Kohle-, Gas- oder Elektrogrill: Wo liegen die Unterschiede?

Viele Wege führen zum feinen Steak. Welcher für Sie der richtige ist, das ist vor allem eine Frage von Stil und Geschmack. Lesen Sie mehr über die Vor- und Nachteile von Holz- und Holzkohlegrills, Gasgrills und Elektrogrills! Und erfahren Sie, für welchen Grilltyp die jeweiligen Techniken am besten geeignet sind!

Grillen geht archaisch oder topmodern, mit allen Schikanen oder locker mal so eben nebenbei. Neben der klassischen, offenen Flamme gibt es sehr unterschiedliche Methoden, um auf dem Rost delikate Röstaromen zu erzeugen. Auch ausgefeilte Gasgrills und kompakte Elektrogrills bringen Superergebnisse.

Die Vor- und Nachteile von Holzkohle-, Gas- und Elektrogrills halten sich in etwa die Waage. Was Sie bevorzugen, ist in eine Geschmacks- und Stilfrage. Was zu Ihnen am besten passt, hängt davon ab, wo, wann und wie Sie die Spezialitäten vom Rost am liebsten mögen. Lesen Sie hier im kurzen Abriss, was die verschiedenen Grilltechniken am meisten auszeichnet!

Holzkohle und Brennholz: Der Klassiker mit dem Hauch von Lagerfeuer

Der Holzkohlegrill hat den Status des großen Klassikers. Zudem schmückt ihn die Schönheit von Glut und Flammen, die über die knisternden Holzkohlestückchen züngeln. Optisch und einfach vom Gefühl her ist es für viele Grillpuristen schwer, sich eine Alternative zur Holzkohle vorzustellen.

Grillen mit Holz statt Holzkohle ist im aufgeräumten Mitteleuropa eher selten. Anders in Gegenden, wo Platz und wilde Natur verschwenderischer zur Verfügung stehen. In den USA gehört das Grillen auf großen Holzscheiten zur Kerntradition des Barbecue. Vom Prinzip her sind die Gerätschaften dafür fast identisch. Mit dem einen Unterschied, dass Holz heißer verbrennt und das Blech samt eventueller Lackierung dafür stärker sein muss. Wer einen Baumarktgrill einmal zu oft als Feuerschale benutzt hat, weiß, wovon die Rede ist.

Neben der Lagerfeuer-Emotion gibt es auch ganz rationale Gründe, um klassisch mit Holzkohle zu grillen. Die Geräte sind äußerst simpel konstruiert und dadurch sehr robust. Auch der Brennstoff ist so unkompliziert, wie er sich nur denken lässt. Dadurch ist der Holzkohlegrill immer einsatzbereit. Und er kann komplett ortsunabhängig benutzt werden. Ein wichtiges Argument für den Gourmet ist das feine Raucharoma, das für den geübten Gaumen den Genuss vom Grill erst vollständig macht. Das ist beim Grillen mit Holzscheiten noch deutlich prägnanter.

Die rustikale Art, Hitze zu erzeugen, braucht allerdings ihre Zeit. Vom Zeitpunkt, an dem der Grill aufgestellt, befüllt und angezündet ist, bis zum Erreichen der richtigen Hitze, vergeht eine Weile. Und das Anzünden will auch gelernt sein.

Ist die Glut einmal richtig am knistern, lässt sich die Temperatur nur mit Mühe und nicht genau auf den Punkt einstellen. Auch der Rauch ist eher eine unerwünschte Begleiterscheinung beim klassischen Grillen. Schließlich stellt sich im Park nach dem letzten Steak und beim Aufräumen die klassische Frage: Wohin mit der übrigen Glut und der heißen Asche?

Fazit:

Der Holzkohlegrill ist deshalb ideal für Puristen und Liebhaber der alten Tradition, die mit etwas mehr Zeitaufwand und einer nicht ganz einfachen Handhabung kein Problem haben. Auch wer gern unkompliziert am Seeufer ein paar Würstchen auf den Rost legt, ist mit einem einfachen Modell meist am besten beraten.

