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Experteninterview mit Herr Joly - Matratzenfachverkäufer

Herr Joly ist langjähriger Mitarbeiter bei Galeria Kaufhof und arbeitet in der Kölner Filiale Hohestraße als Matratzenfachverkäufer. Mit Passion und Fachwissen geht er seinem Job nach, um für jeden Kunden die individuell beste Matratze zu finden. Er klärt uns über die Punkte auf, die beim Matratzenkauf entscheidend sind und beantwortet für uns typische Kundenfragen.

 

Welche ist die richtige Matratze für mich?

Herr Joly: Das hängt immer davon ab, ob man lieber fester oder weicher liegen möchte. Allerdings sollte man nie eine zu harte Matratze wählen. Die Matratze sollte auch unbedingt punktelastisch sein, d.h. sie sollte da nachgeben, wo Sie mit ihrem Gewicht die Matratze belasten, so dass die Wirbelsäule eine optimale Entlastung bekommt und keine Druckpunkte entstehen.

Zudem gibt es verschiedene Materialien aus denen Matratzen gefertigt sind. Darunter fallen Kaltschaum- und Federkernmatratzen, sowie Visco-Schaum und Latex-Matratzen. Viele Kunden greifen dabei immer wieder auf das Material zurück, dass sie bereits kennen, weil sie sich an die Eigenschaften gewohnt haben.

 

Wie wichtig ist die Schlafposition bei der Auswahl der richtigen Matratze?

Herr Joly: Die Schlafposition ist sehr wichtig bei der Auswahl. Wenn ich ein Rückenschläfer bin, muss ich darauf achten, dass die Matratze der Wirbelsäule in dieser Position die optimale Unterstützung bietet. Der untere Lendenbereich sollte dabei  immer optimale aufliegen, damit man nicht ins Hohlkreuz fällt. Seitenschläfer sollten darauf achten, dass die Schulter und das Becken so in der Matratze einsinken, dass die Wirbelsäule ihre gerade Position beibehält. Dafür stehen auch die verschiedenen Härtegrade. Der Härtegrad einer Matratze entscheidet anhand des Gewichts des Schläfers wie fest oder weich eine Matratze sein soll. Bis zu einem Gewicht von 80 kg sollte man den Härtegrad 2 wählen. Ab 80 kg den Härtegrad 3. Die beiden Härtegrade sind die gängigsten. Die höheren Härtegrade werden nur selten gewählt und werden ab einem Körpergewicht von 100 kg benötigt.

 

Welche Matratze eignet sich bei Rückenschmerzen?

Herr Joly: Im Grunde sind alle Matratzen auch orthopädische Matratzen. Die Matratze muss also eine Unterstützung gewährleisten. Viele leiden unter Rückenschmerzen, weil sie auf einer alten, durchhängenden Matratze liegen. Dann sollte niemals der Fehler begangen werden zu einer neuen zu harten Matratze zu wechseln. Der Härtegrad der Matratze sollte sich immer meinem Gewicht anpassen. Dann erst bekommt der Rücken wieder die perfekte Unterstützung. Man darf also das gewohnte Durchhängen von der alten Matratze nicht mit Anpassung verwechseln. Greift man fälschlicherweise zu einer zu harten Matratze können wiederum Druckpunkte entstehen und es können noch größere Rückenleiden auftreten.

 

Welche Matratze ist besser? – Federkern oder Kaltschaum?

Herr Joly: Das kann man nicht pauschalisieren. Dank der Materialien hat man einen anderen Liegekomfort. Federkernmatratzen wippen immer etwas nach. Auf Kaltschaummatratzen liegt man generell ruhiger. Es kommt dabei also auf das persönliche Empfinden an.

 

Wie kann ich meine Matratze reinigen?

Herr Joly: Die Bezüge sind heutzutage alle abnehmbar und waschbar. Daher eignen sie sich auch perfekt für Allergiker. Bei 60 Grad in der Waschmaschine gewaschen, löst sich auch der Milbenkot aus dem Bezug. Zudem besteht der Bezug aus zwei Teilen, die mit einem Reißverschluss zusammengeführt werden, sodass jedes Teil für sich perfekt in die Waschmaschine passt. Von dem Matratzensauger würde ich abraten, weil durch die hohe Saugkraft die Struktur der Polyesterfasern in der Matratze zerstört werden kann.

 

Wie oft sollte ich meine Matratze reinigen?

Herr Joly: Das liegt im Ermessen. Wenn man einen zusätzlichen Schutz auf die Matratze legt, wie einen Matratzenschoner, kann von vornherein weniger Feuchtigkeit und Schmutz in die Matratze eindringen. Dann reicht eine Reinigung des Matratzenbezugs etwa alle zwei Jahre. Allergiker sollten bei Bedarf den Bezug abnehmen und waschen. Der Matratzenschoner sollte mit jedem Bettwäsche-Wechsel mitgewaschen werden, sodass Schweiß, Hautschuppen und Schmutz entfernt werden.

