine Großeltern wohnten in Lüdenscheid und da gab es eine Filiale. Dort war die Schreibwarenabteilung das Größte für mich, weil es so schöne Sticker gab und die habe ich damals geliebt.😊

Meinen ersten beruflichen Kontakt mit Galeria Kaufhof hatte ich vor etwa 20 Jahren. Ich habe damals ein paar Jahre in Istanbul gelebt und bei einem türkischen Unternehmen gearbeitet, das für uns eine Eigenmarke produziert hat. Ich habe also zu der Zeit schon Kollektionen für die Eigenmarke entworfen. Danach war ich jedoch noch bei anderen Unternehmen in Deutschland tätig, bis mich ein Headhunter für den Kaufhof abgeworben hat. Ich hatte damals die Wahl zwischen Köln und Dubai. Ich habe mich für Köln entschieden und meine Entscheidung nie bereut. Angefangen habe ich hier im Bereich Eigenmarke, wo ich zunächst für die Marke Fabiani verantwortlich war. Vor ein paar Jahren habe ich die „1879 by Wolfgang Joop Kollektion“ gemeinsam mit Wolfgang Joop entworfen. Jetzt arbeite ich für die Eigenmarke Mark Adam White Label und entwerfe Outdoorjacken, Blazer, Kleider und Mark Adam Curve, unsere Große-Größen-Kollektion. Diese Kollektion entwerfe ich super gerne, weil ich finde, dass jede Figur die Möglichkeit haben sollte, sich modisch zu kleiden.

 

Hast du dir deine berufliche Laufbahn so vorgestellt? Was ist anders gelaufen als geplant?

Grundsätzlich habe ich mir meinen Beruf genauso vorgestellt, wie er auch tatsächlich ist. Was ich aber nicht wusste und worüber ich mir vorher auch keine Gedanken gemacht habe, ist die Tatsache, dass man doch recht viel reist und sehr flexibel hinsichtlich der Wahl seines Wohnorts sein sollte. Das Reisen halte ich aber für unglaublich wichtig, denn es erweitert den Horizont.😉

So absolvierte ich mein erstes Praktikum 1993 in New York. Das war eine tolle Zeit, und ich liebe seither diese Stadt. Danach habe ich neben Istanbul in verschiedenen deutschen Großstädten gelebt, allerdings hätte ich als Berlinerin nicht gedacht, dass ich für so lange Zeit in Köln „landen“ würde.😊

Mein Job hat sich im Laufe der Jahre schon sehr gewandelt. Ich habe früher viel mit der Hand gezeichnet und nun erstelle ich alle Zeichnungen und Drucke am Computer. Zudem kann ich mir im Internet sämtliche Kollektionen anschauen, auch das war natürlich früher noch nicht möglich. Auch gibt es mittlerweile sämtliche Modenschauen auf virtuellen Plattformen zu sehen. Trotz dieser vielen tollen Möglichkeiten ist es für mich nach wie vor sehr wichtig, Mode real zu sehen und zu erleben. Daher spielt für mich der Alltag auf den Straßen der Großstädte auch eine wichtige Rolle. Es inspiriert mich, wenn ich gut gekleidete Menschen auf den Straßen z.B. in Köln, Kopenhagen, London, Barcelona oder Berlin sehe.

 

 

Wie sieht ein typischer Arbeitsalltag aus? Gibt es überhaupt einen „typischen Arbeitsalltag“ bei dir?

Einen wirklich „typischen“ Arbeitsalltag gibt es bei mir nicht, aber natürlich schalte auch ich erst mal jeden Morgen zuerst den Computer ein. Bedingt dadurch, dass wir viel in Asien produzieren, erreichen mich morgens auch häufig schon einige E-Mails von Kollegen aus Asien, die ich erst einmal beantworte.

Darüber hinaus sind Trendanalysen wesentlicher Bestandteil meines Jobs, sie sind für das Entwerfen von Mode-Kollektionen ganz wichtig.

