Kaufberatung Schaumweine: Der kleine Guide fürs große Prickeln

Man muss die Feste feiern, wie sie fallen. Aber womit, das bleibt eine Frage des Geschmacks. Für das große Prickeln im schönsten Augenblick sorgen die edlen Schaumweine, wie Sekt oder Prosecco. Und auch, wenn die große Eleganz gefragt ist, muss es nicht immer nur Champagner sein.

Lesen Sie in unserem kleinen Schaumwein-Guide mehr über trockene Genüsse mit viel Charakter! Und erfahren Sie, wie Sie ohne Gefahr fürs Sakko die Flasche aufbekommen!

Edler Schaumwein sprüht vor trockener Eleganz. Ein feiner, gut gereifter Tropfen ist in der Tat ein echtes Erlebnis. Das beginnt mit dem zarten, aber vielschichtigen Duft und dem herrlichen Schauspiel einer lang anhaltenden Moussage. Und es geht weiter mit Geschmacksnoten zwischen cremiger Finesse, kraftvoller Säure und voller Frucht.

Schaumwein Herstellung: Von der Traube bis zur Flasche

Damit der Schaumwein dieses große Versprechen einlösen kann, muss von Anfang an alles stimmen. Das beginnt mit den Trauben für den oder die Grundweine. Je nach Typ und regionaler Tradition können Schaumweine sortenrein oder als Cuvée ausgebaut werden.

Der Grundwein ist in der Regel schon deutlich elegant und säurebetont. Dabei kommen auch für hellen Schaumwein nicht nur weiße Trauben zum Einsatz. Zwei der drei typischen Grundweine für den Champagner sind zum Beispiel Blancs de noir aus roten Burgundersorten. Aus dieser Technik hat sich der Roséwein entwickelt. 

Der wichtigste Schritt bei der Schaumweinherstellung ist die zweite Gärung. Die klassische und hochwertigste Methode ist die Flaschengärung auf der Hefe – die "Methode Champenoise". Während der langen Lagerung in der fest verschlossenen Flasche kann die Kohlensäure nicht entweichen und löst sich im Wein. 

Damit die verbrauchte Hefe sich sammelt und später entfernt werden kann, müssen die Flaschen gegen Ende der Reifung bewegt werden. Das passiert bei handwerklicher Herstellung auf den Rüttelpulten, die das Bild der alten, tiefen Keller der Champagne und anderer Zentren der Schaumweinkellerei bestimmen.

Bekannt ist auch die traditionelle Technik, den Hefepfropf zu entfernen, der beim Absinken der verbrauchten Hefen entsteht. Das Degorgieren wird heute fast nirgends mehr warm von Hand vorgenommen, weil dabei ein Teil des wertvollen Produkts verloren geht. Heute wird der Pfropf durch Vereisen sparsamer entfernt. 

Danach kann ein guter Perlwein lange lagern. Bis zu zehn Jahre und länger darf ein guter Jahrgangssekt in der Flasche verweilen und entwickelt sich dabei von jugendlicher Frische hin zu harmonischer, vielschichtiger Reife.

Champagner, Sekt, Cava und Prosecco: Die kleine Sortenkunde

Schaumwein ist nicht gleich Schaumwein. Viele Weinregionen besitzen ihre eigenen Traditionen und stellen aus heimischen Rebsorten Weine von eigener Charakteristik her. Es lohnt sich daher, neben den großen Namen den Blick über den Tellerrand zu wagen. Bei einer Reise durch neue Anbaugebiete können Sie die Gelegenheit nutzen und die regionalen prickelnden Tropfen kennen lernen! Einige Sorten haben sich allerdings nicht ohne Grund international durchgesetzt und gelten als Maßstab für den höchsten, prickelnden Genuss.

Champagner

Champagner ist der begehrteste Perlwein der Welt und steht rund um den Globus für Luxus und ausgesuchten Genuss. Die Vorschriften zur Herstellung von Champagner sind streng: Vom Höchstertrag der Rebstöcke über die Gärmethode und Lagerungsdauer bis zu den Flaschengrößen sorgen explizite Regeln für höchste Qualität. Echter Champagner darf nur aus Trauben der Rebsorten Pinot Noir (Spätburgunder), Pinot Meunier (Müllerrebe oder Schwarzriesling) und Chardonnay aus der Champagne bestehen. Die Zusammenstellung der Cuvée erzeugt den begehrten, vielschichtigen Champagnergeschmack.