 

Wie oft sollte man die Matratze wenden?

Herr Joly: Die Matratze sollte ebenfalls bei jedem Bettwäsche-Wechsel gewendet werden. Am besten ist es natürlich die Matratze aufzustellen und auslüften zulassen bevor man sie wendet. Da heutzutage fast alle Matratze symmetrisch gebaut sind, ist aber nicht nur das Wenden wichtig, sondern auch das Drehen der Matratze. Also immer im Wechsel: Drehen-Wenden-Drehen-Wenden

 

Wie wichtig ist der Lattenrost?

Herr Joly: Der Lattenrost gibt der Matratze den Halt. Deshalb sollten Lattenroste nach etwas 10 Jahren ausgetauscht werden. Mit einem herkömmlichen Besenstiel kann man ganz leicht selber prüfen, ob der eigene Lattenrost noch unterstützend wirkt. Wenn der Besenstiel auf allen Latten aufliegt und an den Punkten, an denen man den Lattenrost am meisten beansprucht, nicht in der Luft schwebt, kann man weiterhin bedenkenlos darauf schlafen. Denn bei einem schlechten Lattenrost nützt auch die beste und teuerste Matratze nichts. Ganz im Gegenteil, die neue Matratze kann sogar schneller durchhängen als üblich. Etwa 40 % des Schlafkomforts gehen schließlich vom Lattenrost aus. Ein Lattenrost sollte zudem aus Minimum 28 Leisten bestehen, damit alle Zonen eine optimale Unterstützung bekommen.

 

Was hat es mit dem Raumgewicht auf sich?

Herr Joly: Das Raumgewicht ist sehr wichtig und findet viel zu wenig Beachtung. Das Raumgewicht spielt nur bei Kaltschaum- und Visco-Matratze eine Rolle und entspricht dem verarbeitetet Material des Kerns der Matratze, also wie viel Schaum pro Kubikmeter in der Matratze verarbeitet ist. Je höher das Raumgewicht, desto mehr Material wurde verarbeitet und desto besser können die verschiedenen Zonen eingesetzt werden und man erhält eine gute Anpassung. Matratzen mit einem hohen Raumgewicht haben auch eine längere Lebensdauer. Das Raumgewicht fängt bei 30-35 RG an und geht bis zu etwa 70 RG. Das Raumgewicht ist aber nicht mit dem Härtegrad zu verwechseln. Es gibt Matratzen mit einem hohen Härtegrad, die dennoch ein geringes Raumgewicht haben und andersrum. Das Raumgewicht hat auch nichts mit dem Gewicht der Person zu tun.

 

Was halten Sie von einer Paarmatratze?

Herr Joly: Eine große Matratze für zwei Personen verursacht in der Regel ein unruhiges Schlafen. Die Matratze wippt bei jeder Bewegung mit und der Partner findet keinen ruhigen Schlaf. Außerdem hat man bei einer großen Matratze nicht die übliche „Grenze“ und beide Partner treffen sich in der Mitte der Matratze und liegen mit dem Gewicht von beiden immer dieselbe Stelle ab. Außerdem ist das Drehen und Wenden einer Paarmatratze fast unmöglich, weil sie viel zu schwer und sperrig ist. Ein weiterer wichtiger Punkt, warum ich von einer Paarmatratze abrate ist, dass nur in den seltensten Fällen beide Partner auch die selbe Matratze benötigen. Allein vom Gewicht unterscheiden sich die meisten Paare schon erheblich, sodass einer immer auf einer Matratze liegen wird, die nicht optimal für ihn ist.

 

Gehen Milben auf Naturmaterialien?

Herr Joly: Da heutzutage alle Bezüge abnehmbar sind, eigenen sich auch alle Matratze für Allergiker. Milben halten sich außerdem nur ungern in der Polyesterfüllung der Matratzen auf, weshalb Allergiker bedenkenlos auf jeder Matratze schlafen können. Naturbezüge müsste man professionell reinigen lassen, was einen großen Aufwand mit sich bringt. Den Bezug der Matratze kann jeder selbst in der Waschmaschine von Milben befreien. Aus diesen Gründen würde ich auch Allergikern keine Naturmaterialien empfehlen.

 

Wie wichtig ist das richtige Kissen?

Herr Joly: Das richtige Kissen spielt ebenfalls eine große Rolle für einen erholsamen Schlaf. Meiner Meinung nach sollte ein Kissen die Größe von 40 x 80 cm haben, weil man so eine optimale Unterstützung erhält. Bei zu großen Kissen liegt die Schulter wieder mit auf dem Kissen auf, wobei sie doch in der Matratze einsinken sollte. Der Halswirbel soll durch das Kissen gerade aufliegen. Daher muss man sein Kissen auch seiner Schlafposition anpassen. Rückenschläfer können bspw. Ein Kissen mit Wölbung verwenden, während Bauchschläfer unbedingt auf ein solches verzichten müssen und zu einem weichen Kissen greifen sollten.