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12.01.2018

Denis Wittberg: Begeisterung, die Funken sprüht

Es bedarf nur einer kurzen Frage, und schon sprudelt es aus Denis Wittberg heraus: die „Goldenen Zwanziger“, die bewegende Lebensgeschichte der Comedian-Harmonists-Sänger und die perfekte Bühnenkleidung. Der gebürtige Wiesbadener versprüht seine Leidenschaft mit jedem Wort, das er mit einem kleinen hessischen Einschlag ausspricht.
Tags: Mitarbeiter, Filialen
Denis Wittberg, Sänger der Schellack-Solisten am Mikrofon

Standbein im bürgerlichen Leben

Wittberg ist gelernter Dekorateur und arbeitet seit knapp drei Jahren in der Galeria Kaufhof an der Frankfurter Hauptwache. „Ich gehe jedes Mal mit großer Freude zur Arbeit“, sagt der 53-Jährige. „Es ist in meinem bürgerlichen Leben mein Hauptberuf und ein wichtiges Standbein“, fügt er erläuternd hinzu. Denn Wittberg geht von Donnerstag bis Sonntag seiner Berufung nach, die er als sein „Hobby“ bezeichnet: Als Sänger lässt er mit seinem Orchester, den „Schellack-Solisten“, in Konzertsälen in ganz Deutschland, Belgien und auch Luxemburg die Musik der zwanziger und dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts erklingen. Schon mit fünf Jahren hat Wittberg seine Begeisterung für die Schlager der Zeit zwischen den Weltkriegen entdeckt, während der die Menschen in Scharen in die Berliner Nachtclubs strömten, um zu tanzen und zu feiern.

„Meine Oma besaß einen Schrank voller Schellackplatten“, erzählt er. Es war der besondere, kratzige Klang dieser Platten und vor allem die Darbietung der berühmten Comedian Harmonists, die ihn nie wieder loslassen sollten. So nahm Wittberg irgendwann Gesangsunterricht, trat mit Gesangsgruppen in der Mainzer Fastnacht auf und gehörte dem Mainzer Theaterchor an. Schließlich wagte er den nächsten Schritt und ging in Smoking und Lackschuhen auf  die Bühne. Nach und nach lernte er die Musiker kennen, die heute als „Schellack-Solisten“ den damaligen Zeitgeist wieder aufleben lassen.
Die Schellak-Solisten

Überraschungen im Repertoire

Doch wer während der Konzerte, die Wittberg akquiriert und organisiert, genau hinhört, findet im fast 180 Stücke umfassenden Repertoire auch jüngere Lieder, die ins alte Gewand gehüllt sind: „Der Überraschungseffekt im Publikum ist groß, wenn klar wird, dass wir gerade ‚Skandal im Sperrbezirk‘ im Sound der Zwanziger vortragen.“ So sehr der Sänger, der während seiner Moderationen das „R“ ganz besonders rollt, für die Zeit, ihre Musik und die Aufbruchstimmung entflammt ist, leben möchte er lieber im Hier und Jetzt: „Es war ja nicht wirklich eine goldene Epoche, sondern nur ein Aufflackern nach dem Krieg und vor der großen Katastrophe.“ Damals wie heute wollten die Menschen unterhalten werden. Und genau diesen Wunsch erfüllt der Sänger in bis zu 40 Konzerten im Jahr. Dazu gehört für ihn das korrekte Outfit: „Fünf Minuten vorm Auftritt prüfe ich bei jedem, ob die Lackschuhe glänzen und das Einstecktuch korrekt sitzt. Da kommt der Dekorateur und Perfektionist in mir durch“, sagt er. Die Kleidung ist für ihn jedoch keine „Verkleidung“, sondern Teil der Inszenierung. Nach dem Auftritt tauscht Wittberg den Smoking gegen Jeans und T-Shirt und kehrt von Montag bis Mittwoch wieder in sein bürgerliches Leben bei Galeria Kaufhof zurück.

Ruth Henn, Pressesprecherin/Redakteurin der Galeria Kaufhof GmbH (2011 - 2017)