Das heißt, ich besuche Messen und Vorträge, durchstöbere Forecast-Seiten im Internet und schaue mir Trendberichte an. Im Anschluss an die Trendanalyse erstellen meine Kollegen und ich sogenannte Moodboards. Hierbei handelt es sich um Kollagen mit Skizzen, Fotos, Farbkarten und kurzen Texten. Diese Kollagen erstellen wir für jeden einzelnen Monat – mit Styles und Outfitempfehlungen für alle unsere Zielgruppen. Jeder Designer arbeitet eng mit einem Produktmanager zusammen. Dieser gibt uns die Anzahl der Styles vor. Danach geht es dann an das eigentliche Entwerfen der Kollektion: Wir sehen uns erst einmal mit unserem Produktmanager die Abverkäufe der letzten Saison an und diskutieren die neuen Ideen. Am PC erstellen wir für jeden Style eine technische Zeichnung. Zusätzlich werden Detailfragen geklärt, wie z.B. welche Stoffe, Knöpfe oder Reißverschlusse verwendet werden sollen. Daraufhin lassen wir Prototeile erstellen. Anhand dieser Prototeile präsentieren wir unserem Einkaufsteam die neue Kollektion – gemeinsam wird dann entschieden, welche Teile in die neue Kollektion aufgenommen werden. Wenn diese Entscheidung mit unserem Produktmanager getroffen ist, besprechen wir mit unserer Technikerin, „am lebenden Objekt“, was noch verbessert werden muss. Mithilfe einer Lichtbox werden noch einmal alle Farben überprüft – vorgegebene Standards müssen unbedingt eingehalten werden. Wenn das alles stimmig ist, werden die überarbeiteten Muster beim Lieferanten bestellt. Nach unserer Freigabe geht es für die neuen Teile dann endlich in die Produktion – und schließlich auf unsere Verkaufsflächen.

 

Was war dein persönliches Highlight während deiner beruflichen Laufbahn?

Da fällt mir direkt eine ganze Menge ein: Ich habe zum Beispiel eine Zeit lang mit Wolfgang Joop zusammengearbeitet. Das war sehr inspirierend und wirklich besonders für mich. Ich erinnere mich aber auch gerne an ein Umstyling mit tollen Kollegen einer Frankfurter Filiale. Ich habe sie hinsichtlich ihrer Outfits für den Verkauf beraten, und es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht, da sie meine Tipps sehr gerne angenommen und Neues ausprobiert haben.

Auch an der „Botschafter Kampagne“ habe ich vor ein paar Jahren teilgenommen, d.h. ich war Markenbotschafterin des Unternehmens. Auch das war eine vollkommen neue und schöne Erfahrung.

Ansonsten ist es für mich immer wieder ein Highlight, wenn ich meine entworfene Kleidung auf der Straße sehe. Am liebsten würde ich die Personen dann ansprechen und ihnen etwas über dieses Kleidungsstück erzählen. Wenn die Leute sympathisch aussehen, dann mache ich das auch immer.😊 Daraus haben sich schon tolle Gespräche ergeben.

 

Was ist es, das dich in deinem Job als Designerin tagtäglich aufs Neue antreibt? Was fasziniert dich am meisten an deiner Arbeit?

Ich liebe einfach Mode und ich finde es faszinierend, wie Trends entstehen. Es ist spannend zu beobachten, wer welche Trends aufgreift. Welche Farben werden kombiniert? Wer ist Taktgeber einer Saison? Es macht einfach Spaß, jede Saison etwas neues entstehen zu lassen.

 

Um deinen Job zu machen, sollte man Folgendes lieben:

Man sollte sich für Mode absolut begeistern können und sie selber leben. Damit meine ich nicht, dass man jeden Trend mitmachen sollte, aber man sollte schon sehr offen dafür sein. Ein gutes Gespür für Farben und Farbkombinationen ist natürlich auch unerlässlich. Darüber hinaus ist es gut, wenn man gerne reist und die Welt entdecken möchte.

 

Ganz lieben Dank für das Interview, Gaby!