Der Gasgrill: Eleganz und Perfektion für die große Küche vom Rost

Der Gasgrill ist der Saubermann unter den Experten. Die Vorteile sind deutlich: Die Hitze ist sofort nach dem Anzünden auf hundert Prozent und lässt sich stufenlos und verlässlich einregeln. Gas verbrennt sauber, ohne Asche, ohne Rauch.

Allerdings braucht ein Gasgrill schon etwas mehr an Technik als die simple Schale für die Glut. Mit Anschlüssen, Leitungen, Brennern und Reglern ist auch ein kleines Modell eine komplexe und damit nicht billige Angelegenheit. Auch der Treibstoff in der Gasflasche ist mit Gewicht und Größe nicht ganz ohne. Für den Fahrradausflug sind Gasgrills deshalb nicht gedacht. Transportabel sind sie trotzdem. Für das Lagerfeuerfeeling fehlt allerdings das Knistern der Glut.

Dafür sind Gasgrills echte Profis, wenn es darum geht, Nahrung auf den Punkt genau zuzubereiten. Die hochentwickelten Geräte kommen meist mit Haube und sind für fortgeschrittenere Techniken wie das indirekte Grillen gut ausgestattet. Außerdem haben sie meistens viel Platz auf der Grillfläche.

In allen Details wenden sich Gasgrills an diejenigen unter den Grillmeistern, die vor allem für die kulinarische Qualität der Grillergebnisse bewundert werden möchten. Gerne greift der Chef zu Holzchips und der Rauch-Box, um mit diesem Trick ein Raucharoma zu erzeugen, das sauberes Gas im Gegensatz zur Holzkohle nicht von allein entstehen lässt.

Fazit:

Wer edle Rindersteaks mit chirurgischer Präzision zuschneidet und sie mit der gleichen Perfektion am Rost zubereiten möchte, der sollte sich bei den Gasgrills genauer umsehen.

Elektrogrills: Daheim grillt es sich am bequemsten

Der Elektrogrill ist das ideale Modell für Zuhause. Mit mindestens 2000 Watt bringen hochwertige Geräte ausreichend Kraft mit, um mit der Hitze aus Gas und Holzkohle mitzuhalten. Vorausgesetzt, sie heizen konstant und nicht in wellenartigen Schüben. Beim Elektrogrill entfällt der Umgang mit der schweren Gasflasche. Stattdessen kommt der Grill ans Netz und wird auf Knopfdruck schnell heiß und wieder kalt. Auch hier ist die Temperatur leicht eingeregelt. Weil keine Verbrennung stattfindet, sind die meisten Elektrogrills auch für Garage, Gartenhaus und Wohnzimmer geeignet. Außerdem ist er sehr sauber: Die Zubereitung ähnelt dem Braten am Herd in der Küche.

Der größte Nachteil ist, dass der Elektrogrill eben nur funktioniert, wenn er am Stromnetz hängt. Dadurch ist er auch empfindlich bei Regen und sollte bei einem Schauer schnell abgedeckt oder ins Trockene gebracht werden. Bei einigen günstigen Varianten reicht die Heizleistung außerdem nicht annähernd an die konstante Hitze von Gas oder Holzkohle heran. Mit dem Resultat, dass ein gutes Steak sich vor dem Garpunkt in Schuhleder verwandelt.

Fazit:

Von den drei Varianten erzeugt das Grillen mit Strom und ohne offene Flamme am wenigsten echtes Grillfeeling. Die Röstaromen entwickeln sich nur zögerlich. Und auf das echte Raucharoma werden Sie zumindest in geschlossenen Räumen verzichten müssen. Dafür ist das Handling, Steckdose vorausgesetzt, umwerfend unkompliziert, sehr sicher und komplett rauchfrei. Der Elektrogrill ist für alle geeignet, die gern auch zu Hause auf dem Balkon was auf den Rost legen, wo offenes Feuer nicht günstig oder sogar verboten ist.