Deutscher Sekt

Die deutsche Schaumweintradition ist eng mit der des französischen Champagners verbunden. Es gab viele Einflüsse in beide Richtungen. Heute ist Deutschland der wichtigste Markt für Schaumweine. Im Gegensatz zu den Cuvées, die in Frankreich den Champagner und Crémant bestimmen, wird deutscher Sekt häufiger sortenrein hergestellt. Damit erhalten Sekte oft ein klares, geradliniges Aroma.

Die Anforderungen bei der Sektherstellung sind etwas weniger streng. Wenn auf dem Etikett der Hinweis auf die traditionelle Methode der Flaschengärung fehlt, kann der Kunde sicher auf Tankgärung schließen. Anders ist das bei echtem Winzersekt und Jahrgangssekt. Hier müssen die Trauben vom entsprechenden Weingut stammen und  auch die Tankgärung ist ausgeschlossen. Neben dem Riesling geben Chardonnay, Silvaner, Elbling, Kerner und in Österreich der Grüne Veltliner gern die Grundlage zu hochwertigen Sekten.

Cava

Ein berühmter Schaumwein, der sich in der Qualität mit Champagner und feinen Winzersekten messen kann, stammt aus Katalonien. Der Cava wird dort vorrangig aus einheimischen, weißen Rebsorten hergestellt. Die Flaschengärung ist vorgeschrieben. Die Lagerdauer liegt zwischen neun Monaten für einfache Cavas und zweieinhalb Jahren für einen Gran Reserva.

Prosecco

Besonders beliebt ist der spritzige, leichte und frische italienische Spumante (italienisch Schaumwein) mit dem geschützten Namen Prosecco aus Venetien und dem Friaul. Für original Prosecco gelten seit 2009 strengere Vorschriften, um die Qualität des berühmtesten italienischen Schaumweins zu sichern.

Jenseits der großen Namen lohnt es sich, die Augen aufzuhalten. In Frankreich gibt es mit den Crémants im Elsass an der Loire und in vielen anderen teils sehr kleinen Gebieten viele charaktervolle und ursprüngliche Schaumweine. Und auch andere Weinregionen haben oft kaum bekannte Produkte zu bieten, die es wert sind, auf einer Reise unverhofft entdeckt zu werden.

Schaumweine Geschmack: Vom Zucker wenig zu spüren 

Bei einem gleichhohen Restzuckergehalt wirken Schaumweine deutlich trockener, als ein Stillwein. Das liegt an der Kohlensäure, die sich stark auf die Geschmackswahrnehmung auswirkt. Sie erzeugt die spröde Eleganz, die einen hochkarätigen Sekt auszeichnet. 

So können die Vorgaben für den Restzuckergehalt beim Schaumwein höher sein, als bei anderen Weinen. Ein trockener Sekt kann mehr Zucker enthalten, als ein lieblicher Stillwein und schmeckt dabei herrlich frisch, elegant und auf den Punkt gebracht. 

Mit fast oder gar keinem Restzucker wartet ein Schaumwein als brut nature oder naturherb auf. Danach folgen extra brut oder extra herb, brut bzw. herb, extra sec oder extra trocken, sec oder trocken, demisec oder halbtrocken und schließlich doux oder in deutscher Schreibweise lieblich. Der Hauptteil der produzierten Schaumweine entfällt dabei auf die Bandbreite von sec bis brut. In der Tendenz hat ein Schaumwein je edler er ist umso weniger Süße.

Dos and Don'ts: Schaumwein richtig genießen

Die kurze Antwort: Am besten ohne Plopp. Das Geheimnis ist einfach. Die Temperatur muss stimmen. Dann bleibt auch der Innendruck im kontrollierbaren Bereich. Sekt, Champagner und edle Schaumweine sollten ohnehin ausschließlich gut gekühlt geöffnet werden. Sonst stimmt das Geschmackserlebnis nicht und der Schaumwein wird schneller schal, als das edle Getränk verdient hat. 

Je jünger und ungestümer das Getränk sich präsentiert, desto kühler sollte es genossen werden. Die Jüngsten entfalten sich schön bei etwa 8° C. Vielschichtige, lang gereifte Jahrgangssekte und alte Champagners möchten ihre Noten bei etwas höherer Temperatur zum Ausdruck bringen: 12° C sind ein guter Wert. 

Achten Sie beim Ausschenken darauf, dass sich die Getränke im Glas schnell erwärmen! Deshalb sollte der Schaumwein so lang wie möglich in der Flasche bleiben und die Flasche im Sektkühler. Erst im richtigen Moment schenken Sie ihn frisch aus und bringen ihn an den erwartungsvollen Gast. Nun bleibt nur noch: Anstoßen und genießen!